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11.11.2010 | Berlin

«Kaiser» wird Privatier: Beckenbauer verlässt FIFA

 

Franz Beckenbauer hat genug vom Funktionärsleben. Der «Kaiser» zieht sich nun auch aus dem Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA zurück. Das große Fußball-Land Deutschland ist damit auf internationalem Parkett nur noch durch DFB-Boss Theo Zwanziger vertreten.

Der «Kaiser» zieht sich ins Privatleben zurück. Franz Beckenbauer hat vier Monate vor dem Ende seiner Amtszeit im FIFA-Exekutivkomitee den Rückzug aus dem höchsten Gremium des Fußball-Weltverbandes angekündigt. «Ich hatte und habe eine gute Zeit mit meinen Kollegen im FIFA-Vorstand, bei der UEFA und habe ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Sepp Blatter und Michel Platini. Ich bitte um Verständnis für meine Entscheidung», erklärte Beckenbauer.

Der Weltmeister von 1974, Weltmeister-Teamchef 1990 und Präsident des Organisationskomitees für die Weltmeisterschaft 2006 traf den Entschluss aus rein persönlichen und familiären Gründen, hieß es in der Mitteilung. Beckenbauer wünsche sich mehr Zeit für seine Familie und wolle vor allem nicht mehr so viel reisen. «Ich werde meine Aufgaben national und international drastisch reduzieren», hatte Beckenbauer schon kurz vor seinem 65. Geburtstag am 11. September gesagt.

Letzte wichtige Amtshandlung des Ehrenpräsidenten des FC Bayern München wird die Abstimmung zur Wahl der WM-Gastgeber 2018 und 2022 am 2. Dezember in Zürich sein. Beckenbauer war 2007 als Nachfolger von Gerhard Mayer-Vorfelder in die Weltregierung des Fußballs eingezogen. In den internationalen Gremien ist DFB-Präsident Theo Zwanziger als Mitglied der UEFA-Exekutive der einzige verbliebene Deutsche.

Beckenbauers Posten muss nicht zwingend von einem deutschen Repräsentanten wiederbesetzt werden. Zwanziger kündigte deshalb an, den vakanten Platz nicht kampflos zu opfern. «Wir werden jetzt ganz in Ruhe darüber nachdenken, wie wir uns für die im kommenden Jahr anstehende Wahl eines Nachfolgers aufstellen», sagte der DFB-Chef.

Der Rückzug des international profiliertesten deutschen Fußball-Botschafters wurde mit Bedauern aufgenommen. «Franz Beckenbauer ist ein exzellenter und in der ganzen Welt außerordentlich hoch geschätzter Vertreter des deutschen Fußballs», würdigte Zwanziger die Verdienste des «Kaisers».

Die Amtszeit Beckenbauers läuft im Frühjahr 2011 turnusgemäß nach vier Jahren ab. Gewählt wurde er vom Kongress des Europäischen Kontinentalverbandes UEFA, der nun bei seiner nächsten Zusammenkunft am 22. März in Paris auch einen Nachfolger für die Mitgliedschaft in dem zuletzt wegen der Korruptionsvorwürfe um die anstehende WM-Vergabe heftig umstrittenen FIFA-Gremium bestimmen muss.

Nur ein Jahr nach seinem Abschied vom Präsidenten-Amt beim FC Bayern zieht sich Beckenbauer damit von einem weiteren Funktionärsposten zurück. Im November 2009 hatte er den Chefsessel bei seinem Club für Uli Hoeneß geräumt.

«Das wird alles weniger werden. Ich habe das Recht, in ein Rentenalter zu treten und weniger zu tun. Ich habe eine Familie mit zwei Kindern, die ich nicht versäumen möchte. Nicht dass da plötzlich wie bei meiner ersten Ehe drei Kinder sind, so groß wie ich, und ich fragen musste, wo kommt ihr auf einmal eigentlich her, weil ich keine Zeit hatte», erklärte Beckenbauer vor seinem «65.».

Quelle: dpa

FC Bayern München: www.fcb.de

11.11.2010 | Berlin

Das FIFA-Exekutivkomitee

Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA ist die sogenannte Weltregierung des Fußballs. 24 Mitglieder gehören dem Gremium an, inklusive Franz Beckenbauer. Wegen Korruptionsvorwürfen um die bevorstehende Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 wurden im Oktober Reynald Temarii aus Tahiti und Amos Adamu aus Nigeria suspendiert.

Das Komitee wird durch den FIFA-Präsidenten geleitet. Die ständigen und operativen Ausschüsse beraten und unterstützen das Gremium in seiner Arbeit. Mitglieder sind der FIFA-Präsident, acht Vizepräsidenten und 15 Mitglieder. Das Exekutivkomitee tagt jährlich zweimal. Die Mandatsdauer der Mitglieder beträgt vier Jahre.

Das Exekutivkomitee legt die Termine, Spielorte und Formate der FIFA-Wettbewerbe wie der Weltmeisterschaft fest, beruft die FIFA-Delegierten für die Regelhüter des International Football Association Board und ist für die Ernennung/Abberufung des Generalsekretärs zuständig.

Aktuelle Mitglieder des Gremiums sind:

- FIFA-Präsident Joseph Blatter (Schweiz)

- die Vize-Präsidenten: Julio Grondona (Argentinien), Issa Hayatou (Kamerun), Chung Mong-Joon (Südkorea), Jack A. Warner (Trinidad und Tobago), Ángel María Villar Llona (Spanien), Michel Platini (Frankreich), Geoff Thompson (England) - SUSPENDIERT: Reynald Temarii (Tahiti)

- die weiteren Mitglieder: Michel d'Hooghe (Belgien), Ricardo Terra Teixeira (Brasilien), Mohamed bin Hammam (Katar), Senes Erzik (Türkei), Chuck Blazer (USA), Worawi Makudia (Thailand), Nicolás Leoz (Paraguay), Junji Ogura (Japan), Marios Lefkaritis (Zypern), Jacques Anouma (Elfenbeinküste), Franz Beckenbauer (Deutschland), Rafael Salguero (Guatemala), Hany Abo Rida (Ägypten), Witali Mutko (Russland) - SUSPENDIERT: Amos Adamu (Nigeria)

Exekutivkomitee auf FIFA-Homepage... »

Quelle: dpa

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