Pflanzentipps: Christbaum und Weihnachtsdeko

105'5 Spreeradio Pflanzenexperte Andreas Modery gibt Tipps rund um den Weihnachtsbaum!

Christbaum | Foto: dpa

Weihnachten 2014: Alles rund um den Baum und Weihnachtsdeko!

Es ist immer einer der Höhepunkte des Weihnachtsfestes: der Moment, wenn sich die ganze Familie zum ersten Mal vor dem erleuchteten Christbaum zusammen findet. Der prächtig geschmückte Baum mit all den Lichtern – ein Augenschmaus. Erst mit dem Besuch der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Baltasar am 6. Januar endet für viele die Weihnachtszeit so richtig. Wenigstens bis dahin soll der Christbaum gut und frisch aussehen.

Seit wann gibt es eigentlich den Christbaum?
Der Christbaum ist etwas mehr als 500 Jahre alt, den Brauch, eine düstere Winterzeit mit grünen Pflanzen als Symbol für neues Leben sowie Kerzen als Hoffnung auf mehr Licht zu schmücken, gab es schon immer. Bereits im Mittelalter war es üblich, zu Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken. Den Überlieferungen zu Folge wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahr 1419 von der Freiburger Bäckerschaft aufgestellt, festlich geschmückt mit Nüssen und Früchten. Naschen durften die Kinder allerdings erst an Neujahr, wo der Christbaum abgeschüttelt wurde. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war es im Elsass Brauch, im Wohnzimmer zu den Weihnachtsfeierlichkeiten einen Baum aufzustellen und ihn mit Süßigkeiten, Nüssen und Äpfeln zu schmücken. Ein urkundlicher Beleg aus dem Jahr 1539 zeigt einen Weihnachtsbaum aufgestellt im Straßburger Münster. 1730 erhielten die Christbäume ihre ersten Kerzen. 
Die ersten mund geblasenen Christbaumkugeln kamen erst 1830 auf den Markt, vorerst nur für die gehobene Gesellschaft.  Im Laufe der Zeit gab es immer schönere und buntere Christbaumkugeln und wurden somit auch beim gewöhnlichen Volk beliebt. Lametta kam im Jahr 1878 hinzu, eingeführt in Nürnberg. Lametta soll die Tradition nach der Optik von glitzernden Eiszapfen symbolisieren. In Berlin wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahr 1785 aufgestellt. Der erste Weihnachtsbaum in Wien wurde im Jahr 1816 von Henriette von Nassau-Weiburg (Gattin des Erzherzog Karls) aufgestellt.

Was sollten wir beim Weihnachtsbaumkauf beachten? Wie kann man feststellen, ob der Baum noch frisch ist?
Beim Kauf sollten Sie den Händler immer fragen, wann der Baum geschlagen wurde. Bäume, die bereits lange stehen, sehen häufig noch schön aus, sobald Sie ihn aber zu Hause aufstellen, fallen innerhalb kürzester Zeit die Nadeln ab. Am besten gehen Sie zu einem Händler, bei dem Sie den Baum selbst aussuchen und direkt schlagen lassen können. So haben Sie eine Garantie für absolute Frische und lange Freude am Weihnachtsbaum.

Frischen Baum erkennen
Um beim Kauf zu erkennen, ob ein Baum frisch ist, sollte man ihn mehrfach kurz auf den Boden stoßen. Wenn dabei Nadeln rieseln, wurde der Baum wohl schon vor einiger Zeit geschlagen. Ein frische Schnittstelle erkennt man an der hellen Farbe.

Warum die Nordmanntanne so beliebt ist?
Diese Baumart hält die Nadeln von alleine – wirft sie nicht ab. Nadeln haben leichten Duft, picksen nicht und sind später im garten als Schnee- und Winterschutz einsetzbar!

Der Christbaum hält sich besonders lange, wenn Sie sich schon beim Kauf für die richtige Sorte entscheiden, wie zum Beispiel für eine robuste Nordmannstanne oder die Nobilistanne. Fichten sind zwar auch sehr schön, halten aber nicht besonders lange.

