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ISTAF 2010
Fotos
22.08.2010 | Berlin

50 000 feiern Obergföll und Rudishas Weltrekord

 

Speerwerferin Christina Obergföll stieß einen Schrei aus und feierte mit fast 50 000 Fans eine Riesen-Geburtstagsparty: Mit 67,57 Meter hat die EM-Zweite beim Berliner ISTAF ihre Saison-Bestweite übertroffen und dem Publikum eine perfekte Show geboten.

Nur drei Tage nach dem Erfolg in Zürich ließ sich die Offenburgerin von der grandiosen Kulisse beim bestbesuchten Leichtathletik-Meeting der Saison treiben und legte mit ihrem letzten Wurf Welten zwischen sich und die Leverkusener Europameisterin Linda Stahl, die diesmal mit 61,82 Meter und Rang zwei zufrieden sein musste.

Für das unbestrittene internationale Highlight sorgte der 21 Jahre alte Kenianer David Rudisha, der in 1:41,09 Minuten sein Vorhaben grandios wahr machte und über 800 Meter den 13 Jahre alten Weltrekord des Dänen Wilson Kipketer um 2/100 Sekunden drückte. Auch er wurde danach mit Ovationen überschüttet. Ein überraschend starkes Comeback feierte in Berlin die elf Monate gesperrte 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya. Mit einem unwiderstehlichen Spurt setzte sich die 19-jährige Südafrikanerin auf der Zielgerade durch und blieb in 1:59,90 Minuten erstmals in dieser Saison unter der Zwei-Minuten-Marke. In den zurückliegenden Monaten hatte es heftige Kontroversen um das Geschlecht der Läuferin gegeben, die erst seit Anfang Juli wieder bei Rennen starten darf.     

«Das war heute wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen», meinte Christina Obergföll, nachdem ihr die Fans ein tausendfaches Geburtstagsständchen zelebriert hatten. «Ich hatte vor Aufregung die ganze Nacht nicht geschlafen», gestand die EM-Zweite, die in Zürich mit 67,31 Metern ihre fantastische Form angedeutet hatte und tags zuvor noch bei der Hochzeit einer Freundin gefeiert hatte. «Zürich und Berlin waren deutliche Zeichen an die Weltelite: Es bleibt der Hunger nach mehr.» Mit Berlin hatte sie bisher nicht die besten Erinnerungen verbunden, denn bei der WM vor genau einem Jahr musste die Mitfavoritin als Fünfte eine unerwartete Niederlage einstecken, die sie nur schwer verkraften konnte.

Obwohl das größte deutsche Meeting seit diesem Jahr nur noch zur World Challenge - der zweiten Liga der Leichtathleten - gehört und der Etat von 2,5 auf 1,6 Millionen Euro abgesenkt werden musste, hatten die Verantwortlichen starke Teilnehmerfelder nach Berlin geladen. Dies bekam auch Europameisterin Verena Sailer zu spüren, die über 100 Meter in 11,24 mit Platz drei zufrieden sein musste. Auch die EM-Dritte Carolin Nytra musste über 100 m Hürden wie schon in Lausanne und Zürich die Überlegenheit der Kanadierin Priscilla Lopes-Schliep (12,57) anerkennen. In 12,75 Sekunden reichte es für die Bremerin diesmal zum dritten Rang.

Tags zuvor hatte Barcelona-Siegerin Betty Heidler mit ihrem Erfolg bei der EM-Revanche im Hammerwerfen bereits für eine erstklassige Einstimmung des deutschen Teams gesorgt. Mit 75,35 Metern setzte sie sich klar vor Weltmeisterin Anita Wlodarczyk aus Polen (74,43) und der EM-Zweiten Tatjana Lysenko aus Russland (73,14) durch. «Das Feld war absolut einer WM würdig, deshalb freue ich mich gleichermaßen über die Weite wie auch darüber, dass ich diese Top-Konkurrentinnen hinter mir lassen konnte», sagte Heidler, die sich nach dem EM-Titel in Barcelona etwas Ruhe gegönnt hatte und erst in der Vorwoche wieder ins leichte Training eingestiegen war. Die Spitzenform der deutschen Werfer unterstrich auch der EM-Dritte Ralf Bartels, der beim Sieg des US-Amerikaners Reese Hoffa (21,29) im Kugelstoßen mit 20,73 Metern den dritten Rang belegte.

dpa
21.08.2010 | Berlin

Erster ISTAF-Sieg an Europameisterin Betty Heidler

 

«Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass die Resonanz so gering war. Uns waren 10 000 Zuschauer angekündigt worden, doch die Werbung im Vorfeld unseres Wettkampf war einfach unzureichend», bedauerte Betty Heidler. Sie fand nur schwer in den Wettkampf und verbuchte die Siegerweite erst im letzten Versuch. Allerdings hätten auch ihre 74,53 Meter aus dem vierten Versuch knapp zum ersten deutschen Erfolg beim diesjährigen ISTAF gereicht. Das Stadionfest wurde in diesem Jahr in die zweitklassige World Challenge abgestuft und muss statt 2,5 Millionen mit einem Etat von 1,6 Millionen Euro auskommen. Dennoch haben die Veranstalter für alle Wettbewerbe erstklassige Teilnehmerfelder gewinnen können.

