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  • F1: Hamilton siegt

SPORT

 

13.06.2010 | Montreal

Hamilton gewinnt in Kanada - Vettel Vierter

 

Sebastian Vettel hat sich im Reifenpoker in Montréal verzockt und im Titelkampf weiter an Boden verloren. Beim zweiten Saisonsieg hintereinander des ehemaligen Formel-1- Weltmeisters Lewis Hamilton musste sich der Red-Bull-Pilot beim Großen Preis von Kanada mit Platz vier begnügen.

 

McLaren-Mercedes feierte durch den zweiten Platz von Weltmeister Jenson Button wie schon in der Türkei einen Doppel-Erfolg. Dritter wurde der Spanier Fernando Alonso im Ferrari.

 

Rekord-Sieger Schumacher kam in seinem Mercedes als Elfter nicht einmal in die Punkteränge. «Zum Schluss war ich unzufrieden, als es wieder rückwärtsging», meinte Schumacher, der zu Beginn sogar auf Position drei gelegen hatte. Der Rekord-Weltmeister verlor einmal mehr das Duell mit seinem Teamkollegen Nico Rosberg, der im zweiten Silberpfeil Sechster wurde. Der in Monaco lebende Rosberg war damit zweitbester der sechs deutschen Formel-1- Rennfahrer. Adrian Sutil im Force India und Nico Hülkenberg im Williams kamen auf die Ränge zehn und 13. Timo Glock im Virgin beendete das Rennen nicht.

Hamilton (109 Punkte) eroberte mit dem zweiten Sieg in Kanada auch die Führung in der WM-Wertung vom Australier Mark Webber, der im zweiten Red Bull nur Fünfter wurde und mit 103 Zählern auf Rang drei zurückfiel. Auf Rang zwei liegt Hamiltons Teamkollege Jenson Button mit 106 Zählern. Vettel (90) blieb Fünfter im Klassement vor Nico Rosberg (74). Schumacher ist gar nur Neunter mit 34 Zählern.

 

«Wir haben am Anfang alles richtig gemacht. Dann bin ich als Erster rein in die Box und als Vierter wieder raus. Da war die Sache gegessen» sagte Vettel. Erstmals in dieser Saison waren kein Red- Bull-Pilot auf das Podium gefahren. «Nach der Hälfte des Rennens haben wir bei Sebastian ein Getriebeproblem festgestellt und mussten vorsichtig sein», meinte Teamchef Christian Horner. «Wir dürfen nicht zu enttäuscht sein, es geht weiter», sagte er. Das McLaren-Lager dagegen jubelte: «Wir haben die zwei besten Fahrer auf der Welt. die haben einen fantastischen Job gemacht», sagte Teamchef Martin Withmarsh.

 

«Es war ein unglaubliches Wochenende, einfach fantastisch», fand Hamilton. Nach einem Jahr Montréal-Pause war der PS-Zirkus wieder zurück auf dem Hochgeschwindigkeitskurs auf der Iles Notre Dame. Nach dem Zoff durch den Türkei-Crash zwischen Vettel und Webber hatte auch das achte der 19 Saison-Rennen für Red Bull mit Problemen begonnen. Weil am Auto von WM-Spitzenreiter Webber das Getriebe gewechselt werden musste, wurde der Australier in der Startaufstellung um fünf Plätze nach hinten versetzt.

Und so stand plötzlich Vettel neben Hamilton und nahm die 70 Runden aus der ersten Reihe in Angriff. Ex-Weltmeister Hamilton, der erstmals in dieser Saison von der Pole gestartet war, verteidigte seine Position gegen den Deutschen und setzte sich am Ende in 1:33:53,456 Stunden durch. Hamilton lag 2,254 Sekunden vor seinem Teamkollegen Button.

 

Hinten machte der von Platz 13 gestartete Schumacher, der bereits siebenmal in Montréal gewonnen hatte, gleich nach dem Start fünf Plätze gut. Schumacher profitierte dabei auch von der Startkollision von Vitantonio Liuzzi im Force India mit Felipe Massa im Ferrari. Schumachers Teamkollege Rosberg wurde vom zehnten auf den 13. Rang zurückgeworfen. «Es war ein gutes Rennen. Mehr war nicht drin», sagte der Wiesbadener.

 

Die folgenden 305,270 Rennkilometer, ungefähr die Autostrecke von Hamburg nach Berlin, waren turbulent. Viele Führungswechsel und Boxenstopps - die Strategen an den Kommandoständen waren gefragt. Nur sechs Runden hielten die weichen Reifen von Hamilton und von Ferrari-Pilot Fernando Alonso. Vettel kam mit seinen härteren Pneus dadurch früh an der Spitze, Schumacher lag nach zehn Runden sogar auf Rang drei.

Der Rekordweltmeister und Robert Kubica, der 2007 einen schweren Unfall in Montréal überstand, gerieten nach einem Stopp des Mercedes-Piloten bei der Boxenausfahrt aneinander. Schumacher musste über das Gras ausweichen und hatte einen platten Reifen. Von da an war das Rennen für den Formel-1-Rückkehrer gelaufen. «Das hat uns zurückgeworfen», sagte Schumacher. In der 57. Runde wurde Schumacher sogar überrundet.

Vor dem Rennen war Vettel im Deutschland-Trikot mit dazu passender DFB-Teamjacke zur Rennstrecke gekommen, um der Löw-Truppe vor dem Auftaktspiel gegen Australien bei der Fußball-WM in Südafrika den Rücken zu stärken. Der Heppenheimer, mit harten Reifen gestartet, holte sich beim ersten Stopp weiche Pneus ab. «Ich habe nichts gegen viele Boxenstopps, wenn man am Ende wieder als Erster rauskommt», sagte Vettel. Doch das Glück hatte er am Ende nicht.

Quelle: dpa

www.formula1.com

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