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27.06.2011 | London
Tennis-Wunder Sabine Lisicki setzt ihre Wimbledon-Show fort
Die wunderbare Wimbledon-Reise von Sabine Lisicki geht weiter. Die Weltranglisten-62. hat durch das 7:6 (7:3), 6:1 über die Tschechin Petra Cetkovska ihren Siegeszug bei den 125. All England Championships fortgesetzt und zum zweiten Mal das Viertelfinale erreicht.
«Es ist einfach ein tolles Gefühl. Vor der Rasen-Saison wusste ich nicht, wo ich stehe, und jetzt bin ich wieder im Viertelfinale», jubelte die überglückliche Lisicki.
In der Runde der letzten Acht wartet am Dienstag auf großer Bühne der Knaller gegen Ex-Finalistin Marion Bartoli, die überraschend Titelverteidigerin Serena Williams aus den USA mit 6:3, 7:6 (8:6) aus dem Turnier warf. Bei ihrem Wimbledon-Debüt 2008 hatte Lisicki noch in zwei Sätzen gegen die Französin verloren, diesmal ist die Berlinerin keinesfalls chancenlose Außenseiterin. Zumal sie gegen Bartoli insgesamt eine positive Bilanz von 2:1-Siegen hat und zuletzt im Frühjahr in Charleston gewann. «Für mich ist jedes weitere Match ein Geschenk. Ich freue mich auf die nächste Runde», sagte Lisicki.

An den Traum vom möglichen Turniersieg mag die Geheimfavoritin dagegen keinen Gedanken verschwenden: «Ich denke wirklich nur von Match zu Match. Aber es werden noch Brocken kommen.»
Dank des Viertelfinal-Einzugs, der ihr 137 500 Pfund (154 727 Euro) garantiert, macht Lisicki in der Weltrangliste einen riesigen Sprung nach vorn. Von Rang 62 wird sie unter die Top 35 vorstoßen - und für die Aufschlag-Gigantin ist noch mehr möglich. «Es macht Spaß zu sehen, wie viel Potenzial da ist», kommentierte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner die dritte Viertelfinal-Teilnahme in Serie eines ihrer Asse. Zuletzt war Andrea Petkovic in Melbourne und Paris unter den letzten Acht vertreten.
Eine Stunde bevor Serena Williams und die Weltranglisten-Neunte Bartoli ihre Gegnerin ermittelten, betrat Lisicki bei brütender Hitze Court 12. Gegen die Weltranglisten-81. aus Tschechien war der 21-Jährigen zu Beginn die Nervosität anzumerken. Ihr Service ließ sie im Stich, die Power-Frau agierte ungewohnt passiv. «Ich habe den Anfang verschlafen», gab Lisicki zu. Es spricht aber für die zweifache WTA-Turniersiegerin, dass sie sich nach dem 2:4-Rückstand schnell zurückkämpfte. Und im Tiebreak war Lisicki, die 2010 nach einer Operation am Sprunggelenk monatelang ausfiel, die klar bessere Spielerin.

Beflügelt von dem umkämpften Satzgewinn, legte die einstige Nummer 22 der Tennis-Welt anschließend den Turbo ein. Zwei frühe Breaks zum 1:0 und 3:0 brachten die Entscheidung, Cetkovska war demoralisiert. Nach 68 Minuten gewann Lisicki - der zehnte Rasen-Sieg in Serie war perfekt. «Ich genieße jede Minute, die ich auf dem Platz stehe, weil ich weiß, wie schnell es vorbei sein kann», betonte sie.
Schon jetzt ist Lisicki die zweiterfolgreichste Spielerin der Wimbledon-Geschichte, die dank einer Wildcard ins Rennen ging. Vor drei Jahren zog die Chinesin Zheng Jie sensationell ins Halbfinale ein, dies scheint auch für Lisicki möglich.
2009 war die in Florida lebende Blondine an der Church Road schon einmal in die Runde der letzten Acht gestürmt. Dort kam für sie gegen die damalige Weltranglisten-Erste Dinara Safina das Aus. «Ich fühle mich besser als vor zwei Jahren», sagte Lisicki. War sie 2009 noch eine unbedarfte 19-Jährige, so reiste sie diesmal nach dem Sieg in Birmingham mit der Gewissheit an, auf Gras alle schlagen zu können. «Ich liebe Wimbledon, ich liebe Rasen», so ihr Erfolgsgeheimnis.
Quelle: dpa
Spielpläne und Ergebnisse aus Wimbledon: www.wimbledon.com




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