Sie können frühzeitiges Nadeln verhindern, indem Sie den Baum schon beim Transport vorsichtig behandeln.

Transport nach Hause: Was muss man berücksichtigen, damit es keine Transportschäden gibt?
Viele Weihnachtsbäume werden auf dem Autodach nach Hause transportiert. Dabei sollten die Christbäume besser in Folie eingepackt werden, da der Fahrtwind ihnen sonst zu viel Feuchtigkeit entziehen würde.

Zuhause angekommen – was nun? Bis Weihnachten sind noch ein paar Tage...
Da der Christbaum erst am 24. Dezember in die gute Stube kommt, so bewahren wir ihn bis zu seinem „großen Auftritt“ auf der Terrasse oder in der Garage oder in einem kühlen Raum auf.  Wichtig: Der Baum wird nach dem Kauf zuhause nochmals frisch angesägt und in einen mit Wasser gefüllten Eimer gestellt. Das Netz kann ohne Probleme noch bleiben.

Wie kann ich das Nadeln beim Weihnachtsbaum hinauszögern?
Um die Äste zu schonen, sollte das Baumnetz unbedingt von unten nach oben aufgeschnitten werden, damit sich das Geäst nicht in den Maschen verfängt. Bevor der Baum nun in seinen Ständer kommt, sollte sein Stamm erneut um wenige Zentimeter gekürzt werden. Über die frische Schnittstelle nimmt der Christbaum besser Wasser auf. Wenn der Baum zu Hause noch nicht aufgestellt wird, findet er am besten einen Platz in der Garage oder im Keller, wo er sich länger hält als in warmen Räumen. Deshalb gilt: Nach dem Kauf sollte der Weihnachtsbaum langsam an die wärmeren Temperaturen im Haus gewöhnt werden. Zum Lagern bieten sich deshalb Keller, Garage oder Treppenhaus an.
Damit der Baum nicht austrocknet und schnell seine Nadeln verliert, sollte er auch im Haus möglichst kühl stehen. Ein Platz vor der Heizung ist deshalb tabu. Auch Zugluft sollte vermieden werden. Stattdessen braucht der Christbaum täglichen Nachschub an Wasser. Zuvor sollte man eine etwa zwei Zentimeter dicke Scheibe am Stammende abschneiden, damit der Baum das Wasser besser aufnehmen kann . Wer das Wasser mit Blumenfrisch anreichert, hat länger etwas von seinem Baum. Außerdem schadet es nicht, den Baum mindestens einmal am Tag mit Wasser einzusprühen.

Welche Rolle spielt der Baumständer für die „Frische“ des Baumes?
Bei Christbaumständern hat sich in den vergangenen Jahren das Seilzugsystem durchgesetzt. Statt Flügelschrauben hält bei diesen Ständern ein Drahtseil den Baumstamm in der Senkrechten. Niemand muss mehr zwischen piksenden Ästen Schrauben in den Stamm eindrehen, da die Halterung per Fuß durch mehrmaliges Treten betätigt wird. So sei es einfacher, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Der Ständer sollte ein Wasserreservoir haben, das regelmäßig aufgefüllt werden muss, damit der Baum nicht austrocknet. "Trockene Weihnachtsbäume brennen wie Zunder." Der Irrglaube:  Zusätzlich könne ein Teelöffel Zucker ins Wasser kommen. Allerdings ist nicht jeder vom Nutzen des Zuckerwassers überzeugt. Dass ein Baum noch frisch ist und Wasser aufsaugen kann, lässt sich beim Kauf an der noch feuchten Schnittstelle erkennen. Besser: Schnittblumendünger aus dem Tütchen!

