Heimkino-Tipp: Kedi - Von Katzen und Menschen

Ein Film aus Katzenperspektive in wunderschönen, berührenden Bildern

Pönis
4 von 5 Sternen

Kedi - Von Katzen und Menschen

Genre: Dokumentarfilm

Produktion: Türkei/USA 2016

Laufzeit: 80 Minuten

FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Regie: Ceyda Torun

Darsteller:

 

Zur Filmseite: www.weltkino.de

VÖ: 15. Dezember 2017

Zum Film:

Tausende von Katzen streifen täglich durch die Straßen von Istanbul. Sie gehören niemandem und sind doch ein fester Bestandteil der Gesellschaft. Frei, unabhängig und stolz leben sie seit vielen Jahren inmitten der Menschen, schenken ihnen Ruhe und Freude, aber lassen sich nie besitzen. Ceyda Toruns faszinierender Dokumentarfilm begleitet sieben von ihnen durch den Alltag, jede einzelne von ihnen ist einzigartig und von außergewöhnlichem Temperament. Die Kamera folgt ihnen durch lebhafte Märkte, sonnige Gassen, Häfen und über die Dächer der Stadt – und fängt ihre besondere Beziehung zu den Menschen ein, deren Leben sie nachhaltig beeinflussen.

Kino aus Katzenperspektive: In wunderschönen, berührenden Bildern erhält der Zuschauer Einblicke in das Leben dieser gleichsam anmutigen wie rätselhaften Tiere und ihr außergewöhnliches Verhältnis zu den Menschen. In den USA gelang dem Dokumentarfilm innerhalb kürzester Zeit ein überraschender Box-Office-Erfolg. Auch hierzulande verzauberte KEDI – VON KATZEN UND MENSCHEN knapp 55.000 Kinobesucher. (Quelle: Weltkino Filmverleih GmbH)

Kedi - Von Katzen und Menschen | Foto: Weltkino Filmverleih GmbH

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Dieser Dokumentarfilm ist – in erster Linie – ein KATZEN-MOVIE, und deshalb ist er (von vorne herein) gut. Obwohl Einwände zuhauf eigentlich anzubringen wären. Eigentlich: Zum Beispiel in Sachen Kastrations-Pflicht, die dafür sorgen würde, dass sich nicht so viele dieser Glückswesen auf den Straßen befinden würden. Oder: Diese zunehmenden baulichen Veränderungen, die Katzen mehr und mehr vertreiben. Werden. Aber dies ist hier nicht das vorgegebene Film-Thema. Vielmehr lautet das Thema: Ihr wunderbaren Katzen von Istanbul. Die dort offensichtlich alle Narrenfreiheiten haben und von sie versorgenden Menschen viel geliebt werden. Zumeist aus der tief-gelegenen Perspektive der Tiere und mit Bild-Unterstützung von Drohnen fingen Kameramann Charlie Wuppermann und die Regisseurin Ceyda Torun über zwei Monate lang diese Asphalt-Überlebenskünstler ein. Darunter die weiß-gelb gescheckte, gelbäugige SARI („Die Gaunerin“); darunter die grau-braun gescheckte, mit smaragdfarbenen Augen versehene BENGÜ („Die Liebhaberin“); darunter die schwarz-weiße, kurzhaarige, grünäugige, mit stechendem Blick und trotzigem Gang „argumentierende“ PSIKOPAT („Die Psychopathin“) oder der grau-weiße, grünäugige, etwas pummelige DUMAN („Der Gentleman“), der in den Eigentümern eines extravaganten Feinschmecker-Restaurants Verbündete gefunden hat.

Ihr Einfach-nur-Da-Sein, ihr individuelles Verhalten, ihre Bedeutung für die kommentierenden Menschen  – Katzen werden in Istanbul ähnlich betrachtet und behandelt wie Kühe in Indien. „In Istanbul ist die Katze mehr als nur eine Katze. Die Katze verkörpert das unbeschreibliche Chaos, die Kultur und die Einzigartigkeit, die Istanbul ausmacht“, heißt es einmal. Sowie: „Man sagt, Katzen wissen, dass wir nicht Gott sind… sie wissen, dass wir nur die Mittelsmänner sind“.

Ceyda Torun im Presseheft: „Die Begegnung mit Katzen ist die einzigartige Möglichkeit des Menschen, mit einem Tier mit Charme, Intellekt und Autarkie zu koexistieren“. Sagte ich es schon, ich liebe Katzen. Und deshalb diesen Film.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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