Kinotipp: Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

Sequel des Bestseller-Romans, das die Abenteuer des "Hunderjährigen" Allan weiterspinnt

Pönis
2.5 von 5 Sternen

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

Genre: Komödie 

Produktion: Schweden 2016

Laufzeit: 109 Minuten

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Regie: Felix und Måns Herngren

Darsteller: Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, David Wiberg, Caroline Boulton


Zur Filmseite: www.derhunderteinjaehrige-film.de

Kinostart: 16. März 2017

Zum Film:

«Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand» war ein großer Kinoerfolg. Nun kommt die Fortsetzung: In «Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand» ist Allan Karlsson inzwischen 101 Jahre alt.

Er lässt sich in einem Luxushotel auf Bali die Sonne auf den Pelz scheinen - und langweilt sich. Deshalb prellen der alte Mann und sein Kumpel Julius die Zeche und machen sich auf den Weg nach Berlin.

Hier wollen sie das Rezept der sowjetischen Super-Limonade «Volkssoda» auftreiben, deren Erfindung Allan vor vielen Jahrzehnten zufällig ermöglicht hat... (dpa)

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand | Foto: Concorde Filmverleih GmbH/Nice FLX

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) ER ist immer noch „aktiv“: der nunmehr 101jährige Allan Karlsson (ROBERT GUSTAFSSON/Jahrgang 1964). Wie war das beim Abschied damals: Allan und Kumpels strandeten auf Bali, wo sie fortan ihr vieles Klau-Geld in sonnigem Luxus-Ambiente in Hülle und Fülle ausgeben. Präziser: ausgegeben haben, denn jetzt läuft es in Richtung „bald nix mehr da“. Eine letzte Flasche wird aufgemacht. Bei dieser Pulle allerdings handelt es sich um eine ganz besondere beziehungsweise um eine mit „speziellem“ Inhalt. In kyrillischer Etiketten-Schrift entziffert sie sich als eine Flasche „Volks-Soda“. Sie stammt aus den unruhig-aufregenden Siebzigern, als der Tausendsassa und verpeilte Spion Allan in der Sowjetunion „zu tun“ hatte, wo Breschnew gerade dabei war, die Ostblock-Cola zu erfinden, um die Amis zu ärgern. (Was Nixon auf der Gegenseite übrigens gar nicht gefiel und zu diplomatischen Verwicklungen führte). Jedenfalls ist die kleine Truppe um den Alten auf den guten Geschmack gekommen, verlassen – ohne Rechnungen zu bezahlen – die Komfort-Zone, um sich auf die Suche nach dem Rezept für dieses Edel-Getränk zu machen, um es dann selber herstellen und profitabel verkaufen zu können.

Eine neue Tour de force also. Mit vielen Umwegen. Russland, Schweden, sogar das weiterhin gar nicht heimelnde Altersheim in Malmköping wird unerkannt aufgesucht, aus dem einst Allan abhaute, und Berlin lauten einige der Stationen dieses nun viel mehr klamaukigen Trips des unbedarften Gauner-Ensembles; unterbrochen von dem amüsanten Rückblick-Scharmützel zwischen den einstigen Kalten Kriegs-Führern von USA & UdSSR, die sich um ein leckeres Gesöff komisch duellieren. Ansonsten: Die Elefantendame Sonja aus Teil 1 hat ausgedient, dafür hampelt jetzt dieses kleine agile und ziemlich twistige Kapuziner-Affen-Weibchen Erlander mit-herum, das bürgerlich „Crystal the Monkey“ heißt und Promi-Status besitzt durch ihre legendären Auftritte in „Hangover 2“ und „Nachts im Museum“. Und: Weiteres „gestörtes“ Personal ist annonciert, wie etwa begriffsstutzige CIA-Aktivisten und Amanda Einstein (ERNI MANGOLD), die 96jährige Witwe von Albert Einsteins Halbbruder Herbert, die Opi Karlsson entjungfert.

Ein Schelm, wer etwas ganz Böses dabei denkt; „Der Hundertjährige 2“ ist eine leicht wie nett zu verköstigende schwedische Anarchie-Narretei.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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