Heimkino-Tipp: Loving

Ein Paar aus den Südstaaten - er weiß, sie schwarz - muss seine Ehe vor Gericht erstreiten

Pönis
4 von 5 Sternen

Loving

Genre: Drama

Produktion: GB/USA 2016

Laufzeit: 118 Minuten

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Regie: Jeff Nichols

Darsteller: Ruth Negga, Joel Edgerton, Michael Shannon, Marton Csokas, Nick Kroll, Bill Camp, David Jensen

 

Zur Filmseite: www.universalpictures.de

VÖ: 26. Oktober 2017

Zum Film:

Virginia im Jahre 1958:

Eine Eheschließung zwischen Schwarz und Weiß war für den Großteil der Bürger nicht nur unmoralisch, sie war auch illegal. Als sich Richard (Joel Edgerton) und Mildred (Ruth Negga) ineinander verlieben, bleiben abfällige Blicke und kaum verhüllte Anfeindungen nicht aus. Nach ihrer Heirat folgen auf Blicke und Beleidigungen rasch Taten und die beiden werden festgenommen... (Universal Pictures)

Loving | Foto: Universal Pictures

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...)  Um es gleich klarzustellen: „LOVING“ ist kein politischer Ausrufungszeichen-Film, mit bösen Details und lautstarken Verkündigungen und emotionalen Ausbrüchen, sondern Jeff Nichols geht es vielmehr darum, eine „einfache“, aber wahre amerikanische Geschichte ruhig und dank hervorragender Darsteller sehr kopf-spannend wie besonnen zu erzählen. Mit einer Art interner schleichender Immer-Mehr-Wut. Vom ersten Moment an geht es „nur“ um den Wunsch zweier Menschen, zusammen sein zu können. Zusammen leben zu dürfen. Ihre Nähe ist absolut diskret, basiert auf gegenseitigem Vertrauen und großer Zuneigung. Das Ehepaar wird verhaftet  und verurteilt, den Bundesstaat zu verlassen. Sie ziehen nach Washington, D.C., wo besonders Mildred unter Heimweh leidet. Als sie schließlich 1964 ein Gesuch an den Generalbundesanwalt Robert F. Kennedy schreibt, kommt „ihr Fall“ ins rechtliche Rollen.

Keine stereotypen Bilder des amerikanischen Rassismus in jenen Jahren. Viel mehr blickt Jeff Nichols auf ihn in eher beiläufigen Dialogen, Blicken, Alltagssituationen, was die Wirkung, besser: Auswirkungen um so deutlicher werden lässt. Bewundernswert wie Mildred und Richard Loving immer darauf achten, als Paar und nicht als Mitleidfiguren oder Ankläger wahrgenommen zu werden. Sie wollen nur „normal“ leben und müssen unglaublich viele (Um-)Wege gehen, bis dies möglich werden soll. RUTH NEGRA, die für ihren Part als Mildred eine „Oscar“-Nominierung bekommen hat, und ihr fast schon beängstigend unaufgeregt auftretender Richard Loving-Partner JOE EDGERTON (zu seinen bekanntesten Rollen gehört die des Owen Lars in den beiden „Star Wars“-Episoden II und III) zeigen sich als stille Helden vom Feinsten: Ihnen geht es nicht um den großen Unrechts-Kampf, sondern um die ganz simple, selbstverständliche Gerechtigkeit, um die Anerkennung ihres privaten Glücks.

Fazit: Die unterhaltsame Solidarität an und mit diesem wunderbaren Menschen-Film ist enorm, „Loving“ hinterlässt kluge wie emotionale Gedanken-Spuren.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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