Kinotipp: Die Unsichtbaren

Dokudrama über die Judenverfolgung in Deutschland...

Pönis
5 von 5 Sternen

Die Unsichtbaren - Wir wollen leben

Genre: Dokudrama

Produktion: Deutschland 2017

Laufzeit: 110 Minuten

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Regie: Claus Räfle

Darsteller: Alice Dwyer, Max Mauff, Ruby O. Fee und Aaron Altaras

Zur Filmseite: www.tobis.de/film/die-unsichtbaren-wir-wollen-leben

Kinostart: 26. Oktober 2017

Zum Film:

Es ist ein besonderes Kapitel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: Etwa 5000 Juden überleben in Deutschland, weil sie untertauchen können. Rund 1700 davon in Berlin.

Der Film «Die Unsichtbaren - Wir wollen leben» greift vier der Schicksale auf und erzählt sie in einem Mix aus Dokumentation und Spielfilm: Interviews mit den Überlebenden werden kombiniert mit dokumentarischen Szenen des Stadtlebens jener Zeit und nachgespielten Sequenzen. Die Geschichten unter anderem über einen Passfälscher und einen Widerstandskämpfer gewinnen dadurch an Glaubwürdigkeit. (dpa)

Die Unsichtbaren - Wir wollen leben | Foto: Peter Hartwig/Tobis Film GmbH/dpa

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Über einige dieser "Unsichtbaren", an die die Behörden "nicht" "'ran-kamen", erzählt dieser bewegende Film. CIOMA SCHÖNHAUS fälscht heimlich und perfekt Pässe und vermag dadurch vielen Menschen das Leben zu retten. HANNI LÉVY färbt sich die Haare blond, nimmt die Identität einer "Arierin" an, flüchtet sich nachmittags in beheizte Kinosäle, übernachtet in wechselnden Quartieren. EUGEN FRIEDE versteckt sich in der Uniform der Hitler-Jugend und im Schoße einer deutschen Familie. RUTH ARNDT tarnt sich als Krieger-Witwe und serviert NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen. Sie alle kämpfen für ein (Über-)Leben in Freiheit, ohne wirklich frei zu sein. Die Gefahr, jederzeit "entdeckt" zu werden, ist groß.

Im Film berichten "die Originale" von den Ereignissen, während junge Schauspieler - MAX MAUFF; ALICE DWYER; AARON ALTARAS und RUBY O. FEE - deren Schicksale nachspielen. Dabei imponiert und fasziniert, mit welcher Lebhaftigkeit die vier Überlebenden von ihrem damaligen Untergrund-Dasein zu informieren verstehen. Sie machen plausibel: Wir waren damals jung, voller Energien, mit viel Wagemut wie Erfindungsreichtum und Phantasie ausgestattet, wodurch "Angst" teilweise unterdrückt werden konnte. Ihr Motto einst: WIR WOLLEN LEBEN, unter allen Umständen. Dafür benutzen wir Verstand und Doch-Zuversicht.

Neben den imponierenden Nachwuchsdarstellern spielen namhafte Akteure wie FLORIAN LUKAS, STEFFI KÜHNERT und - in einer seiner letzten Rollen - der im September 2017 verstorbene ANDREAS SCHMIDT mit. Entstanden ist ein kleines großes Juwel, das dem Glauben zuwider spricht, dass der Einzelne gegenüber der Masse und diktatorischen Oberen nichts ausrichten kann und gefälligst opportunistisch still halten soll. Ganz im Gegenteil: Diese beeindruckend-wirkungsvolle Hymne an Zivilcourage, Mut und menschliches Mitgefühl beweist das genaue und zuversichtliche Gegenteil. Für die Schule bedeutet dieser Film anschließend, also nach der Kino-Auswertung: Ganz starker, spannender Geschichtsunterricht 

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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