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10.06.2010 | Johannesburg
Tuareg-Rock und Beckenbauer beim ersten WM-Auftaktkonzert
WM-Premiere in Südafrika: Erstmals in der mehr als 100-jährigen Geschichte des Weltfußballverbandes FIFA hat eine rauschende Party im Gastgeberland auf das Kicker-Großereignis eingestimmt. Tausende Fans in buntem Outfit schunkelten und tanzten am Donnerstagabend ausgelassen in Sowetos Orlando-Stadion - die Ouvertüre für die erste Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden. Der musikalische Bogen spannte sich von Tuareg-Rock bis Alicia Keys.
Während das weltweit übertragene musikalische «Hallo» aus Soweto ohne größere Probleme ablief, kam es beim ersten großen Fanfest der Fußball-WM in Kapstadt zu einem Zwischenfall mit drei Verletzten. Nachdem die Polizei die Festzone wegen Überfüllung geschlossen hatte, war es zu chaotischen Szenen gekommen. Nach Angaben örtlicher Radiosender drängelten sich fast 40 000 Menschen in den Straßen des Zentrums. Eigentlich waren nur 16 500 Menschen zugelassen worden.

In Soweto hatte eine Trommel-Performance den Auftritt der heimischen Jazz-Legende Hugh Masekela eingeleitet, der sich wenig später mit Pop-Diva Lira die in Landesfarben geschmückte Bühne teilte. Beide begeisterten mit einer tempogeladenen Version von «Patta Patta» - einem Welthit, der die 2008 gestorbene Musikerin und Anti-Apartheid-Aktivistin Miriam Makeba weltbekannt gemacht hatte. Auch die als «Queen of African music» angekündigte westafrikanische Sängerin Angélique Kidjo würdigte sie, als sie deren Song «Malaika» hingebungsvoll ins Mikrofon hauchte. Mit ihrem stimmgewaltigen Musiker-Kollegen John Legend brachte sie die Menge in Schwung.
Die musikalischen Darbietungen wurden immer wieder von Botschaften und Hinweisen auf Bildungskampagnen unterbrochen. Bereits zu Beginn hatten Südafrikas Präsident Jacob Zuma und FIFA-Präsident Joseph Blatter die Menge begrüßt. «Die FIFA ist sehr stolz, in Südafrika zu sein, und ich bin sehr glücklich, heute Abend in Soweto zu sein. Das ist der wahre Anstoß der WM», meinte Blatter. Zuma betonte, Südafrika sei nur die Bühne für eine afrikanische WM. «Afrika zeigt der Welt, dass es in der Lage ist, wie jede andere Region auch, mit jeder Herausforderung fertig zu werden», betonte er.
Vergessen waren die Proteste und Boykottaufrufe wegen einer angeblich zu geringen afrikanischen Beteiligung im Vorfeld der Veranstaltung. Neben den internationalen Superstars Shakira und der schwangeren Alicia Keys standen vor allem afrikanische Musiker im Mittelpunkt des WM-Auftaktkonzerts. Das Gesangs-Duo Amadou und Mariam aus Mali etwa. «Africa, Africa - solidarité; Africa, Africa - c'est la joie de vie», lautete ihre Botschaft: «Afrika, Afrika - Solidarität; Afrika, Afrika - das ist Lebensfreude»

Deutschlands Fußball-«Kaiser» Franz Beckenbauer - mit Pullover unterm Blazer und zwei Kindern in Fußballtrikots als Begleitung - wünschte Südafrika Glück: «Ihr habt es euch verdient!» Mit dem deutschen Wort «Willkommen« grüßte der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. «Afrika ist die Wiege der Menschheit, insofern begrüßen wir euch alle zurück zu Hause.»
Die Veranstaltung fand nahe dem Soccer City-Stadion statt, in dem am Freitag nach einer feierlichen Eröffnungszeremonie mit rund 1500 Tänzern die erste WM auf afrikanischem Boden angepfiffen wird. Nach dem Einbruch einer winterlichen Kaltfront hatten sich viele Fans mit Decken, Mützen und Schals gegen die nächtliche Kühle im Stadion gewappnet. Künstlerinnen wie Fergie von den Black Eyed Peas ließen sich jedoch nicht abschrecken: ungeachtet der Kälte zeigte die Musikerin in ihrem gewagten Mini Bein bis zur Hüfte. Shakira dagegen wirbelte mit temperamentvollem Hüftschwung in einem Outfit über die Bühne, das ein Top in Zebra-Look mit einer Art Bastrock kombinierte.





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