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SPORT

 

22.10.2010 | Yeongam

Webber Formel-1-Schnellster - Vettel auf Platz 7

 

WM-Spitzenreiter Mark Webber hat auf der neuen Strecke in Yeongam die erste Tagesbestzeit aufgestellt - Teamkollege Sebastian Vettel war dagegen der Langsamste der fünf Formel-1-Titelkandidaten. Der Heppenheimer belegte in der zweiten 90-Minuten-Einheit den siebten Rang.

 

Mit seiner besten Rundenzeit von 1:39,204 Minuten für die 5,621 Kilometer lange Strecke lag der Deutsche im Red Bull 1,262 Sekunden hinter seinem Rennstallrivalen. «Es lief nicht ganz so gut», bekannte der 23-Jährige.

So landeten auch die weiteren drei Konkurrenten um die Krone beim ersten Herantasten an den Kurs vor Vettel. Der WM-Zweite Fernando Alonso schaffte es im Ferrari auch im Training zum ersten Großen Preis von Südkorea auf Rang zwei. Und das weltmeisterliche McLaren- Mercedes-Duo Lewis Hamilton/Jenson Button nährte seine Hoffnungen, weiter im WM-Rennen mitmischen zu können. Hamilton wurde Dritter, Button hinter dem Polen Robert Kubica im Renault Fünfter. «Es wird schwer, aber wir werden alles dransetzen. Es ist noch nicht vorbei, wir haben noch drei Rennen. Den Titel zu gewinnen, ist nicht unmöglich», meinte Hamilton.

 

Der 25-Jährige hat als Vierter 28 Punkte Rückstand auf Webber (220), Titelverteidiger Button als derzeitiger WM-Fünfter gar 31. Alonso (2.) und Vettel (3.) fehlen jeweils 14 Punkte zur Spitze.

 

Auf dem neuen Kurs blieben die befürchteten Komplikationen weitgehend aus. Einzig in einer Kurve löste sich ein zwei Meter breites Kunstrasenband. Zwar kamen einige Fahrer, darunter auch Vettel mal leicht vom Kurs ab und wirbelten weiteren Schmutz auf, größere Unfälle blieben aber aus.

Auch für die weiteren deutschen Piloten neben Vettel lief es eher durchwachsen, wobei die Zeiten beim Training, das vor allem der Abstimmung des Rennwagens dient, diesmal mit noch größer Vorsicht zu genießen sind als sonst. Nico Rosberg belegte im Mercedes Rang neun, Nick Heidfeld schob sich im Sauber als Elfter noch vor Rekordweltmeister Michael Schumacher im zweiten Silberpfeil. Adrian Sutil kam nicht über den 15. Platz hinaus: «Viel mehr habe ich nicht erwartet, warum sollte es anders als auf anderen Strecken sein», meinte der Gräfelfinger. Nico Hülkenberg wurde im Williams 16., Timo Glock im Virgin 21.

 

Vor den verwaisten Zuschauerrängen, an denen bis zur letzten Minute noch geschraubt worden war, zeigte sich Webber dagegen auch im Auto unaufgeregt. Just nachdem auch er von der Strecke abgekommen war und seinen Boliden auf der großen Auslauffläche wieder in den Griff bekommen hatte, fuhr er zwei Tage vor dem Rennen am 24. Oktober schon mal die schnellste Runde des Tages.

Quelle: dpa
21.10.2010 | Yeongam

Rutschgefahr für Formel 1 - Wo ist Vettel?

Beim Treffen der Titelkandidaten blieb Spektakuläres Mangelware. Im Training am Freitag könnte es anders werden. Auf dem frischen Asphalt drohen Dreher im Rundentakt. Die Piloten waren aber schon voll des Lobes - auch wenn Sebastian Vettel eine besondere Nagelprobe machte.

Formel 1 in Südkorea
Fotos

«Wo ist Sebastian», fragte der Moderator. Mit ein bisschen Verspätung nahm auch die deutsche Hoffnung Vettel auf dem Podium der fünf Formel-1-Titelkandidaten Platz und lobte gleich einmal die Verantwortlichen des neuen Korea International Circuit: «Sie haben einen guten Job gemacht, wenn man die ganzen Sorgen vorher bedenkt.» Dass er bei seinem Rundgang auf dem neuen Kurs auf einen Nagel unmittelbar neben dem Asphalt gestoßen war, behielt der Red-Bull-Pilot zunächst für sich.

