Kinotipp: Es

Überzeugende Neuverfilmung von Kings Bestseller...

Pönis
5 von 5 Sternen

Es

Genre: Horror/Thriller

Produktion: USA 2017

Laufzeit: 135 Minuten

FSK: freigegeben ab 16 Jahren

Regie: Andrés Muschietti

Darsteller: Jaeden Lieberher, Bill Skarsgard, Sophia Lillis

Zur Filmseite: itthemovie.com

Kinostart: 28. September 2017

Zum Film:

Mit «Es» kommt einer der größten Horror-Bestseller aller Zeiten ins Kino: Der Film beginnt mit dem Mord am sechsjährigen Georgie Denbrough in der US-Kleinstadt Derry Ende der 80er Jahre durch den gruseligen Clown Pennywise.

Eine Gruppe von Teenagern, angeführt von Georgies Bruder Bill, versucht, den Tod und weitere mysteriöse Geschehnisse in Derry aufzuklären - dabei merken sie schnell, dass sie sich ihren schlimmsten Ängsten stellen müssen, um die Taten des Clowns zu überleben.

«Es» funktioniert als eigenständiger Film, ist aber der erste von zwei Teilen einer Stephen-King-Verfilmung. In den USA hatte der Schocker bei Kritikern und Publikum zurecht riesigen Erfolg: Regisseur Andrés Muschietti setzt zwar auf ausgiebige Schockeffekte, überzeugt aber genauso in den Teilen, die vom schwierigen Heranwachsen der Teenager in der Provinz handeln. (dpa)

Es | Foto: Brooke Palmer/Warner Bros

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...)  "Sie begeben sich auf eine Reise von der Kindheit in das Erwachsenenalter, und unterwegs müssen sie lernen, nicht länger Opfer ihrer eigenen Alpträume zu bleiben", beschreibt der argentinische Regisseur ANDRÉS MUSCHIETTI, 44, die Entwicklung der Kinder im Presseheft. Muschietti, der die Regie vom ursprünglich vorgesehenen Cary Fukunaga ("True Detective") übernahm, der wegen "kreativer Differenzen" mit den Produzenten ausschied und "nur noch" als Co-Drehbuch-Autor aufgeführt wird, hat Stephen King sowohl atmosphärisch wie szenisch verinnerlicht. Er, der 2008 mit seinem Horror-Kurzfilm "Mama" bekannt wurde und diesen Stoff als Langfilm noch einmal erfolgreich verfilmte ("Mama"/2013/mit Jessica Chastain und Nikolaj Coster-Waldau), setzt nicht, einfach formuliert, auf plumpe Hackebeil-Grusel-Stimmung, sondern auf subtilen Schrecken. Bei dem eine solche Figur wie dieser Horror-Clown im Grunde nur die menschliche Übel-Statue der ignoranten, unsensiblen, einfältigen Schlicht-Erwachsenen darstellt.  "ES" ist der Ausdruck, das personifizierte Unterbewusstsein, der vielen Erzeuger-Schuld. Die sich einen feuchten Dreck um die Belange ihrer Kinder scheren, so dass - Stephen Kings Lieblingsthema - sich einmal mehr "kleine Helden" aufmachen müssen, um gegen ihre Ängste, Neurosen und vor allem: Minderwertigkeitsgefühle anzukämpfen. Durchzustarten. Deshalb ist "ES" auch weniger brutaler Schock(er) und mehr psychologischer Horror aus dem normalen, schlimmen amerikanischen Provinz-Alltag, der sich mitunter weitaus grauslicher anschaut als das "daraus resultierende" Monster. Schwarze werden gejagt, Schwule verprügelt, Mädels belästigt, da bräuchte es eigentlich gar keinen Noch-Schlimmeren-Clown. Die Erwachsenen sind die wahren üblen Dämonen und sorgen durch ihr widerwärtiges Verhalten erst dafür, dass solch eine Ekelfigur wie ES-Pennywise hier auftaucht und sich genüsslich "austoben" kann. Darf. Muss.

"ES", "der Typ", PENNYWISE, ist natürlich, in und mit dieser herrlich-irren-faszinierenden-spektakulären Masken-Figur eine herrlich-schauerlich-brillante Schreckens-Wonne innerhalb des vielzähligen, vielschichtigen maskierten Schurken-Personals in der Horrorfilmgeschichte. Nach dem Pappmaché -Typen Tim Curry aus der - trick-filmisch - vergleichsweise "unschuldigen" Achtziger-(TV-)Epoche mimt der Sohn des schwedischen Schauspieler-Stars Stellan Skarsgard - BILL, 27 - einen grandios-grausig-verkleideten tollen Alptraum-Satan. Der sofort das umfangreiche Film-Panoptikum "der Schrecklichen" wunderbar mit-bestücken wird. Aber, Auch-Gewinner: die großartigen Jung-Darsteller. Die sind mit ihren überzeugenden 1:1-Auftritten von sagenhafter Verbal- und Körpersprache. Nichts von altklugen Bewegungen und Papier-Sprache, sondern jederzeit glaubhaft, nahe-gehend in dem Wirrwarr von extremen Gefühlen = diversen Stimmungsschwankungen und ihren aufwühlenden Wut-Mut-Abenteuern.

Und es geht weiter. Denn Andrés Muschietti adaptierte hier "nur" den ersten Teil des Stephen King-Mammut-Romans; Teil 2, 27 Jahre später spielend, befindet sich gerade in Vorbereitung. Nach diesem phantastischen Spannungs-Auftakt: Ja, gerne. Unbedingt.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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