Kinotipp: Fences

Denzel Washington kämpft in den 1950ern gegen Rassismus und andere Härten seines Alltags

Pönis
4 von 5 Sternen

Fences

Genre: Drama

Produktion: USA 2016

Laufzeit: 139 Minuten

FSK: freigegeben ohne Altersbeschrängkung

Regie: Denzel Washington

Darsteller: Denzel Washington, Viola Davis, Stephen Henderson, Jovan Adepo

Zur Filmseite: www.fences-film.de

Kinostart: 16. Februar 2017

Zum Film:

Das emotionale Drama von und mit Oscar®-Preisträger Denzel Washington basiert auf dem Pulitzer-preisgekrönten, gleichnamigen Roman des amerikanischen Autors August Wilson.

Nachdem der junge Afroamerikaner Troy seine Baseballkarriere aufgrund rassistisch motivierter Ausgrenzungen beenden muss, versucht er als Müllmann seine Familie über Wasser zu halten. In Zeiten der jungen Bürgerrechtsbewegung im Amerika der 1950er Jahre kämpft er immer wieder gegen Diskriminierung und die Herausforderungen des Lebens... (Paramount Pictures Germany)

Fences | Foto: Paramount Pictures Germany

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Ein Familien-Epos als Lebens-Betrachtung. Was habe ich gemacht, wie habe ich gelebt, was soll noch passieren, wie sieht die Bilanz aus. Die späten 1950er Jahre in Pittsburg, Penssylvania. Troy Maxson ist bei der Müllabfuhr, liefert seinen Lohn an jedem Freitag bei seiner Ehefrau Rose pünktlich ab und grummelt ansonsten mit seinem Freund Jim Bono (STEPHEN HENDERSON) gerne darüber, wie er im Grunde einst eine mögliche Karriere als Profi-Baseballspieler in der „Negro Leagues“ durch „gewisse Umstände“ vergeben habe. Freitags wird darüber laut lamentiert. Ehefrau Rose hat sich an diese wortreichen Eskapaden ihres Gatten gewöhnt, weiß ihm verbal kontra zu geben, doch Sohn Cory möchte als talentierter Baseballer in die väterlichen Fußstapfen treten. Doch Troy ist definitiv dagegen. Behindert seinen Sohn geradezu bei dessen Sport(ler)-Wunsch und poltert schon mal: „In welchem Gesetz steht, dass ich dich mögen muss? Hast du jeden Tag was zu essen? Na also“. Heißt so viel wie: Richte dich gefälligst nach meinen Anweisungen. Basta.

Zur Familie zählt auch noch der behinderte, pflegebedürftige jüngere Bruder Troys, Gabriel (MYKELTI WILLIAMSON), der nach einer Kriegsverletzung einen irreparablen Kopfschaden hat und dessen Entschädigung Troy „benutzt“ hat, das kleine Haus zu kaufen.

Das, was man Zeit nennt, verrinnt. Mittendrin: Der kantige (über-)stolze Versorger Troy mit seinen (mitunter endlosen) Anekdoten- und Werte-Monologen, mal mit Rechthaber-Manieren, mal mit Selbstzweifeln, mal mit sperrigem Ego-Charakter; mal mit Lebenslügen: ein spannender Kerl mit lauter Widersprüchen. Dass Ehefrau Rose doch bei ihm bleibt, ist bei der letzten Verletzung, die Troy ihr antut, zu bewundern.

Ein großartiger Schauspieler-Film. Mit theaterhafter Intensität. Wenn man auf der Kino-Leinwand „die große Bühne“ erleben möchte, mit einem packenden modernen Tennessee Williams-Elia Kazan-„Endstation Sehnsucht“-Familien-Thema, wird man bestens bedient: Denzel Washington mit Marlon Brando-Charme-Wut ist ein heißer „Oscar“-Anwärter.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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