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SPORT

 

21.02.2011 |  Manama/Berlin

Zum ersten Mal: Rennabsage nach Bahrain-Unruhen

Es ging nicht anders, die Vernunft hat gesiegt. Knapp drei Wochen vor dem geplanten WM-Start haben die Veranstalter in Bahrain das Rennen abgesagt. Das Land will sich auf die Lösung seiner Probleme konzentrieren.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 haben politische Unruhen zur Absage eines Rennens geführt. Drei Wochen vor dem geplanten WM-Auftakt im Königreich Bahrain am 13. März strichen die Veranstalter den Grand Prix. «Zum jetzigen Zeitpunkt gilt die gesamte Aufmerksamkeit des Landes dem Aufbau eines neuen Dialogs für Bahrain», erklärte Kronprinz Scheich Salman bin Hamad al-Chalifa am Montag. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber des Militärs hatte zuvor Formel-1-Boss Bernie Ecclestone höchstpersönlich am Telefon über die Entscheidung informiert.

Fast auf die Minute genau mit dem Testende im fernen Barcelona erfolgte die Absage - zum ersten Mal in der Formel 1 aus politischen Gründen. 1985 konnte der Große Preis von Belgien wegen Problemen mit dem neuen Asphalt nicht durchgeführt werden. «Es ist traurig, dass Bahrain das Rennen zurückziehen musste», sagte Ecclestone.

Die Saison startet nun erst am 27. März in Australien und umfasst vorerst 19 statt wie geplant 20 Rennen. «Es wäre schön gewesen, normalerweise nach Bahrain zu gehen, nun müssen wir ein bisschen länger bis zum ersten Rennen warten», meinte Sebastian Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber, der nun mit seinem Heimrennen in Melbourne in die Saison startet. Auch die letzten Tests dafür sollen nun in Barcelona vom 8. bis 11. März stattfinden, bestätigte das Williams-Team auf seiner Homepage.

Man freue sich aber darauf, bald wieder in Bahrain zu sein, erklärte Ecclestone in der Mitteilung des «Bahrain International Circuit». Er hatte 2004 mit seinem Tross erstmals in dem Ministaat Station gemacht. Ob und wenn ja, wann das Rennen nachgeholt wird, ist jedoch offen. Eine Entscheidung darüber sei nicht getroffen worden. In einer Mittelung des Internationalen Automobilbverbandes FIA hieß es aber schon, dass man die Entscheidung der Bahrain-Verantwortlichen das Rennen unterstütze, dass den Grand Prix «zu verschieben».

Durch den Rückzug der Veranstalter dürften sie von der Zahlung der rund 35 Millionen Dollar als Gastgeber allerdings nicht entbunden sein, was auch für eine spätere Ansetzung spricht. Spekuliert wurde mit einem Termin vor oder nach dem Großen Preis im benachbarten Abu Dhabi (13. November). Gegebenenfalls müsste das Finale in Brasilien dann um eine Woche auf das zweite Adventswochenende verschoben werden.

Die Formel 1 atmet aber erst einmal auf. «Unser wichtigstes Anliegen ist es, die Sicherheit unserer Team-Mitglieder zu gewährleisten. Wir begrüßen und unterstützen die Entscheidung, den Grand Prix von Bahrain abzusagen», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der Nachrichtenagentur dpa.

Scheich al-Chalifa erklärte die Entscheidung, das Rennen am 13. März nicht stattfinden zu lassen: «Nach den Ereignissen in den vergangenen Wochen, hat es für die Nation Vorrang, diese Tragödie zu überwinden.»

In den vergangenen Tagen waren bei den Demonstrationen auf den Straßen Manamas, wo die Teams und Medienvertreter zumeist während der Rennwochenenden untergebracht sind, vier Menschen getötet worden. Nach den Unruhen waren bereits die Rennen der GP Asia Serie am vergangenen Wochenende abgesagt worden.

«Das Wichtigste ist im Moment, dass Bahrain wieder unter Kontrolle kommt - die Formel 1 ist gerade jetzt nicht wichtig für Bahrain», hatte Webber in einem Interview auf der offiziellen Formel-1-Homepage schon vor der Absage betont. In Barcelona hatte der Australier am Rande der Testfahrten wohl praktisch allen aus dem Herzen gesprochen: «Wenn man hört, dass Menschen ihr Leben verlieren, ist das eine Tragödie.»

Mit dem Rennen fallen auch die Testfahrten in Bahrain aus. Diese sollten eigentlich vom 3. bis 6. März über die Bühne gehen. Die Teams hatten auf eine Entscheidung am Montag gedrängt. Das sportliche Geschehen mit der Testbestzeit von Ferrari-Fahrer Felipe Massa griet am Tag der Absage des Auftaktrennens völlig in den Hintergrund. «Ich hoffe, dass die Formel 1 und alle unsere Freunde auf der Welt diese Entscheidung zu dieser schwierigen Zeit verstehen», sagte der Vorsitzende des Bahrain International Circuit, Zayed R. Alzayani.

Quelle: dpa


Bericht gulfnews.com, englisch: http://gulfnews.com/sport/motorsport/bahrain-grand-prix-to-be-rescheduled-to-end-of-season-1.765003

 

Formel 1: www.formula1.com

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