Grammys: Adele große Abräumerin

Grammys: «Hello» von Adele ist Aufnahme des Jahres...

Grammys 2017 | Fotos: dpa

59. Grammy-Verleihung in L.A.

Die britische Sängerin Adele ist die große Gewinnerin der diesjährigen Grammy-Awards in Los Angeles. Die 28-Jährige nahm fünf der wichtigsten Musikpreise mit nach Hause, so wurde sie am Sonntag (Ortszeit) für ihren Song «Hello» in den beiden Hauptkategorien Aufnahme des Jahres und Lied des Jahres ausgezeichnet. Ihr «25» wurde zudem zum besten Album des Jahres gekürt. In ihrer Dankesrede würdigte Adele unter Tränen ihre Konkurrentin, R&B-Sängerin Beyoncé. «Die Künstlerin meines Lebens ist Beyoncé», sagte sie. «Das «Lemonade»-Album ist so monumental.»

Schon vor der Show waren Adele zwei weitere Preise für die beste Pop Solo Performance und das beste Pop Vocal Album zugesprochen worden. Im Laufe ihrer Karriere kommt sie nun auf 15 Grammys. Beyoncé gewann in diesem Jahr nur zwei Awards: «Lemonade» wurde als bestes Urban Contemporary Album ausgezeichnet, «Formation» als bestes Musikvideo. Sie kommt nun auf insgesamt 22 Grammys, drei davon mit ihrer früheren Band Destiny's Child. Chance the Rapper gewann den Preis als bester neuer Künstler des Jahres. Der legendäre David Bowie wurde posthum mit fünf Awards ausgezeichnet.

Anders als zuvor vermutet, hielten sich während der dreieinhalbstündigen Show die Stars mit politischen Bekundungen meist zurück. Die Rap- und Hip-Hop-Veteranen von A Tribe Called Quest bezeichneten den neuen US-Präsidenten Donald Trump in Anspielung auf sein Aussehen und das giftige Vernichtungsgas aus dem Vietnamkrieg mehrfach als «President Agent Orange». Sie brachten zudem ein breites Spektrum an Dutzenden Statisten auf die Bühne, darunter Afroamerikaner und Frauen mit Kopftüchern.

Fotos: Grammy Awards 2017

Die schwangere Beyoncé sagte in ihrer Dankesrede, dass sie sich für ihre Kinder eine Welt wünsche, in der diese keinen Zweifel daran haben, «schön, intelligent und kompetent» zu sein. Das wolle sie für jedes Kind, egal welcher Herkunft.

Bei ihrem Gesangsauftritte machte die R&B-Sängerin auf die Rolle von Frauen und Müttern aufmerksam. In einem hautengen goldfarbenen Kleid sowie riesigem Haarreif und großen Ohrringen tanzte und sang die 35-Jährige unter anderem zu ihren Song «Sand Castles» vom Album «Lemonade». Hologramm-Aufnahmen zeigten die Sängerin halbnackt mit Babybauch.

Wie auch schon im Vorjahr hatte Adele dagegen mit Tonproblemen zu kämpfen. Nach etwa einer Minute war sie mit ihrem Auftritt zum Gedenken an den verstorbenen George Michael unzufrieden. Sie stoppte die Darbietung von «Fastlove» und sagte: «Ich kann das nicht versauen, seinetwegen.». Am Ende des von Streichern getragenen Vortrags standen der 28-Jährigen Tränen in den Augen, die Zuschauer im Staples Center von Los Angeles applaudierten stehend. Auch für ein Tribut von Bruno Mars in Gedenken an den verstorbenen Prince gab es viel Beifall.

Quelle: dpa

Der vor mehr als einem Jahr gestorbene David Bowie wurde für sein letztes Studioalbum «Blackstar» in fünf kleineren Kategorien ausgezeichnet. Er gewann posthum Grammys für die beste Rockperformance, den besten Rocksong, das beste Alternative-Music-Album, das beste die Aufnahme begleitende Verpackung und Booklet, sowie für das technisch am besten ausgeführte Album. Bowie starb am 8. Januar 2016, zwei Tage nach der Veröffentlichung von «Blackstar» an seinem 69. Geburtstag. 

