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Länderspiel Deutschland vs. Schweden am 17.11.2010
Fotos
18.11.2010 | Götebog

Trotz dem 0:0 in Götebog lobt der Nationaltrainer sein Team.

Die triste Nullnummer gegen Schweden zum Jahresende konnte die überschwängliche Jahresbilanz von Joachim Löw nicht trüben. «Es war ein fantastisches Jahr für die Nationalmannschaft. Wir haben in vielen Spielen Qualitätsfußball Made in Germany gezeigt», schwärmte der Bundestrainer.

De dritte Platz bei der Weltmeisterschaft und die Bilanz von zwölf Siegen, zwei Unentschieden und nur drei Niederlagen in den insgesamt 17 Länderspielen 2010 können sich absolut sehen lassen. Ein großes «Dankeschön» richtete Löw nach dem 0:0 in Göteborg an seine Spieler, auf dem Weg zur Europameisterschaft 2012 sieht er mit seiner stark verjüngten Mannschaft «sehr, sehr gute Perspektiven».

In der EM-Qualifikation steht die DFB-Auswahl nach vier Siegen als Tabellenführer glänzend da - und auch aus Göteborg nahm Löw wertvolle Erkenntnisse mit. Die vier Länderspiel-Debütanten Lewis Holtby, Marcel Schmelzer, Mario Götze und André Schürrle sowie die zum zweiten Mal eingesetzten Mats Hummels und Kevin Großkreutz wärmten ihm im kalten Schweden das Herz: «Diese jungen Spieler werden sich gut weiterentwickeln. Es ist unser Ziel, dass wir Richtung EM 2012 und WM 2014 Spieler haben, die nachkommen und den Konkurrenzkampf mit ihrer Klasse weiter anheizen.»

Ein besonderes Lob erhielt der Mainzer Holtby, der seine Talente auf der Spielmacher-Position andeuten konnte. «Er hat gute Lösungen, ein gutes Auge und große Ballsicherheit», sagte Löw. Auch der Dortmunder Hummels habe im Abwehrzentrum «absolut souverän» agiert. Und bei Super-Talent Götze imponiert dem Bundestrainer, wie gut er schon mit 18 Jahren ist. «Das habe ich in der Nationalmannschaft noch nicht häufig erlebt bei so einem ganz jungen Spieler», bemerkte Löw.

Zumindest für die vier Neulinge wird der Abend in Göteborg unvergesslich bleiben. «Auch wenn ich nur zwölf Minuten gespielt habe, war das heute eine wichtige Erfahrung für mich. Ich hatte ziemliches Herzrasen», sprudelte es aus Götze nach seiner späten Einwechslung heraus. Holtby schwärmte: «Ich habe einfach jede Minute genossen.» Die wenigen etablierten Kräfte um Kapitän Bastian Schweinsteiger hakten die Nullnummer rasch ab. «Zum Jahresabschluss muss man sich auch mal damit zufriedengeben», meinte Sami Khedira.

Der 20 Jahre alte Lewis Holtby hinterließ von den eingesetzten «Frischlingen» den besten Eindruck. Der Mainzer zeigte bei seinem Einstand keine Nervosität und wirkte in der Özil-Rolle von Beginn an sehr beweglich. In der 58. Minute verpasste Holtby mit einem Schuss aus spitzem Winkel seinen ersten DFB-Treffer nur knapp. Auch Marcel Schmelzer bemühte sich um Impulse im Aufbau, offenbarte aber auch noch manche Defizite. In der Schlussphase schickte Löw Schürrle und Götze als Neulinge Nummer 43 und 44 seiner Amtszeit auf den Rasen. Götze ist nun der jüngste Debütant der deutschen Länderspiel-Geschichte seit Uwe Seeler 1954.

In Abwesenheit der WM-Stars Philipp Lahm, Mesut Özil, Thomas Müller und Lukas Podolski sowie ohne Per Mertesacker, der auf der Bank Platz nahm, lag besonders viel Verantwortung auf den Schultern von Schweinsteiger und Khedira in der Spielzentrale. Der Aushilfs- Kapitän aus München war im Mittelfeld stets präsent und anspielbar, aber nicht der erhoffte große Antreiber. Auch Nebenmann Khedira ließ wesentliche Impulse nach vorne vermissen. Als nach einer Stunde Spielzeit das große Wechseln einsetzte, durften auch die beiden WM-Fahrer vorzeitig in die wärmende Kabine.

Bei eisiger Kälte kam die deutsche Elf schneller auf Betriebstemperatur und riss früh die Initiative an sich, doch die Angriffsbemühungen verpufften zunächst wirkungslos. In der 5. Minute bekam Mario Gomez den Ball nach einer schönen Flanke von Holtby nicht richtig unter Kontrolle. Auf der Gegenseite wirkten die Offensivversuche der ohne ihren etatmäßigen Sturmführer Zlatan Ibrahimovic spielenden «Tre Kronors» ausgesprochen bieder.

Die erste Schusschance für die Hausherren bot sich Pontus Wernbloom (27.), als Schmelzer eine Flanke passieren ließ. Im übrigen waren die Skandinavier fast nur darauf bedacht, das deutsche Kombinationsspiel zu unterbinden. Vier Minuten vor der Pause meisterte Andreas Isaksson im schwedischen Tor einen Schmelzer-Schuss (36.). Danach stand das Gäste-Gehäuse noch einmal im Blickpunkt, doch Ola Toivonen (41.) wusste mit der unverhofften Gelegenheit nichts anzufangen.

Nach dem Seitenwechsel bemühte sich die DFB-Elf den Druck zu erhöhen. Neun Minuten nach Wiederbeginn wurde ein Schussversuch von Khedira abgeblockt. Die größte Chance, das Länderspiel-Jahr doch noch mit einem Sieg abzuschließen, vergab der eingewechselte Toni Kroos (70.), der an Isaksson scheiterte.

Quelle: dpa

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