Kinotipp: Das unbekannte Mädchen

10. Spielfilm der renommierten Dardenne-Brüder...

Pönis
4 von 5 Sternen

Das unbekannte Mädchen

Genre: Drama 

Produktion: Belgien/Frankreich 2016

Laufzeit: 106 Minuten

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Regie: Luc Dardenne & Jean-Pierre Dardenne

Darsteller:  Adèle Haenel, Olivier Bonnaud, Jérémie Renier

Zur Filmseite: www.temperclayfilm.de

Kinostart: 15. Dezember 2016

Zum Film:

Der 10. Spielfilm der Brüder Dardenne erzählt die Geschichte der jungen Ärztin Jenny (Shooting-Star Adèle Haenel). Als es eines Abends nach Sprechstundenende an der Tür ihrer Praxis klingelt und eine junge Frau um Hilfe bittet, antwortet Jenny nicht, weil sie zur gleichen Zeit den neuen Kollegen vorgestellt wird. Am nächsten Tag erfährt sie von der Polizei, dass eine unidentifizierte, junge Frau tot aufgefunden wurde. Von Schuldgefühlen geplagt, stellt Jenny private Nachforschungen an, um mehr über die Identität der Verstorbenen herauszufinden.

Das unbekannte Mädchen | Foto: Temperclayfilm

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Die Fragen nach der persönlichen Schuld: Bedeutet "Heilung" nur die Momente in der Praxis? Bedeutet die Ausübung des Arzt-Berufes auch "Hilfe" innerhalb der Gesellschaft? Welche Bedeutung hat überhaupt "ärztliche Berufung"? Wenngleich die beharrliche Thesenhaftigkeit der Dardennes hier eher begrenzt-intensiv und überschaubar-spannend herüberkommt, gleicht dies die wunderbare Schauspielerin ADÈLE HAENEL vollends aus. Die 26jährige zweifache "César"-Preisträgerin ("Die unerschütterliche Liebe der Suzanne"/2014 und "Liebe auf den ersten Schlag"/2015) ist in der Figur dieser jungen, etwas naiven Ärztin der personifizierte "aufrechte Gang": unerschütterlich, beharrlich, konsequent. Aus der Routine des Alltags ausbrechend, weil sie es "mindestens" für angemessen hält. Und moralisch bedeutsam. Adèle Haenel interpretiert dies sehr überzeugend. 

Sie ist der beherrschende Motor des Films; spielt dies mit einer exquisiten Mischung aus Durchsetzungsvermögen und Verletzlichkeit. Während die Brüder Dardenne diesmal auf eine zweiteilige filmische Gedanken-Wirkung setzen: Eben noch plausible Alltagsrealität um gesellschaftliche Relevanz, danach gesellschaftskritische Kriminalistik mit speziellem Spannungsfieber. 

Überzeugend.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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