«Das Feld war absolut einer WM würdig, deshalb freue ich mich gleichermaßen über die Weite wie auch darüber, dass ich diese Top-Konkurrentinnen hinter mir lassen konnte», sagte Heidler, die sich nach dem EM-Titel in Barcelona etwas Ruhe gegönnt hatte und erst in der Vorwoche wieder ins leichte Training eingestiegen war. Sie wird in dieser Saison nur noch zwei Wettkämpfe in Neubrandenburg und Split absolvieren.

dpa

Ergebnisse Leichtathletik-World Challenge, ISTAF in Berlin

 Männer:

100 m:
1. Nesta Carter (Jamaika) 9,96 Sek. (+ 0,1 m/s); 2. Mario Forsythe (Jamaika) 10,11; 3. Richard Thompson (Trinidad und Tobago) 10,18; ...9. Alexander Kosenkow (Wattenscheid) 10,52

400 m:
1. Jermaine Gonzales (Jamaika) 44,90 Sek.; 2. Nery Brenes (Costa Rica) 45,47; 3. Kevin Borlée (Belgien) 45,64; ...6. Thomas Schneider (Potsdam) 46,43; 7. Kamghe Gaba (Frankfurt/Main) 46,48

800 m:
1. David Rudisha (Kenia) 1:41,09 Min. WR; 2. Boaz Lalang (Kenia) 1:44,34; 3. Abraham Kiplagat (Kenia) 1:44,49; ...10. Sören Ludolph (Braunschweig) 1:47,83

1500 m:
1. Silas Kiplagat (Kenia) 3:30,61 Min.; 2. Mekonnen Gebremedhin (Äthiopien) 3:31,57; 3. Augustine Kiprono Choge (Kenia) 3:31,81; ...9. Carsten Schlangen (Berlin) 3:36,50; Martin Conrad (Fürth) und Moritz Waldmann (Hannover) beide ausgeschieden

3000 m:
1. Tariku Bekele (Äthiopien) 7:28,99 Min.; 2. Vincent Kiprop Chepkok (Kenia) 7:31,41; 3. Edwin Cheruiyot Soi (Kenia) 7:33,21; ...12. Philipp Pflieger (Regensburg) 8:02,28; Arne Gabius (Tübingen) ausgeschieden

110 m Hürden:
1. Ryan Wilson (USA) 13,27 Sek. (+ 2,2 m/s); 2. Andrew Turner (Großbritannien) 13,30; 3. William Sharman (Großbritannien) 13,44; ...6. Alexander John (Leipzig) 13,75; 7. Matthias Bühler (Offenburg) 13,76; 8. Erik Balnuweit (Leipzig) 13,83

Weitsprung:
1. Christian Reif (Ludwigshafen) 8,06 m; 2. Salim Sdiri (Frankreich) 7,99; 3. Sebastian Bayer (Bremen) 7,98; ...10. Lucas Jakubczyk (Berlin) 7,43

Stabhochsprung:
1. Giuseppe Gibilisco (Italien) 5,71 m; 2. Lukasz Michalski (Polen) 5,61; 3. Giovanni Lanaro (Mexiko) 5,61; ...5. Richard Spiegelburg (Leverkusen) 5,61; 6. Fabian Schulze (München) 5,61; 8. Malte Mohr (München) 5,51; 9. Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) 5,51

Kugelstoß:
1. Reese Hoffa (USA) 21,29 m; 2. Tomasz Majewski (Polen) 21,26; 3. Ralf Bartels (Neubrandenburg) 20,73; ...7. David Storl (Chemnitz) 20,02

Diskuswurf:
1. Robert Harting (Berlin) 68,24 m; 2. Ben Harradine (Australien) 64,46; 3. Frank Casañas (Spanien) 64,36; ...7. Martin Wierig (Magdeburg) 60,74; 8. Markus Münch (Wedel/Pinneberg) 58,29

 

 

Frauen:

100 m:
1. Sherone Simpson (Jamaika) 11,09 Sek. (+ 0,4 m/s); 2. Kelly-Ann Baptiste (Trinidad und Tobago) 11,14; 3. Verena Sailer (Mannheim) 11,24

400 m:
1. Debbie Dunn (USA) 50,56 Sek.; 2. Kaliese Spencer (Jamaika) 50,64; 3. Shericka Williams (Jamaika) 50,85; ...7. Janin Lindenberg (Magdeburg) 52,20; 8. Jill Richards (Berlin) 53,81

800 m:
1. Caster Semenya (Südafrika) 1:59,90 Min.; 2. Cherono Koech (Kenia) 2:00,40; 3. Elisa Cusma Piccione (Italien) 2:00,44; ...9. Fabienne Kohlmann (Karlstadt) 2:01,12

100 m Hürden:
1. Priscilla Lopes-Schliep (Kanada) 12,57 Sek. (+ 0,4 m/s); 2. Perdita Felicien (Kanada) 12,71; 3. Carolin Nytra (Bremen) 12,75; ...8. Nadine Hildebrand (Kornwestheim) 13,14; 9. Cindy Roleder (Leipzig) 13,40

Hochsprung:
1. Ariane Friedrich (Frankfurt/Main) 1,97 m; 2. Antonietta di Martino (Italien) 1,97; 3. Ruth Beitia (Spanien) 1,93; ...9. Annett Engel (Potsdam) 1,80

Hammerwurf:
1. Betty Heidler (Frankfurt/Main) 75,35 m; 2. Anita Wlodarczyk (Polen) 74,43; 3. Tatjana Lysenko (Russland) 73,14; 4. Kathrin Klaas (Frankfurt/Main) 71,66

Speerwurf:

1. Christina Obergföll (Offenburg) 67,57 m; 2. Linda Stahl (Leverkusen) 61,82; 3. Kara Patterson (USA) 60,97; ...5. Katharina Molitor (Leverkusen) 60,64; 6. Esther Eisenlauer (Saarbrücken) 57,66

Homepage ISTAF: www.ISTAF.org

Homepage: www.lsb-berlin.de

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