Kinotipp: Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Comic-Verfilmung über ein Agenten-Paar, das durch Zeit reist, um das Universum zu retten

Pönis
2 von 5 Sternen

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Genre: Science Fiction/Action/Adventure

Produktion: Frankreich 2017

Laufzeit: 137 Minuten

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Regie: Luc Besson

Darsteller: Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen, Rihanna, Ethan Hawke

 

Zur Filmseite: www.valerian-derfilm.de

Kinostart: 20. Juli 2017

Zum Film:

Im 28. Jahrhundert sind Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) als Spezialagenten der Regierung mit der Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum beauftragt. 

Auf Anordnung ihres Kommandanten (Clive Owen) begeben sich Valerian und Laureline auf eine Sondermission in die atemberaubende, intergalaktische Stadt Alpha: einer Mega-Metropole, die Tausende verschiedener Spezies aus den entlegensten Winkeln des Universums beheimatet. Die siebzehn Millionen Einwohner haben sich über die Zeiten einander angenähert und ihre Talente, Technologien und Ressourcen zum Vorteil aller vereint. Doch nicht jeder in der Stadt der Tausend Planeten verfolgt dieselben Ziele – im Verborgenen wächst eine dunkle Macht heran, die nicht nur Alpha, sondern die gesamte Galaxie in Gefahr bringt… (Universum Film)

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten | Foto: Universum Film

Kinoexperte Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...)  kenne die französische Science-Fiction-Serie nicht, auf die der Film basiert, die von Jean-Claude Mézières (Zeichnungen) und Pierre Christin (Texte) stammt und deren erste Geschichte erstmals am 9. November 1967 in der Ausgabe 420 des Magazins "Pilote" veröffentlicht wurde. Thema der Reihe: Zwei Agenten des "Raum-Zeit-Service", die von der Hauptstadt der Zukunft-aus, genannt GALAXITY, agieren. Seit 1973 erscheinen auch hierzulande die Episoden als Fortsetzungsgeschichten im ZACK-Magazin vom "Koralle Verlag".

In der jetzigen deutschen Kinofilm-Version heißen die beiden Helden: Valerian und Laureline. Werden dargestellt vom US-Schauspieler DANE DeHAAN, zur Drehzeit 30, und der britischen Model - Schauspielerin CARA DELEVINGNE, 24. Und damit sind wir gleich beim Desaster-Manno des europäischen Comic-Streichs, der im 28. Jahrhundert spielt: Diese beiden Hauptakteure sind grotten-schlecht. Überhaupt nicht reizvoll, spannend, nah, nie auch nur einen Moment in den Figuren überzeugend und glaubhaft oder gar Charakter-tief, sondern statisch bis zum Abwinken und lausig in den Bewegungen. ER stakst in der apathischen Version eines Bübchen-Major-Spezialagenten ständig nur staunend und mit "drückenden" Hormon-Schüben herum und möchte IHR am Liebsten an die Wäsche. SIE dagegen tritt wie eine dieser arrogant wirkenden Blond-Model-Püppchen auf, mit Pferdeschwanz und empörter Belästigungs-Schnute und als nur-behauptete Soldat-Spitzen-Agentin. Da beide andauernd in Erscheinung treten, wirkt der überlange Film deshalb zumeist unappetitlich bis langweilig.

Funktioniert wenigstens der Inhalt? Welcher Inhalt? CLIVE OWEN; ein erwachsener Darsteller gibt als General die Anordnung zum Aufbruch in die Gigantenstadt Alpha. Eine Mega-Metropole. Als intergalaktischer Knotenpunkt. Alpha ist in Gefahr, irgendeine dunkle Macht bedroht dieses eigentlich friedvolle Eiland. Deshalb soll das Pippi-Paar herausbekommen, warum wieso und durch wen was los ist, um dann alles in Ordnung zu bringen. So in etwa lautet die Order. Und das ist dann auch die spindeldürre Story.

Denn das meiste Geld - Budget: 200 Millionen EURO (= China hat finanziell mitgemischt) - wurde für Design, Bauten, Fantasy-Kostüme und Effekte professionell ausgegeben; visuell vermag man mit knalligem Look-Charme punkten. Von "Star Wars" bis "Avatar" wird spektakulär-actionreich zitiert, eigentlich: geplündert. Musikalisch startet es mit David Bowie ("Space Oddity") eingangs gleich atmosphärisch-zünftig. Bob Marley ("Jamming") und eine Coverversion des "Bee Gees"-Klassikers "Stayin' Alive" werden u.a. folgen. Und wenn später dann auch Pop-Star RIHANNA als coole Formwandlerin in Sexy-Erscheinung tritt, ist es, als befände man sich in einem ganz anderen und viel knalligerem Spaß-Film. Auch kommen diese Affen-Fledermäuse (oder umgekehrt), diese Doghan Daguis, ganz ulkig 'rüber, aber das sind halt Moment-Motive (hier: mit Anspielungen an "Guardians of the Galaxy") und nur Augen-Kurz-Verführer, bis diese "Kinderchen" Dane & Cara wieder auftauchen und weiterhin nur -belästigen. Ach so ja, wenigstens erwähnen will ich, dass auch HERBIE HANCOCK (als Minister) und ETHAN HAWKE (als Jolly) bedeutungslos mitwirken.

Halt, gegen Ende wird es wirklich einmal interessant und faszinierend: wenn es gilt, die in Gefahr geratene Welt der friedliebenden Pearls, elfengleiche, kahlköpfige Sanft-Wesen ("Avatar" lässt grüßen), zu beobachten. Wo besonders ein kleines niedliches Mechanik-Vogel-Tierchen in den komischen Augenschein und die latente Begehrlichkeit gerät, weil es in der Lage ist, wertvolle Perlen zu kacken.

Der große Visionär LUC BESSON hat sein neuestes Monumental-Produkt verdaddelt. Wenn du an der Rampe gleich zwei Total-Ausfälle hast wie es hier nun einmal Dane DeHaan & Cara Delevingne sind, dann kannst du dich äußerlich = drumherum noch so anstrengen: die Show geht voll in die (Augen-)Hose.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Legende zur Bewertung von Hans-Ulrich Pönack

5 Pönis = Einsame Spitze
4 Pönis = Richtig gut
3 Pönis = Geht so
2 Pönis = Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis = Grottig

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