SPORT

Das Zweitliga-Derby
HERTHA BSC BERLIN VS. 1. FC UNION BERLIN
Mit Spannung wird das Stadt-Derby Hertha vs. Union erwartet! Das Berliner Olympiastadion ist
seit Wochen restlos ausverkauft. Jochen Trus am Morgen hat für Sie die letzten Tickets
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02.02.2011 | Berlin
Kontrollierte «Berliner Schnauze» vor Stadtderby
Der typische Berliner: Currywurst als Grundnahrungsmittel, Charme einer Litfaßsäule und große Klappe mit Ansagen ohne Komma. Vor dem Zweitliga-Stadtderby zwischen Hertha und Union lassen die Vereine zwar die Säbel rasseln - aber mit kontrollierter «Berliner Schnauze».
Die Hauptstadt erliegt dem Derby-Fieber: 74 244 Fans werden am Samstag (13.00 Uhr) ins Berliner Olympiastadion pilgern - zu einem Zweitliga-Fußballspiel. Doch die Partie zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin ist mehr: Nobelclub gegen Arbeiterverein, WM-Arena gegen Feierabend-Baumarkt-Stadion oder Aufstiegshoffnungen gegen Abstiegsangst - Brisanz pur. Die Verantwortlichen beider Vereine stimmen zwar in das mediale Säbelrasseln ein - aber mit kontrollierter «Berliner Schnauze».

Sein schelmisches Grinsen verliert Union-Manager Christian Beeck fast nie. Erst recht nicht, wenn das Stadtderby ansteht. «Ich kennen keinen Neid, aber ein paar Parkplätze würden wir schon nehmen», sagte der einstige Union-Kicker in der «B.Z.» (Mittwoch) auf die Frage, worum er die Hertha beneide. Sein Hertha-Kollege Michael Preetz entgegnete trocken: «Um nichts.»
Kleine verbale Scharmützel gepaart mit Respekt vor dem Gegner. Die beiden Konkurrenten versuchen im Vorfeld der Partie, erst gar kein Gift aufkommen zu lassen. «Dieses Spiel ist ein ganz besonderes Spiel für ganz Berlin. Ich hoffe auf ein friedliches Fußballfest», meinte Preetz. Sah Beeck ähnlich: «Die Menschen lieben dieses Spektakel, deshalb ist das Stadion auch ausverkauft.» Beim Hinspiel war es nicht anders: 18 400 Zuschauer sahen das 1:1 in der ausverkauften «Alten Försterei».

Hertha-Trainer Markus Babbel gab derweil eine eindeutige Marschrichtung vor. «Das sind wichtige drei Punkte. Und ich will sie unbedingt haben», sagte er der «Bild»-Zeitung (Mittwoch). Peter Niemeyer, der im Hinspiel getroffen hatte, meldete sich nach auskurierten Oberschenkelproblemen fit: «Ich bin heiß, endlich wieder angreifen zu können.»
Auf eigene Hauptstadt-Derby-Erfahren kann Union-Manager Beeck nur bedingt zurückgreifen. Zu DDR-Zeiten galten die Spiele Union gegen den BFC Dynamo als die Prestige-Duelle: «In der C- und B-Jugend habe ich mit Union gegen die aus Hohenschönhausen gespielt. Auf schwarzer Asche - und immer gewonnen.» Auf Ähnliches hofft er nun für seinen Club im Duell mit der «Alten Damen» Hertha BSC. Einig sind sich Preetz und Beeck in einem Punkt. Beide sagten: «Hertha steigt auf und Union hält die Klasse.» Wäre für Berlin ein Segen, um den Makel abzulegen, einzige Hauptstadt Europas ohne Erstliga-Fußballverein zu sein.
Quelle: dpa

30.01.2011 | Berlin
Vor Derby: Hertha obenauf, Alarmglocken bei Union
Vorfreude in Charlottenburg, Alarmglocken in Köpenick: Vor dem Berliner Stadt-Duell könnten die Vorzeichen bei den Fußball-Zweitligisten Hertha BSC und 1. FC Union unterschiedlicher kaum sein. Während Hertha mit dem souveränen 3:1 in Bielefeld die Tabellenführung festigte und nun voller Selbstvertrauen in das Derby am Samstag geht, steckt Union nach der 0:2-Pleite gegen den SC Paderborn wieder mittendrin im Abstiegskampf. «Die Alarmglocken waren bei uns nie ausgeschaltet», meinte Trainer Uwe Neuhaus am Montag beim Auslaufen seiner Spieler.
Zu dem mit Spannung erwarteten Match im bereits ausverkauften Olympiastadion gegen die Hertha-Überflieger meinte der Coach: «Ich analysiere und gucke, wo man sie packen kann.» Union gehe als klarer Außenseiter in die Partie. «Das ist ein Spiel, worauf sich jeder absolut freuen muss, wenn er vor 75 000 Zuschauern auflaufen kann. Schon allein daraus muss jeden die Motivation ziehen können.»

In der Woche vor dem Derby hat Neuhaus seinen Schützlingen keinen Tag frei gegeben, «wir müssen uns auf den absoluten Teamgeist besinnen», so der Coach. Die Köpenicker bangen um den Einsatz von Michael Parensen nach einer Innenband-Blessur. Christoph Menz klagt über Oberschenkelprobleme, sein Einsatz am Samstag ist noch offen.
Eitel Sonnenschein herrscht dagegen bei Hertha, und selbst ein Schlag auf Raffaels linken Fuß in der Partie gegen Bielefeld bereitet dem Tabellenführer kaum Sorgen. Eine Untersuchung am Montag ergab keine gröbere Verletzung, sodass der Brasilianer - mit zwei Toren bester Akteur gegen Paderborn - am Samstag wohl spielen kann.
Schon kurz nach dem Schlusspfiff in Bielefeld galt die ganze Konzentration dem mit Spannung erwarteten Match gegen Union. «Wir kehren mit breiter Brust nach Berlin zurück - und erwarten einen Derby-Sieg», betonte Kapitän Mijatovic.




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