Heimkino-Tipp: Tulpenfieber

Liebesdrama mit Christoph Waltz über einen jungen Maler, der sich im 17. Jahrhundert in sein Modell verliebt!

Pönis
4 von 5 Sternen

Tulpenfieber

Genre: Drama

Produktion: USA/Großbritannien 2015

Laufzeit: 101 Minuten

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Regie: Justin Chadwick

Darsteller:  Alicia Vikander, Christoph Waltz, Dane Dehaan, Judi Dench, Cara Delevigne

 

Zur Filmseite: www.tulpenfieber-derfilm.de

VÖ: 22. Dezember 2017

Zum Film:

Holland, 17. Jahrhundert.

Ganz Amsterdam ist besessen von einer botanischen Sensation: der Tulpe. Die Spekulanten bieten horrende Summen für Exemplare, die sie noch nie zu Gesicht bekommen haben.

In diesen hitzigen Zeiten verliebt sich der junge, mittellose Porträtmaler Jan (Dane DeHaan) in Sophia (Alicia Vikander), die schöne Frau seines reichen Auftraggebers (Christoph Waltz). Als die geheime Affäre aufzufliegen droht, schmieden die beiden einen riskanten Plan. Alles hängt von einem kühnen Geschäft an der Tulpenbörse ab. Mit der teuersten Zwiebel überhaupt – der Admiral Maria … (Prokino)

Tulpenfieber | Foto: Prokino

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...)   aufwändig, Bilder-schön, ein emotional-berauschender Blick auf das „Goldene Zeitalter“ der Niederlande während des 17. Jahrhunderts. In Mitteleuropa herrscht der Dreißigjährige Krieg (1618 – 1648), und das friedliche Amsterdam erlebt die Herrschaft der Tulpe. Sie, besser: ihre Zwiebel, besitzt – als wir das erste Mal aufblicken – den hohen Wert eines exklusiven Währungsmittels und wird aufgrund des allgemeinen Wirtshausbörsen-Hypes als luxuriöses wie exzessives Spekulationsobjekt gierig gehandelt. Hohe Gewinne (ver-)locken. Inmitten dieser von Blumen besessenen Region feuert eine Liebesgeschichte die sowieso schon aufgeheizte Bürger-Atmosphäre an. Als Verliebte lassen grüßen: Die wunderschöne Maid Sophia (ALICIA VIKANDER) und der junge Kunstmaler Jan van Loos (DANE DeHAAN). Ihr Pech: Die junge Frau ist mit dem älteren Kaufmann Cornelis Sandvoort (CHRISTOPH WALTZ) verheiratet, dem Auftraggeber jenes Porträts seiner Ehefrau. Er hat sie aus dem klösterlichen Waisenhaus „eingekauft“, bemüht sich fortan wie „dringlich“ um einen Erben und möchte seine schöne Holde für alle Zeiten auf einem Bild festhalten. Sein Pech: DIE, also Maler & Gattin, verlieben sich. Innig. Wie verzweifelt. (Jedenfalls sehen „so“ auch die Sex-Motive zwischen den Beiden aus, nämlich reichlich „ulkig“).

Eine Dreiecksgeschichte, die eigentlich diesen opulenten Bilderrausch gar nicht benötigt, der ausschaut, als wäre er aus tatsächlichen historischen Gemälden aus jener Vermeer- oder Rembrandt-Epoche „lebendig“ geworden. Aber es ist ebenso: „Tulpenfieber“ ist eben angesiedelt im Damals der hochkochenden Emotionen und gierigen Geschäfte. Insgesamt sorgen schließlich fünf Einzelschicksale für gefühlsträchtige Turbulenzen. An denen auch die Magd des hochherrschaftlichen Händler-Hauses ihren Anteil hat, die sich mit einem ebenfalls von dem Tulpen-Geld infizierten Fisch-Händler eingelassen hat und zum Rollen-Spiel gebeten wird. Der einmal mehr göttlichen JUDI DENCH als Äbtissin bleibt es dann überlassen, mit ihrer köstlichen Performance den weltlichen Spuk himmlisch zusammenzuführen. Apropos: Die weiteren namhaften Mitwirkenden tragen mehr eifrig auf als dass sie ironisch wissend blinzeln. Immerhin: Sie sind toll angehübscht. Gleich = herausgeputzt.

Übrigens – im Februar 1637 platzte die spekulative Blase in Holland mit großem (und uns heute auch: bekanntem) Knall. Als der Wert der Tulpen innerhalb weniger Tage um 95% fiel.

Gediegene Stimmungen bei erlesenem Ambiente: Regisseur Justin Chadwicck („Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“) und „Oscar“-Drehbuch-Autor Tom Stoppard („Shakespeare in Love“) – gemeinsam mit der Roman-Autorin Deborah Moggach, von der auch einst das Drehbuch zu „Best Exotic Marigold Hotel“ stammte –  sowie Kamera-As Eigil Bryld („Brügge sehen…und sterben“) gelingen Detail-freudige Historien-Bilder mit hübsch-schwächelnden Menschen. Und deren Begierden. Übrigens: Der in London lebende walisische Maler JAMIE ROUTLEY sorgte für die im Film verwandten feinen Porträts.

Nehmen wir es nett: „Tulpenfieber“ ist eine schön-unterhaltsame Zwiebelei.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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