Nachdem die Formel-1-Premiere in Südkorea wochenlang auf der Kippe gestanden hatte, brachte Vettels Red-Bull-Teamkollege und WM-Spitzenreiter Mark Webber die größte Sorge zum Ausdruck: «Die große Unbekannte ist das Griplevel und wie die Reifen aussehen werden», sagte der Australier, der mit einem Sieg einen weiteren Schritt Richtung WM-Titel machen kann - und will. Gelingt Webber der erste Erfolg seit dem 1. August und der fünfte in dieser Saison, hätte er mindestes 24 Punkte Vorsprung. In zwei Wochen in Brasilien könnte er dann schon vorzeitig den Titel klarmachen.

Der Weg dahin ist aber lang. Zuerst müssen sich alle Piloten an diesem Freitag auch im Auto mit dem 5,621 Kilometer langen Kurs vertraut machen. «Die Strecke macht einen sehr guten Eindruck. Zeitweise kommt man sich vor, als hätte man Kurven aus Monte Carlo oder Istanbul eingebaut», sagte Mercedes-Pilot Michael Schumacher. Teamkollege Nico Rosberg lobte ebenfalls die Fortschritte, sieht aber wie Webber die Gefahr, dass es «extrem glatt» sein wird. Auch die Auslaufzone in einem Bereich hält Rosberg für nicht ausreichend. Darüber werde man sicher noch mal reden, meinte er.

Erst mit den Runden dürfte die Haftung der Reifen auf dem neuen Asphalt zunehmen. Ohne Dreher wird das Training aber wohl kaum über die Bühne gehen. Für Fahrer und Mechaniker wird es schwer werden, für die Qualifikation am Samstag und das Rennen am Sonntag (08.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) die richtige Abstimmung für die Autos zu finden.

In punkto Strecke konnten die Südkoreaner aber bei den Fahrern schon mal punkten. «Ich bin positiv überrascht, wie fertig die Strecke schon aussieht», sagte Sauber-Pilot Nick Heidfeld. Landsmann Adrian Sutil fand sie «auf den ersten Blick sehr interessant». Dass am Rande immer noch weiter gebaut und Feintuning am Outfit betrieben wird, spielt für die Fahrer keine echte Rolle. Eine Begegnung mit einer Schlange, wie sie ein Medienvertreter bei seinem Rundgang machte, blieb den Fahrern dann auch erspart.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz geizten die Titelanwärter mit Kampfansagen. «Das Rennen ist für uns alle unbekannt», meinte Vettel, der auch ohne Jetlag mal ein leichtes Gähnen unterdrücken musste, sich räkelte oder auch mal einen Plausch mit dem WM-Vierten Lewis Hamilton hielt. WM-Primus Webber gab sich ausgesprochen cool, der fünftplatzierte Jenson Button antwortete britisch höflich auf alle Fragen, und der WM-Zweite Fernando Alonso war froh, wenn er sich den anderen vier einfach inhaltlich anschließen konnte.

Nur die Ruhe vor dem Sturm? Button und Hamilton könnten bereits aus dem WM-Rennen ausscheiden. Button hat 189 Punkte, Hamilton 192. «Es ist offensichtlich deutllich schwieriger für uns, die WM in diesem Jahr zu gewinnen, aber es ist definitiv noch möglich», betonte Button. Webber liegt allerdings mit bereits 220 Zählern vor dem 17. Rennen von 19 Saisonläufen an der Spitze. Alonso ist Zweiter (206), punktgleich aber dank eines Sieges mehr vor Vettel.

Und der kesse Hesse ließ es sich dann auch nicht nehmen, für den Höhepunkt der Pressekonferenz zu sorgen. Just als der Moderator seine nächste Frage stellen wollte, fiel ihm Vettel ins Wort und plädierte angesichts umfunktionierter Stundenhotels an die Organisatoren fürs nächste Jahr: «Was sie verändern könnten, ist die Hotelsituation für Teams und Medien, uns Fahrern geht es ja gut.»

Quelle: dpa

Korean International Circuit: www.koreangp.kr/KAVO_FRONT/
Formel-1-Homepage: www.formula1.com

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