Heimkino-Tpp: Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper

Animationsfilm über kleine Vögel, die durch Mut und Freundschaft Großes leisten

Pönis
4 von 5 Sternen

Überflieger: Kleine Vögel - großes Geklapper

Genre: Animation/Familie/Komödie 

Produktion: Deutschland/Belgien/Luxemburg/Norwegen 2016

Laufzeit: 84 Minuten

FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung

Regie: Toby Genkel und Reza Memari

Mit den deutschen Stimmen von: Tilman Döbler und Nicolette Krebitz


Zur Filmseite: www.wildbunch-germany.de

Kinostart: 19. Oktober 2017

Zum Film:

Der verwaiste Spatz Richard wird liebevoll von einer Storchenfamilie aufgezogen. Ihm würde nicht im Traum einfallen, dass er selbst kein Storch ist. Als sich seine Eltern und sein Bruder im Herbst für den langen Flug ins warme Afrika rüsten, offenbaren sie ihm die Wahrheit: Ein kleiner Spatz ist nicht geschaffen für eine Reise wie diese und sie müssen ihn schweren Herzens zurücklassen.

Für Richard ist das kein Grund, den Kopf in die Federn zu stecken. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg nach Afrika, um allen zu beweisen, dass er doch einer von ihnen ist! Zum Glück kommen ihm dabei Olga, die zu groß geratene Zwergeule und ihr imaginärer Freund Oleg zu Hilfe. Als sie Kiki, einen selbstverliebten Karaoke-Wellensittich mit Höhenangst, aus seinem Käfig befreien, beginnt ein turbulentes Abenteuer, das die drei Überflieger über sich hinauswachsen lässt! (Wild Bunch Germany)

Überflieger: Kleine Vögel - großes Geklapper | Foto: Wild Bunch

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) In Sachen Animation sind die Amis - mit u.a. Disney-Pixar - federführend. Da wird für jeden neuen Film die teure Marketing-Maschine in Werbe-Gang gesetzt. Andere Trick-Movies, besonders die europäischen, haben es dagegen schwer(er). Hoffentlich schafft es dieser neue,, prächtige, überzeugende Animations-Spaß, Publikums-Neugier und -Interesse zu erreichen. "Richard the Storck", so der Originaltitel, erstmals hierzulande auf der diesjährigen Berlinale - innerhalb der Sektion "Generation Kplus" vorgestellt - hätte es verdient.

Am Anfang: ein Missverständnis. Richard, der kleine Spatz, pellt sich aus dem Ei, als es kurz davor seine Eltern "erwischt" hat. Ein Marder. Und was erblickt Richard: Aurora und Claudius. Ein Storchen-Paar. Folglich hält er DIE für seine Eltern. Und sich, natürlich, auch für einen Storch. Der mit Storchen-Sohn Max auch gleich einen guten Freund an seiner Seite weiß. Die Einwände von Claudius, dem "Papa", werden beiseitegeschoben, zu süß ist dieser vergleichsweise winzige Familien-Neuling, der kleine Frechdachs von Spatzen-Storch. Der sich dann aber der Realität stellen muss. Als es Herbst geworden ist, macht sich die Familie Storch, gemeinsam mit ihren Artgenossen, auf den weiten Flug-Weg nach Afrika. Um dort zu überwintern. Schweren Herzens wird Richard zurückgelassen. Doch was so ein richtiger "Feger" ist, der akzeptiert dies natürlich nicht. Und muss seiner Storchen-Sippe unbedingt hinterher. Fliegen. Auf ganz eigene Faust, beziehungsweise Flügel. Unter Benutzung von Bus, Bahn und Fähre.

Neulich waren ja schon mal, amüsant-turbulent, "Störche im Anflug", diesmal stellt sich ein kesser Spatz in den Vergnügungs-Mittelpunkt, der es unbedingt darauf anlegt, nicht nur als "richtiger Storch" durchzustarten, sondern auch auf "seine Familie" besteht. Motto: Zusammenhalt, Zuneigung. Freundschaft. Will erflogen sein. Natürlich begegnet Richard auf seinem Trip to Africa - über Frankreich, Italien und Spanien - sehr eigenwilligen und deshalb höchst köstlichen tierischen Kumpanen. Die zu fröhlichen Helfern werden. Wenn man sich denn mal zusammengerauft hat. Genannt seien: die etwas zu groß geratene und aufgrund kindlicher Ereignisse leicht traumatisierte Zwerg-Eule Olga (gesprochen von NICOLETTE KREBITZ) und ihr imaginärer "Mr. Harvey"-Freund Oleg; quasi ständig "bekiffte", weil auf Überlandleitungen "parkende" und deshalb total aufgedrehte Internet-affine Tauben mit ständigen Online-Surf-Kontakten; die hysterische Wellensittich-Lady Kiki, die aus einem schäbigen Karaoke-Kneipen-Käfig-Gefängnis befreit wird und unbedingt zum Gesangsfestival nach San Remo möchte, um als gefiederte Disco-Queen groß herauszukommen. Alle dann zusammen: Gemeinsam sind wir wer. Und, manno, auch ziemlich stark.

Prima-Klima. Frisch, fröhlich, fabelhaft. Mit vielen stimmungsvollen wie atmosphärischen Ideen. Und knackig-knallig-bunten tierischen Menschen-Typen. Deren herrlich turbulente Abenteuer swingen. Emotional mitreißen. Für die filmische Familien-Planung: Es lebe der aufmüpfige Spatz in uns allen.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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