Kinotipp: Schloss aus Glas

Prominent besetztes Familiendrama

Pönis
3.5 von 5 Sternen

Schloss aus Glas

Genre: Drama

Produktion: USA 2017

Laufzeit: 127 Minuten

FSK: o.A.

Regie: Destin Daniel Cretton

Darsteller: rie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts

Zur Filmseite: www.studiocanal.de/kino/schloss_aus_glass

Kinostart: 21. September 2017

Zum Film:

Jeanette Walls hat 2005 in ihrer Biografie die Geschichte ihrer Familie erzählt: Ein alkoholkranker Vater (Woody Harrelson) und eine Mutter (Naomi Watts), die sich mehr für ihre Gemälde als für ihren NAchwuchs interessiert, schleppen über Jahre sich und vier Kinder durch die USA.

Sie sehen sich als Freigeister und wollen den Sprösslingen lieber in selbst gewählten Projekten als in staatlichen Schulen das Leben nahe bringen - ihnen fehlt aber das Gespür dafür, ob dabei auch Bedürfnisse nach Struktur und Anleitung auf der Strecke bleiben. Als Erwachsene muss sich Jeanette (Brie Larson) schließlich entscheiden, ob sie mit ihren Eltern Frieden schließt oder nicht. Das Buch stand über Jahre auf den Bestsellerlisten. (dpa)

Schloss aus Glas | Foto: Jake Giles Netter/StudioCanal/dpa

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...)  Was mich stört, ist die Gnade. Im Buch wie im Film. Die "Tochter" ihrem oftmals schlimmen Erzeuger zugesteht. Zeit ihres jungen Lebens wurde die kleine und "mittlere" Jeanette drangsaliert, bevormundet, von gesellschaftlichen Bildungsorten fern gehalten. Oft seelisch misshandelt, dann  aber auch wieder von ihrem instabilen Daddy liebevoll behandelt. Viele Lebensjahre wurden so zwischen verdrängtem Dreck und angeberischer Hoffnung verschenkt. Ohne dass sich Vater Rex dazu bekannte oder bekennt. Oder sich veränderte. Und auch heute bemüht sich "Papa", der erwachsenen (und "zivilisierten") Tochter weiterhin unangenehm und aufdringlich in Sachen Leben und Lebensgestaltung reinzureden. Während sie in einem komfortablen Appartement wohnt, ihre Hochzeit plant und ihre Eltern - quasi "um die Ecke"  und absichtlich - auf der Straße hausen. Und sie zurückblickt auf Vergangenes.

Es endet, wie gesagt, "gnädig". Müssen wir "so" zur Kenntnis nehmen, aber das Akzeptieren fällt schwer. Bei und mit solch einem "Sau-Kerl". Nicht schwer fällt festzuhalten, es hier mit einem Schicksals-Movie zu tun zu haben, das durch die intensiven Auftritte eines überragend-präsenten WOODY HARRELSON zu einem Spannungsfilm mutiert, der emotional unter die Haut geht, aber in letztlicher Konsequenz - von mir - überhaupt nicht nachzuvollziehen ist. Muss er aber auch nicht, solange das Zepter von diesem einzigartigen texanischen Hühnen so bravourös getragen wird: "Schloss aus Glas" ist (= bietet) eine phantastische Woody Harrelson-Performance.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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