Kinotipp: Es war einmal Indianerland

Der 17-jährigen Mauser verbringt den Sommer seines Lebens - doch dann geschieht ein grauenvolles Verbrechen

Pönis
4 von 5 Sternen

Es war einmal Indianerland

Genre: Coming of Age/Tragikomödie

Produktion: Deutschland 2017

Laufzeit: 97 Minuten

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Regie: Ilker Catak

Darsteller: Leonard Scheicher, Emilia Schüle, Johanna Polley, Clemens Schick, Joel Basman 

Zur Filmseite: www.eswareinmalindianerland.de

Kinostart: 19. Oktober 2017

Zum Film:

Stell dir vor, du bist 17 und lebst in den Hochhäusern am Stadtrand. Die Luft flimmert: Sommer. Dann die Nacht, als Jackie dir den Kopf verdreht. Im Freibad, Fuchsrotes Haar. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück.

Und Peng. Dir fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner erwürgt seine Frau. Edda, die 21-jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Du steigst mit Kondor in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer zu sehen. Und zum Showdown zieht ein geradezu biblisches Gewitter auf. Fühlt es sich so an – das Abenteuer, jung zu sein?  (Riva Filmproduktion GmbH)

Es war einmal Indianerland | Foto: Riva Filmproduktion GmbH

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...)  meine dolle Güte. Du, Mauser (LEONARD SCHEICHER), bist heiße 17; weißt nicht wohin mit deinen unbändigen Gefühlen; alles ist irgendwie Kacke; diese verdammte ständige Unruhe; du haderst mit allem; und dann taucht dieses Mädel auf: die rothaarige Jackie (EMILIA SCHÜLE); was für eine "Kanone"; dieses süße, vielversprechende Gören-Gesicht, dieser Wahnsinns, vielversprechende Bikini-Körper; im Schwimmbad toben die Emotionen; zumal du eine Chance bei ihr siehst, besser: fühlst; aber: Jackie ist von "nebenan", dort, wo - wie sagt man beknackt - "die Begüterten" wohnen; dabei kommst du doch aus dieser Ghetto-Hochhausburg vom Stadtrand; wo die Kids brüllend herumlungern; wo dein Vater die Stiefmutter bald umbringen und abhauen wird; wo aber auch Edda (JOHANNA POLLEY), die Süßwarenverkäuferin, lebt und dir signalisiert, dass sie dich mag. Was zu Noch-Noch-Mehr-Bauch-Unruhe führt.

Ich-Mauser: Verdammt, wie soll man in und bei einem solchen Hamburger Da-Sein den Überblick haben; überhaupt klar-kommen; sich zurecht-finden; zudem steht in einigen Tagen der Box-Kampf gegen ausgerechnet den besten Kumpel Kondor (JOEL BASMAN) an; völliger Blödsinn, aber ...Mutproben sind erwünscht; von wem eigentlich; erfunden; und als wäre dies noch nicht alles genug, taucht ab und zu auch noch dieser bescheuerte Indianer (ROBERT ALAN PACKARD) auf und verfolgt mich; was soll nun wieder dieser Scheiße??? Wo wie was... ist, bedeutet: Orientierung? Ich hab' keine; ich weiß gar nicht, ob das jetzt alles tatsächlich stattfindet, oder ob ich mich nicht in einer Art Traum aufhalte, ohne richtig aufzuwachen? Und wie ist das mit diesem Witz: Treffen sich ein alter Fisch und zwei junge Fische, der alte fragt sie, wie denn heute das Wasser wäre, woraufhin der eine junge Fisch den anderen fragt, was denn der Alte mit "Wasser" meine???

Der Kritiker: Wir alle waren mal Mauser. Sich daran zu erinnern, bereitet hier ein geiles Mords-Vergnügen. Na vielleicht ist Mords nicht das richtige Wort, aber darum geht es doch hier: bloß nicht die richtigen Wörter finden; dafür ist später noch Zeit genug.

Ich mag diesen Verdamm-mich-nochmal-Film, der etwas nach "Trainspotting" stinkt; sogar SEHR.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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