Heimkino-Tipp: La La Land

Tragikomische Romanze um einen Jazzpianisten und eine aufstrebende Schauspielerin

Pönis
3 von 5 Sternen

La La Land

Genre: Musical/Tragikomödie/Romanze 

Produktion: USA 2016

Laufzeit: 127 Minuten

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Regie: Damien Chazelle

Darsteller: Emma Stone, Ryan Gosling, John Legend

 

Zur Filmseite: www.lalaland-film.de

VÖ: 24. Mai 2017

Zum Film:

Mia und Sebastian sind romantische Träumer, die sich in einer Bar in Los Angeles kennenlernen.

Sebastian ist ein Jazzpianist, der für seine Musik lebt, zu keinen Kompromissen bereit ist und auf seinen eigenen Jazzclub hofft. Mia wiederum ist eine junge Schauspielerin, die von Casting zu Casting zieht und auf ihren großen Durchbruch hinarbeitet. (dpa) 

La La Land | Foto: Studiocanal

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) "LA LA LAND" von Damien Chazelle ist kein Meisterwerk. Sondern "nur" der ehrenwerte und durchaus passable Versuch, das verlorene Genre MUSICAL wieder zu entstauben.

Dabei sind die ersten 20 Minuten geradezu fürchterlich. Obwohl der Einstieg in einen Film das Wichtigste ist, um den Zuschauer zu fesseln, zu interessieren, "dran" zu haben, misslingt dies Damien Chazelle vollends. Sein Film ist in Jahreszeiten aufgeteilt. Beginnt mit dem sonnigen kalifornischen (L.A.-)Winter. Auf der Autobahn. Wo der choreografierte Singsang in vollem Gange ist. Jedoch: In absoluter Unterhaltungs-Schieflage. Lächerlich, peinlich, Nonsens, langweilig; eine lange Durststrecke gleich zu Beginn. Man kommt überhaupt nicht 'rein in den Film, möchte ihn schon beinahe abhaken, da startet der Frühling, und es wird besser.

Mia (EMMA STONE und Sebastian (RYAN GOSLING). Zwei auf der Suche mehr nach Selbstverwirklichung als nach der großen Liebe. Sie will Schauspielerin werden, hat es aber bislang nur bis zur Kellnerin im Coffeshop auf dem Warner Bros.-Studiogelände geschafft. Viele Castings, kein Rückruf. Er will sich als Jazz-Pianist durchsetzen, leider aber ist Jazz gerade nicht so gefragt. Deshalb klimpert er sich als Bedienungspianist in Bars und Hotels durch. Als sie sich begegnen, haben sie viel zu sehr eigenen Nervenstress an der Backe als Zeit und Lust für große Gefühle. Dennoch: Man beginnt miteinander zu tanzen. Und zu singen. Auf Straßen. Wege-Gabelungen. Ein wenig Gefühlsfeuer beginnt zu wärmen. Als sie sich später auf einer Party wieder über den Weg laufen, entwickelt sich emotionale Hitze. Was sich liebt das neckt sich beziehungsweise lässt schon mal das akustische wie gesangliche Temperament heraus, und dann hat es - nach einigen leidenschaftlichen Nummern – endgültig geklickt.

Jetzt aber müssen Probleme gefunden (konstruiert) werden. Thema: Die unterschiedlichen Kreativ-Ziele. Können diese unter einen gemeinsamen Beziehungshut gebracht werden? Er besteht auf Karriere "in seinem Musik-Sinne", was so viel bedeutet, dass er mit einer Band viel unterwegs sein wird; sie will, wenn schon nicht vor der Kamera, dann zunächst als Autorin "herauskommen". In Los Angeles. Also geht jeder seine Wege. Anfangs kriegt man alles noch halbwegs arrangiert, dann aber müssen Entscheidungen her.  In den Musical-Oldies von Ginger Rogers & Fred Astaire finden die Rampen-Helden irgendwie irgendwann dann doch zusammen, werden Mia & Sebastian auch in ihre Happy End-Fußstapfen treten?

EMMA STONE ist charmant, kann vorzüglich tanzen und singen; der gut aussehende RYAN GOSLING kriegt das mit dem Tanzen auch prima hin, hat aber unüberhörbare Defizite beim Gesang. Sonst noch: Der bei "Whiplash" mit einem Nebendarsteller-"Oscar" prämierte J.K. Simmons darf hier leider nur in einem Mini-Part glänzen. 

"La La Land" ist ein hübsch angezündetes La-La-Singsang-Licht. 

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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