Auch eine Deutsche zählte zu den Gewinnern: Die Flensburger Opernsängerin Dorothea Röschmann siegte in der Kategorie bestes klassisches Solo-Album für «Schumann & Berg», zusammen mit «Shakespeare Songs» von Ian Bostridge.

Bei der von Late-Night-Talker James Corden moderierten 59. Auflage der Grammys wurden Preise in mehr als 80 Kategorien vergeben. Die Grammy Awards verleiht die Recording Academy, ein Zusammenschluss aus Musikern, Produzenten, Tontechnikern und anderen Musikprofis. (dpa)

Grammys 2017 - Die Gewinner...

Hauptkategorien

Single des Jahres (Record of the Year)

  • Hello von Adele

nominiert waren außerdem...

  • Formation von Beyoncé
  • 7 Years von Lukas Graham
  • Work von Rihanna featuring Drake
  • Stressed Out von Twenty One Pilots

Hauptkategorien

Album des Jahres (Album of the Year)

  • 25 von Adele

nominiert waren außerdem...

  • Lemonade von Beyoncé
  • Purpose von Justin Bieber
  • Views von Drake
  • A Sailor’s Guide to Earth von Sturgill Simpson

Hauptkategorien

Song des Jahres (Song of the Year)

  • Hello von Adele (Autoren: Adele Adkins, Greg Kurstin)

nominiert waren außerdem...

  • Formation von Beyoncé (Autoren: Khalif Brown, Asheton Hogan, Beyoncé Knowles, Michael L. Williams II)
  • I Took a Pill in Ibiza von Mike Posner (Autor: Mike Posner)
  • Love Yourself von Justin Bieber (Autoren: Justin Bieber, Benjamin Levin, Ed Sheeran)
  • 7 Years von Lukas Graham (Autoren: Lukas Forchhammer, Stefan Forrest, Morten Pilegaard, Morten Ristorp)

Hauptkategorien

Bester neuer Künstler (Best New Artist)

  • Chance the Rapper

nominiert waren außerdem...

  • Kelsea Ballerini
  • The Chainsmokers
  • Maren Morris
  • Anderson Paak

Pop

Beste Pop-Solodarbietung (Best Pop Solo Performance)

  • Hello von Adele

nominiert waren außerdem...

  • Hold Up von Beyoncé
  • Love Yourself von Justin Bieber
  • Piece by Piece (Idol Version) von Kelly Clarkson
  • Dangerous Woman von Ariana Grande

Pop

Beste Popdarbietung eines Duos / einer Gruppe (Best Pop Duo / Group Performance)

  • Stressed Out von Twenty One Pilots

nominiert waren außerdem...

  • Closer von den Chainsmokers featuring Halsey
  • 7 Years von Lukas Graham
  • Work von Rihanna featuring Drake
  • Cheap Thrills von Sia featuring Sean Paul

Pop

Bestes Gesangsalbum – Traditioneller Pop (Best Traditional Pop Vocal Album)

  • Summertime: Willie Nelson Sings Gershwin von Willie Nelson

nominiert waren außerdem...

  • Cinema von Andrea Bocelli
  • Fallen Angels von Bob Dylan
  • Stages Live von Josh Groban
  • Encore: Movie Partners Sing Broadway von Barbra Streisand

Pop

Bestes Gesangsalbum – Pop (Best Pop Vocal Album)

  • 25 von Adele

nominiert waren außerdem...

  • Purpose von Justin Bieber
  • Dangerous Woman von Ariana Grande
  • Confident von Demi Lovato
  • This Is Acting von Sia

Dance / Electronica

Beste Dance-Aufnahme (Best Dance Recording)

  • Don’t Let Me Down von den Chainsmokers featuring Daya

nominiert waren außerdem...

  • Tearing Me Up von Bob Moses
  • Never Be Like You von Flume featuring Kai
  • Rinse & Repeat von Riton featuring Kah-Lo
  • Drinkee von Sofi Tukker

Dance / Electronica

Bestes Dance-/Electronic-Album (Best Dance/Electronic Album)

  • Skin von Flume

nominiert waren außerdem...

