Heimkino-Tipp: Hidden Figures

Drama um 3 afroamerikanische weibliche Mathegenies, die in den 40ern die NASA unterstützen

Pönis
4.5 von 5 Sternen

Hidden Figures

Genre: Biopic/Drama

Produktion: USA 2016

Laufzeit: 127 Minuten

FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Regie: Theodore Melfi

Darsteller: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Kirsten Dunst, Kevin Costner, Kirsten Dunst

 

Zur Filmseite: www.fox.de

VÖ: 14. Juni 2017

Zum Film:

HIDDEN FIGURES – UNERKANNTE HELDINNEN ist die bisher noch nicht erzählte, unglaubliche Geschichte von Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughn (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe). Eine leidenschaftliche Hommage an drei herausragende afroamerikanische Frauen, die zu Beginn der sechziger Jahre bei der NASA arbeiten und an vorderster Front an einem der wichtigsten Ereignisse der jüngeren Zeitgeschichte beteiligt sind.

Die brillanten Mathematikerinnen sind Teil jenes Teams, das dem ersten US- Astronauten John Glenn die Erdumrundung ermöglicht. Eine atemberaubende Leistung, die der amerikanischen Nation neues Selbstbewusstsein gibt, den Wettlauf ins All neu definiert und die Welt aufrüttelt. Dabei kämpft das visionäre Trio um die Überwindung der Geschlechter- und Rassengrenzen und ist eine Inspiration für kommende Generationen, an ihren großen Träumen festzuhalten.… (Twentieth Century Fox)

Hidden Figures | Foto: Twentieth Century Fox

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Am Beginn: Der Schock in den USA ist groß, als die Russen mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All transportierten. "Wir auch, und möglichst bald", lautet das wütende wie fiebrige Regierungs-Motto für die NASA. Al Harrison (KEVIN COSTNER), Chef der neu gegründeten "Space Task Group", treibt seine Crew, bestehend aus hochkarätigen männlichen weißen Wissenschaftlern, unaufhörlich an, endlich brauchbare Ergebnisse zu liefern.

Abseits von ihnen, in einer weit entlegenen Abteilung, arbeitet ein gänzlich weibliches Team von "menschlichen Computern", von denen viele afroamerikanische Mathematik-Lehrerinnen sind. Drei von ihnen, Freundinnen, zeichnen sich durch "besondere Begabungen" aus: Katherine G. Johnson (TARAJI P. HENSON), die mit nur zehn Jahren die Highschool besuchte, mit 18 ihr Examen in Mathematik und Französisch mit Auszeichnung abgeschlossen hatte und als erste afroamerikanische Frau ein Graduierten-Studium an der West Virginia Universität aufnahm. Seit 1953 ist sie in Langley, und während sie für die NASA arbeitet, ist sie alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Dorothy Vaughn (OCTAVIA SPENCER) war 19, als sie ihr College-Examen in Physik und Mathematik ablegte. Mary Jackson (JANELLE MONÁE) ist ebenfalls Absolventin in Physik und Mathematik und ist seit 1951 in Langley tätig. Trotz ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten und Talente hat sich das Trio mit den Gegebenheiten des "normalen" alltäglichen Rassismus längst abgefunden. "Ich habe nichts gegen Ihresgleichen", bemerkt einmal die weiße Vorgesetzte Vivian Michael (KIRSTEN DUNST) zu Mary Jackson; "Ich bin sicher, dass sie das glauben", lautet deren Antwort.

Als Al Harrison mitbekommt, wer hier in seinem Team für starke technische Argumente mit-sorgt, sorgt er auch dafür, dass Neuling Katherine für den täglichen Toilettengang nicht extra meilenweit rennen muss, weil es für Schwarze in seinem Gebäude keine Toiletten gibt: Eigenhändig schlägt er das Trennschild bei "seiner" Toilette ab: "Bei der NASA pinkeln wir alle in derselben Farbe".

Und als Astronaut John Glenn (GLEN POWELL) schließlich ins All fliegen soll, beharrt er auf Katherines hypergenaue Daten, bevor er abhebt, weil der Computer ungenaueres Material liefert ("Lasst das Mädchen die Zahlen checken. Und wenn das Mädchen sagt, sie sind gut, bin ich bereit").

Kleine, aber wichtige Episoden eines Spielfilms, der überzeugend-klug davon handelt, wie dumm, "ungeschickt" und ausgesprochen dämlich es ist, wenn in Verbindung mit dem Begriff "Starkes Geschlecht" Männer "bevorzugt" werden. Und wie vortrefflich und von großem Nutzen es sein kann, wenn gescheite Frauen natürlich und selbstverständlich in allen Bereichen gesellschaftlichen (und politischen) Lebens "vorne" bzw. "oben" mitmischen. Regisseur THEODORE MELFI hat mit "HIDDEN FIGURES" einen äußerst unterhaltsamen wie geistreichen Film geschaffen, der für die "Oscar"-Verleihung gleich für drei Kategorien nominiert wurde, darunter für den "Besten Film" und für "Katherine" TARAJI P. HENSON, die bereits für ihre Rolle in Der seltsame Fall des Benjamin Button" 2008 eine "Oscar"-Nominierung  bekam.

P.S.: Katherine G. Johnson, heute 98 Jahre alt, ist die letzte Überlebende des Freundinnen-Trios. Im letzten Bild überreicht ihr Präsident Barack Obama 2015 für ihre Lebensleistung die Auszeichnung "Presidential Medal of Freedom". Im Presseheft wird sie zitiert: "Eine Frau ist immer besser als ein Mann, wenn mehrere Dinge gleichzeitig erledigt werden müssen, das war also kein Problem". 

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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