Das 105'5 Spreeradio David Bowie Special

Das große Musik-Special zum 70. Geburtstag von David Bowie mit Thomas Koschwitz

David Bowie Special mit Thomas Koschwitz

Im vergangenen Jahr mussten wir uns von vielen großartigen Musikern verabschieden. Bereits im Januar 2016 verstarb David Bowie. Der Ausnahmekünstler prägte mit seinem Schaffen die Musikwelt wie kein anderer. Am 8. Januar 2017 - zwei Tage vor seinem ersten Todestag - wäre Bowie 70 Jahre alt geworden. Genau an diesem Tag haben wir das Musikgenie und seine Musik in einem David-Bowie-Special gefeiet!

Thomas Koschwitz hat mit interessanten Fakten und viel Musik das Leben von David Bowie beleuchtet. Schwerpunkte waren dabei «Bowie und die Duette», «Bowie und der Weltraum» und natürlich seine Zeit in Berlin, in der Songs wie «Heroes», «China Girl» oder «Sound And Vision» entstanden sind.

Songliste - Diese Bowie-Songs haben wir gespielt...

1. Ashes To Ashes | 2. Absolute Beginners | 3. Changes | 4. This Is Not America (David Bowie & Pat Metheny Group) | 5. Dancing In The Street (David Bowie & Mick Jagger) | 6. The Man Who Sold The World (Lulu & David Bowie) | 7. Under Pressure (Queen & David Bowie) | 8. Heroes
9. Where Are We Now? | 10. China Girl | 11. Sound And Vision | 12. Fame | 13. Golden Years | 14. Space Oddity | 15. Life On Mars? | 16. Cat People (Putting Out Fire) | 17. Let's Dance | 18. John, I'm Only Dancing
(Sax Version) | 19. Rebel Rebel | 20. Sell Me A Coat | 21. Modern Love | 22. Dollar Days | 23. Lazarus

David Bowie - Stationen seiner Karriere

Die britische Musiklegende David Bowie hat mit Kunstfiguren und spektakulären Shows fasziniert. Wichtige Stationen seiner Karriere:

1969: Erster großer Erfolg mit «Space Oddity» und der Figur Major Tom.

1972/1973: Das Album «The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars» erscheint. Bei der anschließenden Welttournee tritt Bowie in einer spektakulären Bühnenshow als Ziggy Stardust auf.

1976 bis 1978: Bowie lebt in Berlin. Mit seiner «Berliner Trilogie» - den Alben «Low» und «Heroes» (beide 1977) und dem 1979 aufgenommenen Album «Lodger» - schreibt er Musikgeschichte.

1980: «Ashes to Ashes» aus dem Album «Scary Monsters» wird ein Hit.

1983: Das Album «Let's Dance» mit dem Titelsong und «China Girl» wird ein großer Erfolg.

1997: Bowie geht als erster Rock-Musiker mit einem Katalog seiner Songs erfolgreich an die Börse in New York.

2003: Nach einer längeren Schaffenskrise bringt ihn das Album «Reality» wieder zurück an die Spitze.

2013: Nach zehn Jahren Plattenpause erscheinen die Single «Where Are We Now» und das Album «The Next Day». Das Victoria and Albert Museum in London zeigt in einer großen Ausstellung den Einfluss des Multitalents auf Mode, Kunst und Kultur. Die Schau ist 2014 auch in Berlin zu sehen.

2016: Sein letztes Album «Blackstar» erscheint.

Fotos einer Musiklegende

Portrait

Vom Debüt-Flop bis zum düsteren Abschied: Bowie prägte den Pop

Rock-Chamäleon, Kunstfigur, Klangforscher, Gelegenheitsschauspieler - David Bowie hat in seiner fast 50-jährigen Karriere viele Rollen ausgefüllt. Am Ende stand der Abschied mit einem Meisterwerk.

Der am 8. Januar 1947 als David Robert Jones im Londoner Stadtteil Brixton geborene David Bowie ist einer der einflussreichsten Musiker der Popgeschichte. Nach offizieller Zählung veröffentlichte der Sänger, Songschreiber und Multi-Instrumentalist rund 25 Alben. Das letzte an seinem 69. Geburtstag, zwei Tage vor seinem Tod. Bowie soll zu Lebzeiten etwa 140 Millionen Tonträger verkauft haben und gilt damit als einer der weltweit erfolgreichsten Popstars.

Nach einem Debüt-Flop gelang dem jungen Briten 1969 mit dem Album «Space Oddity» und dem Titelsong über den fiktiven Astronauten Major Tom der Durchbruch. Danach prägte Bowie mit Platten wie «Hunky Dory» und «The Rise And The Fall Of Ziggy Stardust» den Glamrock, der Anfang der 70er Jahre schrill mit Geschlechterklischees spielte.

Dieses Jahrzehnt war seine produktivste und kreativste Karrierephase mit weiteren stilbildenden Platten wie «Young Americans», «Station To Station» sowie den in Berlin aufgenommenen «Low» und «Heroes».

In den 80ern wurde Bowie mit dem Funk-Blues-Album «Let's Dance» vom Kritikerliebling zum Megastar, der weltweit Stadien füllte. Danach versuchte er sich etwas ziellos in wechselnden Pop-Genres, ehe ein Herzinfarkt während der «Reality»-Tour ihn 2003 gesundheitlich aus der Bahn warf. Er zog sich in seine Wahlheimat New York zurück.

