Kinotipp: Florence Foster Jenkins

Talentlose Operndiva quietscht sich durchs Leben

Pönis
4 von 5 Sternen

Florence Foster Jenkins

Genre: Biopic

Produktion: Großbritannien/Frankreich 2016

Laufzeit: 110 Minuten

FSK: freigegeben ab 0 Jahren 

Regie: Stephen Frears

Darsteller: Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg

Zur Filmseite: www.constantin-film.de/kino/florence-foster-jenkins

Kinostart: 24. November 2016

Zum Film:

Sie war die wohl schlechteste Opernsängerin aller Zeiten: Die US-Amerikanerin Florence Foster Jenkins (1968-1944) hatte keinerlei Gesangstalent, dafür aber umso mehr Selbstbewusstsein.

«Florence Foster Jenkins» von Regisseur Stephen Frears («Die Queen», «Philomena») erzählt die Lebensgeschichte der exzentrischen New Yorker Millionärin, die sich ihren großen Traum erfüllt, in der Carnegie Hall vor Tausenden Menschen zu singen.

Mit Meryl Streep als Foster Jenkins, Hugh Grant als ihrem englischen Ehemann und «The Big Bang Theory»-Star Simon Helberg als ihrem Pianisten Cosmé McMoon ist die Tragikomödie perfekt besetzt und bringt den Zuschauer abwechselnd zum Lachen und Fremdschämen. (dpa)

Florence Foster Jenkins | Foto: dpa

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Lächerlich, berührend, mutig. Frei nach dem Motto: Gesang ist, wenn man singt. Natürlich war/ist diese exzentrische Meryl Streep-Florence lächerlich. Zugleich aber ist sie dabei sehr berührend. Und erstaunlich mutig. Konsequent unnormal. Ihr die Würde zu belassen, sie nicht zu veralbern, zu denunzieren, was ein Leichtes wäre, schafft Regisseur STEPHEN FREARS unaufgeregt-spielend. Er hat ja auch ein phantastisches Unterhaltungshändchen für berühmte Themen- wie Film-Frauen. Nach Glenn Close & Michelle Pfeiffer in "Gefährliche Liebschaften" (1988); Julia Roberts in/als "Mary Reilly" (1996); Helen Mirren in/als "The Queen" (2006) oder Judi Dench in/als "Philomena" (2013) bringt er nun die begnadete MERYL STREEP zum phantastischen wie erfolgreichen Daneben-Singen. Die dreifache "Oscar"-Preisträgerin (bei bislang 19 Nominierungen) hatte offensichtlich einen köstlichen Spaß, diese eigenwillige Selbstdarstellerin stilvoll und elegant-falsch-zirpend zu interpretieren. Und mit dieser präsenten Lust zieht das gesamte Ensemble augenzwinkernd-fröhlich mit. Allen voran: Der lange Zeit nicht mehr so luftig-lockere, herrlich spitzzüngige HUGH GRANT-Ehemann St. Clair Bayfield. 

Ein gut situierter Mensch gibt sich – völlig unnötigerweise – ständig eine öffentliche Blöße. Gegen jeden "Anstand". Mit vollen Widersprüchen. Was für ein Vergnügen! Meryl Streep darf die nächste, die 20. "Oscar"-Nominierung erwarten.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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