Kinotipp: Axolotl Overkill

Exzess als Rebellion gegen den Mainstream - Helene Hegemann verfilmt ihren eigenen Roman

Pönis
1 von 5 Sternen

Axolotl Overkill

Genre: Drama

Produktion: Deutschland 2017

Laufzeit: 94 Minuten

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Regie: Helene Hegemann

Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Mavie Hörbiger, Laura Tonke, Bernhard Schütz
 

Zur Filmseite: www.constantin-film.de

Kinostart: 29. Juni 2017

Zum Film:

Mifti (Jasna Fritzi Bauer) ist 16, sieht aus wie 12, verhält sich wie Mitte 30 und lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihren Halbgeschwistern in einer Berliner WG. Ihr Vater hält Terrorismus für einen zeitgemäßen Karrierezweig und interessiert sich eher für Kunst als für Menschen; zur Schule gehen macht in diesem Setting weniger Sinn als sein Leben zwischen Parties, Drogen, Affären und Küchentischpolemiken zu verbringen.

Sie ist wild, traurig, vernünftig und verliebt. Die Erwachsenen, auf die sie trifft, sind dagegen nur eines: verzweifelt. Entweder, weil bald die Welt untergeht, oder weil sie nicht wissen, was sie anziehen sollen. Also muss Mifti selbst erwachsen werden, auf die eine oder andere Weise... (Constantin Film)

Axolotl Overkill | Foto: Constantin Film / Lina Grün

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) der titelgebende AXOLOTL ist ein in Mexiko beheimateter Schwanzlurch, der bis zur Geschlechtsreife seine Gestalt nicht wesentlich verändert und sozusagen nicht erwachsen wird. Die 16jährige Mifti (JASNA FRITZI BAUER/geboren am 20.2.1989 in Wiesbaden) ist - parabelhaft - solch ein menschlicher Lurch; zwar geschlechtsreif, aber alles als erwachsen.

"Axolotl Roadkill" hieß der 2010 veröffentlichte Debüt-Roman der damals 18jährigen Helene Hegemann. Respekt! Wer in jungen Jahren bereits solch ein spannendes Oeuvre vorweisen kann, verdient alle (Be-)Achtung! Die jetzt schmilzt, weil ihr ihre eigene Roman-Film-Adaption leider völlig misslungen ist. "Axolotl Overkill", der Film, ist verhunzt; befindet sich im ständigen Schwebezustand von Beliebigkeit und Nichts. Ist grottenlangweilig und in seiner bescheuerten Bilder-Wackel-Kamera-Arie entsetzlich egal.
Was, besser wen finden wir vor: Die 16jährige Halbwaise Mifti  - JASNA FRITZI BAUER mit immenser Anstrengung -, die haltlos in Berlin herumtigert. Die die Schule schwänzt; als Tochter eines diffusen wie reichen väterlichen "Kulturschaffenden" (BERNHARD SCHÜTZ) mit - verständlichem - Familien-Ekel ausgestattet ist; mit ihren älteren Halbgeschwistern Annika (LAURA TONKE) und Edmond (JULIUS FELDMEIER) in einer WG haust; Gefühle und Verantwortung einzig für ihren geliebten Axolotl übernimmt; ansonsten mit Drogen hantiert und jeden Erwachsenen, "der ihr doof kommt", deftig abwatscht. Geschreie, Getobe, Herumgehampele, Drogenkonsum in Techno-Clubs, ab und zu ein paar Fick-Gigs: Mifti und die totale Gleichgültigkeit. Und dann taucht auch schon mal ein Pinguin auf. Nachdem vorher schon mal ein Lama durchs Bild getrieben wurde. Sinn? Spaß? Reiz? Anmache? Spaß? Lust? Irgendwie eine (Be-)Deutung? Irgendwas von Entdeckung, gar Unterhaltung? Nichts, rein gar nichts.

Es ist völlig wurscht, was hier geschieht, denn "passieren" tut hier nix. Ob die Kamera mal nach links schwenkt oder auf was auch die Blicke sonstwo hinschauen, es ist alles nur pseudo-surreales Getue, völlig dauer-verworren, blöd-sinnig, lächerlich. Absolut uninteressant. Wer was wo wie weshalb veranstaltet ist etwa so interessant wie das Betrachten des wütenden, weil andauernd in Bewegung gehaltenen Leuchtkugelschreibers in der eigenen Hand während der Vorführung. Geh' mir weg mit solch einer nicht identifizierbaren, wirre-kirre absaufenden, völlig reizlosen deutschen Anti-Spannungs-Stümperei. Trendy? Mitnichten: Viel-mehr elendig-schrecklich-banal.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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