David Bowie | Foto: Vernon Dewhurst

Jahrelang war wenig von der Pop-Ikone zu hören, bis der 66-Jährige 2013 mit der Comeback-Platte «The Next Day» an frühere Erfolge anknüpfen konnte. Bowie trat zwar nicht mehr live auf, gab keine Interviews, war aber weiter musikalisch aktiv. Bis zu einem letzten Höhepunkt mit dem meisterhaften und, wie man inzwischen weiß, von Todesahnungen durchzogenen Avantgarde-Rock-Album «Blackstar».

Bowie war zwei Mal verheiratet, zuletzt seit 1992 mit dem Model Iman Abdulmajid (61). Eine Tochter wurde im Jahr 2000 geboren. Aus der ersten Ehe mit Angela Barnett ging der Sohn Duncan Jones hervor, der als Filmregisseur («Moon», «Source Code») erfolgreich ist. Bowie feierte ebenfalls einige Erfolge beim Film («Der Mann, der vom Himmel fiel», «Merry Christmas, Mr Lawrence», «Basquiat») und am Theater.

Als erstem Popkünstler wurde ihm 2013 eine Museums-Retrospektive gewidmet. Die Werkschau «David Bowie is...» des Victoria and Albert Museum in London stellte Bowies Einfluss auf Musik, Videos, Mode, Kunst und Kultur heraus. Sie wurde danach unter anderem in Berlin, Paris und Melbourne gezeigt und lockte weltweit bislang über eine Million Menschen an.

Bowie war auch bei der Vermarktung seiner Kunst ein Vorreiter. So ging er 1997 als erster Rockmusiker mit einem Katalog seiner Songs erfolgreich an die Börse in New York. Und: In den musikalisch für ihn ansonsten eher unbedeutenden 90er Jahren sammelte er enthusiastisch und kenntnisreich Bildende Kunst, die vor einigen Wochen beim Londoner Auktionshaus Sotheby's zu Rekordpreisen versteigert wurde. (dpa)

www.davidbowie.com

Bowie für Beginner - Seine besten Songs

David Bowie war ein «Album-Künstler», der ausgefeilte Songsammlungen anbieten wollte. Aber er kannte auch den Wert von einzelnen Liedern und Hit-Singles im Pop. Hier einige seiner besten:

WELTRAUM-DRAMA: Beeindruckt von Stanley Kubricks Film «2001: A Space Odyssey» und kurz vor der ersten Mondlandung schreibt Bowie das traurige Lied «Space Oddity» (1969). Die Geschichte des Astronauten Major Tom, der nach einer Havarie angstvoll ins All driftet und sich von seiner Frau verabschiedet, berührt bis heute.

VERSPÄTETER HIT: Die 1973 von RCA nachträglich veröffentlichte Single «Life on Mars?» aus dem Album «Hunky Dory» (1971) klettert bis auf Platz 3 der Single-Charts und bleibt 13 Wochen vorne. Trotz des abermals mit der Weltraum-Faszination spielenden Titels geht es hier ganz erdverbunden etwa um ein Mädchen, Liebesprobleme und vieles mehr.

SCHRILL UND SELBSTBEWUSST: Kaum ein Song der ersten Jahre verströmt so viel Energie wie «Suffragette City» (1972). Die Gitarre von Mick Ronson, ein entfesseltes Boogie-Piano und Bowies kreischender Gesang gehören zum Stärksten, was der kurzlebige Glamrock zu bieten hatte. Am besten direkt danach vom «Ziggy»-Album auch «Moonage Daydream» hören!

KRAFTWERK IM HINTERKOPF: Die Faszination für neue deutsche Rockmusik ergreift Bowie schon früh: «Meine Lieblingsgruppe ist Kraftwerk», sagt er Mitte der 70er Jahre. Der Album-Eröffnungstrack «Station to Station» (1976) zeugt davon. Zuggeräusche, lange Instrumentalpassagen und dieser unwiderstehliche Rock-Groove - ein Songmonument.

HELDEN-HOMMAGE: Wenn es ein ikonisches Lied von David Bowie gibt, dann wohl «Heroes» (1977). Der kurze Blick auf ein küssendes Pärchen vor der Berliner Mauer soll ihn zu dem Text inspiriert haben, von dem es auch eine radebrechend-charmante deutsche Version gibt. Eine gänzlich unpeinliche Pophymne, ein Gänsehaut-Song für die Ewigkeit.

HIT MIT JAZZ-POP: In den 80ern tut sich Bowie erfolgreich mit anderen Promis zusammen, etwa Freddy Mercury oder Mick Jagger. Der wohl schönste Song dieser Ära entsteht mit der Fusion-Jazz-Band Pat Metheny Group. «This Is Not America» (1985) gehört zum Soundtrack eines Films, den man im Gegensatz zu dieser Midtempo-Ballade längst vergessen hat.

BLICK ZURÜCK OHNE ZORN: Im Gegenteil, mit «Where Are We Now?» (2013) erhebt Bowie die Berliner Jahre von 1976 bis 1978 zu einer seiner prägenden Karrierephasen. Er besingt mit fragiler Stimme den Potsdamer Platz, den einstigen Stammclub «Dschungel», das Kaufhaus KaDeWe - und den Mauerfall. Nostalgisch und sehr bewegend.

IM ANGESICHT DES TODES: Die biblische Figur eines von den Toten erweckten Menschen liefert die Vorlage für den letzten großen Song Bowies zu Lebzeiten. «Lazarus»-Text und -Video erschüttern mit ihrer Endzeitstimmung - der krebskranke Sänger wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Ein Abschied in größtmöglicher Würde.

(dpa)

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