SPORT
30.10.2010 | Berlin
Hertha weiter Spitzenreiter - Ziege droht das Aus

Hertha BSC bleibt nach dem 3:1 (1:1)-Sieg gegen den FC Ingolstadt 04 am 10. Spieltag Spitzenreiter in der 2. Bundesliga und ist im Fußball-Unterhaus weiter das einzige ungeschlagene Team.
Der Bundesliga-Absteiger führt nach dem achten Saisonsieg die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung auf Erzgebirge Aue an. Der MSV Duisburg kann am Montag noch auf zwei Zähler heranrücken.
Die Tage von Christian Ziege als Trainer von Arminia Bielefeld scheinen gezählt. Zum Auftakt des 10. Spieltags kassierte das seit sechs Spielen sieglose Schlusslicht eine bittere 1:2-Heimpleite im Kellerderby gegen den 1. FC Union Berlin. Damit verschärft sich die Lage um den glück- und erfolglosen Trainer. Doch Ziege will um seinen Job kämpfen. «Ich werde nicht aufgeben», sagte der Europameister von 1996 mit Blick auf sein «Endspiel» am kommenden Samstag beim FC Augsburg: «Es wird schwer, aber nichts ist unmöglich»

Raffael (17.), Waleri Domowtschijski (52.) und Adrian Ramos (69.) trafen vor 38 529 Zuschauern im Berliner Olympiastadion für die Hausherren. Das Tor für die abstiegsbedrohten Ingolstädter schoss Moritz Hartmann (22.). Nach der achten Saisonniederlage des Aufsteigers wird die Situation für Trainer Michael Wiesinger immer prekärer, zumal die Mannschaft des Tabellen-Vorletzten in Berlin wieder einmal sehr harmlos in der Offensive auftrat.
Der Karlsruher SC hat seine Talfahrt fortgesetzt und Trainer Markus Schupp noch mehr in die Schusslinie gebracht. Nach dem 2:4 (0:1) des abstiegsbedrohten Zweitligisten gegen den TSV 1860 München und nun sechs Spielen in Serie ohne Sieg droht dem 44-Jährigen das Aus. Auch die Tore von Alexander Iaschwili per Nachschuss nach einem Foulelfmeter (58.) und Stefan Müller (63.) konnten die dritte Heimniederlage nacheinander vor 14 870 Zuschauern nicht verhindern. Die seit sieben Spielen ungeschlagenen «Löwen» können sich nach dem Doppelpack von Benjamin Lauth (40./60.) sowie den Treffern von Kai Bülow (55.) und Dominik Stahl (80.) trotz des Zweipunkte-Abzugs wieder nach oben orientieren.
Nicht zu stoppen ist Erzgebirge Aue. Nach dem 2:1 im Verfolgerduell mit der SpVgg Greuther Fürth kletterten die Sachsen als Tabellenzweiter auf einen direkten Aufstiegsplatz. «Wir haben ein Superhoch», jubelte Aues Stürmer Enrico Kern. Der FSV Frankfurt unterstrich mit dem 2:0 gegen den SC Paderborn seine gute Form und verbesserte sich zunächst auf den fünften Rang.

«Zwei Siege aus drei Spielen», lautete das Ultimatum der Bielefelder Bosse für Arminen-Coach Ziege, der nach der achten Saisonpleite nun in Augsburg zum Siegen verdammt ist. Berlin feierte dank der Tore von Dominic Peitz (61.) und Karim Benyamina (73.) saisonübergreifend den ersten Auswärtssieg seit über einem Jahr und verschaffte sich etwas Luft im Abstiegskampf. Für die maßlos enttäuschenden Bielefelder traf Besart Berisha (63.).
Drei Tage nach dem Pokal-K.o. gegen Augsburg musste Fürth in der Liga nach dem 0:2 vor sieben Tagen in Berlin einen weiteren Dämpfer verkraften. Mit der ersten Heimniederlage der Saison verpassten die Franken den möglichen Sprung auf den zweiten Platz. Marc Hensel (12.) und Kern (58.) stellten den verdienten Sieg des seit sieben Spielen ungeschlagenen Aufsteigers sicher. Für Fürth traf Edgar Prib (14.). «Das war ein katastrophale Woche», stellte Fürths Thomas Kleine ernüchtert fest.
Mit dem FSV Frankfurt geht es weiter nach oben. Nach dem vierten Saison-Heimsieg schnuppern die Hessen als vorläufiger Tabellenfünfter an den Aufstiegsplätzen. Mike Wunderlich (51.) und Mario Fillinger in der Nachspielzeit erzielten die Tore für den FSV. Paderborn wartet immer noch auf den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison.
Quelle: dpa
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