Wie pflege ich den Weihnachtsbaum im Topf richtig?
Weihnachtsbäumen ist meist nur ein kurzes Leben vergönnt. Spätestens am 6. Januar landet die Mehrzahl der Christbäume auf dem Müll. Manche dürfen immerhin noch als Abdeckung im Garten andere Pflanzen vor dem Erfrieren bewahren und werden nach dem Fest wenigstens nicht sinnlos weggeworfen. Viele Weihnachtsfans möchten die Bäume nicht derart verschwenden und greifen daher zu einem Weihnachtsbaum im Topf, den sie nach Weihnachten einpflanzen können. Allerdings brauchen Weihnachtsbäume im Topf ein besondere Pflege, damit sie nicht eingehen. 
Ein Weihnachtsbaum mit Ballen ist eine gute Idee, wenn man ohnehin noch etwas Platz im Garten hat. Allerdings ist das Anpflanzen der Weihnachtsbäume nicht immer von Erfolg gekrönt. Das liegt meist daran, dass der Baum die Weihnachtszeit drinnen nicht so gut verkraftet hat. Deshalb sollte man ein paar einfache Regeln im Umgang mit Topf-Weihnachtsbäumen beherzigen. Das fängt schon beim Kauf an.

Weihnachtsbaum sollte im Topf gewachsen sein
Am besten wählt man einen Baum, der bereits im Topf gewachsen ist. Wurde der Baum im Freiland groß gezogen und erst kurz vor Weihnachten gestochen, ist die Gefahr groß, dass der Wurzelballen dabei Schaden genommen hat. Mit unversehrtem Ballen sind die Anwachschancen höher.  Die Größe des Ballens sollte in einem ausgewogenen Verhältnis zur Pflanze stehen, das heißt, er sollte nicht sehr klein sein. Außerdem sollte der Ballen fest sein und viele Faserwurzeln haben. Damit das Anpflanzen besser gelingt, sollte man sich eher für einen kleineren Baum bis 1,20 Meter Höhe entscheiden. Der übersteht den Wurzel- und Verpflanzungsschock in der Regel besser als ein großer.
Um den Baum vor einem Temperaturschock zu bewahren, ist es ratsam, ihm etwas Zeit zum Akklimatisieren zu geben. Immerhin befindet er sich in den Wintermonaten in der Vegetationsruhe und wird im warmen Wohnzimmer übergangslos in den Sommer katapultiert. Ein paar Tage an einem schattigen, frostfreien und windgeschützten Ort – zum Beispiel im kühlen Hausflur oder in der Garage genügen zum Eingewöhnen. Die braucht der Baum sowohl vor dem Aufstellen und nach Weihnachten nochmal, bevor er wieder ins Freie gebracht wird. 
Frühestens einen Tag vor Heiligabend sollte ein Weihnachtsbaum mit Ballen in das Wohnzimmer kommen. Wird er erst dann in einen Topf gesetzt, sollte der Ballen ganz in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Im Haus benötigt der gepflanzte Weihnachtsbaum einen möglichst kühlen Standort. Er sollte auch nicht länger als zehn Tage im Zimmer stehen. Wichtig ist, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Gewöhnlich muss er jeden zweiten Tag gegossen werden. Damit die Nadeln nicht abfallen, ist es notwendig sie mehrmals täglich mit Wasser einzusprühen.

Wie lässt sich die Brandgefahr minimieren?

Brandgefahr beim Weihnachtsbaum minimieren
Um zu verhindern, dass der Baum Feuer fängt und die ganze Wohnung abbrennt, sind einige Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Wer echte Kerzen verwendet, darf den beleuchteten Baum nie unbeaufsichtigt lassen. Außerdem sollte immer ein Feuerlöscher und/oder ein Eimer Wasser bereit stehen. Der Baum muss grundsätzlich ausreichend Abstand zu Gardinen und anderen leicht brennbaren Materialien haben. Wenn kleine Kinder oder Haustiere im Haus sind, sollte man lieber auf Wachskerzen verzichten und stattdessen eine Lichterkette verwenden.

Vorsicht mit Kerzen
Der Baum sollte erst kurz vor dem Fest ins Zimmer kommen. Wer ihn mit echten Kerzen schmückt, sollte Folgendes beachten: Sie gehören so weit außen an die Zweige, dass die Flamme keine darüberliegenden Zweige entzünden kann. Gerade ausgetrocknete Zweige brennen leicht.

