Heimkino-Tipp: Kong: Skull Island

«King Kong»-Neuauflage, die diesmal auf der Heimatinsel des Riesenaffen spielt

Pönis
4 von 5 Sternen

Kong: Skull Island

Genre: Action/Abenteuer/Fantasy

Produktion: USA 2016

Laufzeit: 114 Minuten

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Regie: Jordan Vogt-Roberts

Darsteller: Samuel L. Jackson, Tom Hiddleston, Brie Larson, John C. Reilly

 

Zur Filmseite: www.kongskullislandmovie.com

VÖ: 3. August 2017

Zum Film:

Ein sehr vielfältiges Team aus Wissenschaftlern, Soldaten und Abenteurern, wagt sich gemeinsam auf eine unerforschte Pazifikinsel: Die Insel birgt nicht nur Naturschönheiten, sondern auch große Gefahren, weil die Entdecker nicht ahnen, dass sie in das Revier des gewaltigen Kong eindringen.

Weitab von der Zivilisation kommt es dort zur ultimativen Konfrontation zwischen Mensch und Natur. Schnell entwickelt sich die Forschungsreise zum Überlebenskampf, in dem es nur noch darum geht, dem urweltlichen Eden zu entkommen. Denn Menschen haben dort nichts verloren. 2017 ist das Jahr des King. ... (Warner Bros.)

Kong: Skull Island | Foto: Warner Bros.

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) 1973, die USA beenden gerade den Vietnam-Krieg, machen sich „Experten“ auf den Weg zu dieser abgelegenen wie mysteriösen Pazifik-Insel. Satelliten-Bilder haben den regierungsnahen Lobbyisten Bill Randa (JOHN GOODMAN) in Glauben versetzt, dass dort „Monster“ leben. Und man durch ihre Entdeckung der Öffentlichkeit ein neues, aber nunmehr „positives Katastrophenbild“ präsentieren kann als immer nur diese unsäglichen Dauer-Kriegsmotive aus Fernost. Unter Führung eines „scharfen“ Militärs, Lieutenant Colonel Packard (SAMUEL J. JACKSON), treten die Reise unter anderem an: Einige Soldaten; dazu der Vietnam-Veteran Captain James Conrad (TOM HIDDLESTON); eben Bill Randa und – ein schmuckes Dauerwellen- und „gut gefülltes“ T-Shirt-Mädel muss ja schließlich auch Leinwand-„tauglich“ her  – eine Mason Weaver (BRIE LARSON), die sich als Kriegsfotografin dadurch identifiziert, weil sie andauernd mit einem Fotoapparat um sich swingt.

Schon beim Anflug, nach einer riesigen Wolken-Wand hindurch, werden die Flugzeuge der Gruppe attackiert und teilweise vom Himmel geholt. Stichwort: Kong, der King befindet sich sofort im Abwehr-Einsatz. Natürlich überleben die blödesten (Promi-)Menschen und sogar ziemlich unverletzt und können ihre Insel-Mission fortsetzen. Obwohl Mr. Conrad sofort ahnt: „Wir gehören hier nicht hin“. Klar doch, denn überall, wo „Mensch“ auftaucht, sind Dreck und Zerstörung an der Tagesordnung und bedeuten schlimme (ökologische) Hinterlassenschaft. Aber egal: Heidewitzka, der tierische Kampf-Spaß muss ja weitergehen.

Selten war ein Film dermaßen unterschiedlich: Auf der einen Seite die dämlichen Anreisenden und bescheuerten Okkupanten, lauter unsympathische, langweilige und viel Stuss redende, trashige Blockbuster-Klischee-Menschen wie: die markigen, nur auf Zerstörung zielenden Dumpfbacken vom Militär; ein intellektueller Schwarzer, intellektuell deshalb, weil er eine Hornbrille trägt; eine hochgeschlossene asiatische Expertin (= in China wird dieser 180 Millionen Dollar teure Film auch gezeigt); das trendige US-Sexy-Girl; während auf der anderen, heimischen „Bevölkerungs“-Seite viele wunderbare Monster-Viecher und Kreaturen lauern, um dann unverzüglich gegen diese Eindringlinge anzutreten, wobei sie sich aber auch untereinander ganz schön aufmischen. Was der Computer hier an sagenhaft-monströsen Effekten spektakulär herstellt, um dann mit diesen unglaublich zu (ver-)zaubern, übersteigt jedwede bisherige phantastisch-gigantische Trickserei. An vorderster Front natürlich: der wirklich mächtige Kong. Die gute Rampen-Sau. Die schon mal „hilft“, wenn Menschen-Not am größten ist.

Was erleben wir also: Einmal mehr unterbelichtete Zweibeiner, arrogante, sich selbst überschätzende Homo Sapiens, denen zuzusehen und vor allem zuzuhören ein Graus ist, gegen aggressive, schlitzohrige Insel-Bewohner, also Monster-Kreaturen, die unsere volle Sympathie einheimsen. Der wenig bekannte Regisseur JORDAN VOGT ROBERTS bestätigt diese Sichtweise im Interview: „Wenn Kong der Gott der Insel ist, wollten wir die anderen Kreaturen als Götter ihres eigenen Domizils darstellen. … Es war wichtig, die Kreaturen so zu entwerfen, dass sie sich realistisch anfühlen. Als ob sie in diesem Ökosystem wirklich existieren könnten“ (aus „Robots & Dragons“/Februar 2017).

Deshalb – der Mensch gibt wieder einmal Scheiß-Figuren ab gegenüber diesen prächtigen, prachtvollen mutierten Riesen-Tieren, die sich nun nicht mehr so einfach nur abschlachten lassen. Ganz im Kino-Gegenteil…

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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