Heimkino-Tipp: Die Morde von Madrid

Madrid 2011: Der Papst und Millionen Pilger werden erwartet. Unter ihnen ein Serienkiller

Pönis
4.5 von 5 Sternen

Die Morde von Madrid

Genre: Krimi/Thriller

Produktion: Spanien 2016

Laufzeit: 111 Minuten

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Regie: Rodrigo Sorogoyen

Darsteller: Antonio de la Torre, Roberto Álamo, Javier Pereira 

 

Zur Filmseite: www.alive-ag.de

VÖ: 27. April 2018

Zum Film:

Madrid, Sommer 2011. Die Wirtschaftskrise, politische Unruhen und Proteste prägen das Bild der spanischen Hauptstadt. Gerade jetzt droht der Polizei weiteres Konfliktpotential, denn anderthalb Millionen Pilger, die auf die Ankunft des Papstes warten, versammeln sich in der Metropole. Das Chaos scheint vorprogrammiert und extreme Temperaturen tun ihr Übriges.

Vor diesem prekären Hintergrund müssen die Ermittler Velarde (Antonio de la Torre) und Alfaro (Roberto Álamo) so schnell und vertraulich wie möglich einen Serienkiller stoppen, denn die Öffentlichkeit soll von diesen Vorfällen nichts erfahren. Die intensive Jagd auf den Mörder hat äußerste Priorität, während die Uhr unerbittlich tickt. Können sie den Killer vor der Ankunft des Pontifex überführen und die Mordserie stoppen? ... (AL!VE)

Die Morde von Madrid | Foto: Indeed Film

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...)  meine gute Güte, was entstanden in den letzten Jahren doch für Thriller-Spitzenwerke in Spanien. Dabei müssen sie hierzulande übers Heim-Kino entdeckt werden, denn Filme wie "Der unsichtbare Gast"; "The Body - Die Leiche"; "La Isla Minima - Mörderland"; "El Bar - Frühstück mit Leiche" oder "Einer gegen Alle - Trau niemals einem Dieb" kamen erst gar nicht oder - im Film-Falle von "La Isla Minima - Mörderland" - nur ganz kurz und wenig beachtet - in unsere Lichtspielstätten.

Ein neues Beispiel für bessere (An-)Spannung liefert der kunstvoll gestrickte, 2015 gedrehte, 2016 auf dem Filmfestival von San Sebastián entdeckte  und jetzt erst zu uns gekommene Genre-Streifen "Que Dios nos perdone", etwa: "Möge Gott uns retten/vergeben". Der im "realen" Sommer von 2011 in der spanischen Hauptstadt angesiedelt ist. Kurz vor den Kommunal- und Regionalwahlen. Wo die Temperaturen auf Extremwerte angestiegen sind, die politischen Demonstrationen gegen die Wirtschaftskrise zunehmen und anderthalb Millionen Pilger in Erwartung des bevorstehenden Papst-Besuches unterwegs sind. In der Metropole herrscht eine greifbare explosive Stimmung. Auch bei der Polizei, denn ausgerechnet jetzt beschäftigt die Ermittler auch noch eine Serie von Morden an älteren Frauen. Um nicht noch einen weiteren öffentlichen Funken zu zünden, unterliegt dieser brandaktuelle Kriminalfall der absoluten Schweigepflicht. Zuständig für die Ermittlungen sind die beiden Polizisten Velarde (ANTONIO de la TORRE) und Alfaro (ROBERTO ÁLAMO), die ein Paar in Figura "verklemmter Dustin Hoffman" mit Sprachfehler (Velarde) und "Bud Spencer-Dampframme" (Alfaro) abgeben. Die selbst alles andere als koscher sind und bei denen sich privat wie beruflich so einiges selbst im Argen befindet. Velarde gibt sich "ungelenk", Alfaro hat gerade eine Therapie gegen seine ständigen aggressiven jähzornigen Ausraster hinter sich. Beide gehören an sich selbst auf die Psycho-Couch und sind nun dafür verantwortlich, den Killer "still" zu überführen. Wie soll das funktionieren?

Überzeugende zwiespältige "Bullen"-Charaktere, die alles andere als "Helden" sind; packende Motive aus dem lodernden Hitze-Madrid; eine berstende atmosphärische wie emotionale Dauer-Anspannung um einen intelligenten Verrückten, die alte Frauen hasst: Der Film "DIE MORDE VON MADRID", für 6 "Goyas" nominiert (und mit einer Trophäe für Antonio de la Torre bedacht), weiß sich in fiebrig Positur zu bringen. Für eine ständige  fesselnde Spannungssteigerung zu sorgen, um schließlich mit einem verblüffenden Finale aufzuwarten. Aus der Ferne winkt dabei der David Finchers eigenwilliger Thriller-Klassiker "Zodiac" aus dem Jahr 2007.

Das hiesige Heimkino hat einen weiteren "Spanien-Hit".

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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