Bodenvase mit Wasser zum Löschen füllen
Ein Baum steht gut, wenn er genügend Abstand zu Möbeln und Vorhänge. In der Nähe eines Weihnachtsbaums mit Kerzen sollte stets ein Feuerlöscher oder ein Eimer Wasser stehen – damit sich ein Brand schnell löschen lässt. Wer einen Eimer im Wohnzimmer hässlich findet, nimmt am besten eine hübsche Bodenvase. Sinnvoll ist es auch auf jeden Fall, ausreichend einen Rauchmelder in der Wohnung zu installieren.

Kerzen am Weihnachtsbaum richtig abbrennen
Damit die Kerzen gleichmäßig abbrennen, sollte der Docht möglichst gerade und nicht länger als ein Zentimeter sein. Sollte die Kerze rußen, muss entweder die Zugluft abgestellt oder der Docht gekürzt werden. Einige Kerzenfreunde schwören darauf, dass Kerzen länger brennen und weniger tropfen, wenn man sie vor dem Anzünden für ein paar Stunden ins Gefrierfach legt.
Der Halter sollte möglichst aus einem feuerfesten Material wie Metall oder Keramik sein. Damit die Kerze gut sitzt, kann man ihr Unterteil kurz in heißes Wasser eintauchen, bevor man sie in den Halter einpasst.

Worauf ist beim Dekorieren des Christbaumes zu achten?

Lichterkette muss als erstes an Christbaum
Wenn der Baum steht, kann man mit dem Schmücken loslegen. Wer eine Lichterkette verwenden will, sollte diese als erstes anbringen. Bereits aufgehängte Kugeln und Girlanden könnten sonst beim Verstauen des Kabels im Weg sein und beschädigt werden. Die Lichterkette wird am besten spiralförmig von oben nach unten um den Baum gelegt, wobei die Lichter möglichst weit außen angebracht werden.
Familien mit Kindern sollten schon aus Sicherheitsgründen die Lichterkette echten Kerzen vorziehen. Für alle anderen haben die elektrischen Kerzen den Vorteil, dass man den Baum länger und öfter beleuchten kann. Damit die Beleuchtung auch komplett ist, empfiehlt es sich, vor dem Anbringen der Lichterkette einmal kurz zu testen, ob alle Lämpchen funktionieren. Dann lassen sich die defekten Lichter bequemer aufspüren und austauschen.

Große Christbaumkugeln nach unten
Wenn Kugeln den Baum zieren sollten, sind sie beim Schmücken als nächstes an der Reihe. Der Baum wirkt eindrucksvoller, wenn man ein paar Dekorationstipps beherzigt. Da Weihnachtsbäume unten massiger sind als oben, sollte man große Kugeln nach unten hängen und kleinere besser nach oben. Wer darauf achtet, auch die inneren Äste zu schmücken, verleiht seinem Baum mehr Tiefe. Dafür braucht man natürlich einige Kugeln – das kann kostspielig werden.

So wirkt der Weihnachtsbaum voller
Sparfüchse behelfen sich mit einem Trick: Um ihren Baum auch mit wenig Schmuck üppig wirken zu lassen, bilden sie Gruppen aus mehreren Kugeln. Wenn man zum Befestigen statt Draht Geschenkband verwendet, wirkt der Baum gleich noch dichter dekoriert. Für ein wenig mehr Glamour hängt man glänzende Kugeln in die Nähe von Kerzen. Dann glitzern sie schön im Licht und der Baum wirkt heller.

Ketten, Girlanden und Lametta
Ketten und Girlanden wirken am besten, wenn sie möglichst weit außen auf die Äste gelegt werden. Wie die Lichterkette sollte man sie von oben nach unten spiralförmig um den Baum drapieren. Kugeln hingegen sollten nicht ganz außen hängen. Auf keinen Fall darf der Ast von ihrem Gewicht nach unten gezogen werden. 
Wer Lametta verwendet, sollte dabei immer bedenken, dass man die dünnen Silberfäden vor dem Entsorgen des Baums wieder vollständig entfernen muss. Wenn sie in den Nadeln festhängen, kann das sehr mühsam werden.

Harz vom Weihnachtsbaum entfernen

Wer beim Kaufen und Aufstellen des Baums Harz an die Hände bekommen hat, kann dies mit Babyöl oder Pflegeöl wieder entfernen. 

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