SPORT

16.05.2011 | Leipzig
Nachfolger für den Handball-Bundestrainer noch unklar
Ende der Spekulationen: Heiner Brand wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa zum 30. Juni als Handball-Bundestrainer zurücktreten. Offiziell soll dies am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Sportschule Kamen-Kaiserau bekanntgegeben werden.
Der 58-Jährige, der als Spieler und Trainer Weltmeister wurde, soll künftig eine andere verantwortliche Position im Deutschen Handballbund (DHB) übernehmen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Als erste Anwärter gelten Brands Co-Trainer Martin Heuberger und der Isländer Dagur Sigurdsson von Bundesligist Füchse Berlin.
Brand bereitet derzeit die Nationalmannschaft in einem Kurzlehrgang auf die bevorstehenden Qualifikationsspiele zur EM 2012 in Serbien vor. Die beiden Partien am 8. Juni in Innsbruck gegen Tabellenführer Österreich und am 12. Juni in Trier gegen Lettland sind die letzten Spiele für Brand als Bundestrainer. Aus den beiden Begegnungen braucht das DHB-Team drei Punkte, um die EM-Teilnahme zu sichern. Die EM ist auch die letzte Möglichkeit, sich für Olympia 2012 zu qualifizieren.

Brands Vertrag als Bundestrainer läuft ursprünglich bis zum 30. Juni 2013. Der Gummersbacher hatte das Amt am 1. Januar 1997 als Nachfolger des glücklosen Arno Ehret übernommen. Dieser hatte zuvor die Qualifikation für die WM 1997 in Japan verpasst.
Der Gummersbacher hatte nach dem enttäuschenden elften Platz bei der WM zu Jahresbeginn in Schweden seine Zukunft offen gelassen und damit Spekulationen über einen Rücktritt genährt. Bereits unmittelbar nach Abschluss mit der schlechtesten WM-Platzierung einer deutschen Mannschaft war eine «Task Force» gegründet worden. Der sechsköpfigen Arbeitsgruppe «Unterstützung Nationalmannschaft» gehören neben Brand DHB-Präsident Ulrich Strombach, Vizepräsident Horst Bredemeier sowie vonseiten der Bundesliga Reiner Witte als Präsident des Ligaverbandes HBL und die Clubmanager Volker Zerbe (Lemgo) und Bob Hanning (Berlin) an.
Das Gremium sollte nach Wegen aus der Krise des deutschen Männer-Handballs suchen, nachdem die Auswahl des DHB bereits bei der EM 2010 nur den zehnten Platz belegt hatte. Im Zuge dessen wurde auch die Suche nach einem potenziellen Nachfolger für Brand aufgenommen.
Im April hatten Gespräche mit den möglichen Kandidaten Staffan Olsson (Nationaltrainer Schweden), Heuberger, Velimir Petkovic (Frisch Auf Göppingen) und Sigurdsson stattgefunden. Nach dpa-Informationen kommen nur noch Heuberger und Sigurdsson als Brand-Nachfolger in Frage. Der Isländer Alfred Gislason, Trainer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel, hatte bereits zuvor abgewunken.




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