  • Electronica 1: The Time Machine von Jean-Michel Jarre
  • Epoch von Tycho
  • Barbara Barbara, We Face a Shining Future von Underworld
  • Louie Vega Starring … XXVIII von Louie Vega

Rock

Beste Rock-Darbietung (Best Rock Performance)

  • Blackstar von David Bowie

nominiert waren außerdem...

  • Joe (Live from Austin City Limits) von den Alabama Shakes
  • Don’t Hurt Yourself von Beyoncé featuring Jack White
  • The Sound of Silence (Live on Conan) von Disturbed
  • Heathens von Twenty One Pilots

Rock 

Beste Metal-Darbietung (Best Metal Performance)

  • Dystopia von Megadeth

nominiert waren außerdem...

  • Shock Me von Baroness
  • Silvera von Gojira
  • Rotting in Vain von Korn
  • The Price Is Wrong von Periphery

Rock

Bester Rocksong (Best Rock Song)

  • Blackstar von David Bowie (Autor: David Bowie)

nominiert waren außerdem...

  • Burn the Witch von Radiohead (Autoren: Radiohead)
  • Hardwired von Metallica (Autoren: James Hetfield, Lars Ulrich)
  • Heathens von Twenty One Pilots (Autor: Tyler Joseph)
  • My Name Is Human von Highly Suspect (Autoren: Rich Meyer, Ryan Meyer, Johnny Stevens)

Rock

Bestes Rock-Album (Best Rock Album)

  • Tell Me I’m Pretty von Cage the Elephant

nominiert waren außerdem...

  • California von Blink-182
  • Magma von Gojira
  • Death of a Bachelor von Panic! at the Disco
  • Weezer von Weezer

Alternative

Bestes Alternative-Album (Best Alternative Music Album)

  • Blackstar von David Bowie

nominiert waren außerdem...

  • 22, a Million von Bon Iver
  • The Hope Six Demolition Project von PJ Harvey
  • Post Pop Depression von Iggy Pop
  • A Moon Shaped Pool von Radiohead

Rhythm & Blues

Beste R&B-Darbietung (Best R&B Performance

  • Cranes in the Sky von Solange

nominiert waren außerdem...

  • Turnin’ Me Up von BJ the Chicago Kid
  • Permission von Ro James
  • I Do von Musiq Soulchild
  • Needed Me von Rihanna

Rhythm & Blues

Beste Darbietung – Traditioneller R&B (Best Traditional R&B Performance)

  • Angel von Lalah Hathaway

nominiert waren außerdem...

  • The Three of Me von William Bell
  • Woman’s World von BJ the Chicago Kid
  • Sleeping with the One I Love vom Fantasia
  • Can’t Wait von Jill Scott

Rhythm & Blues

Beste Darbietung – Traditioneller R&B (Best Traditional R&B Performance)

  • Lake by the Ocean von Maxwell (Autoren: Hod David, Gerald Maxwell Rivera)

nominiert waren außerdem...

  • Come and See Me von PartyNextDoor featuring Drake (Autoren: Jahron Brathwaite, Aubrey Graham, Noah Shebib)
  • Exchange von Bryson Tiller (Autoren: Michael Hernandez, Bryson Tiller)
  • Kiss It Better von Rihanna (Autoren: Jeff Bhasker, Robyn Fenty, John-Nathan Glass, Natalia Noemi)
  • Luv von Tory Lanez (Autoren: Magnus August Høiberg, Benjamin Levin, Daystar Peterson)

Rhythm & Blues

Bestes Urban-Contemporary-Album (Best Urban Contemporary Album)

  • Lemonade von Beyoncé

nominiert waren außerdem...

  • Ology von Gallant
  • We Are King von King
  • Malibu von Anderson .Paak
  • Anti von Rihanna

Rhythm & Blues

Bestes R&B-Album (Best R&B Album)

  • Lalah Hathaway Live von Lalah Hathaway

nominiert waren außerdem...

  • In My Mind von BJ the Chicago Kid
  • Velvet Portraits von Terrace Martin
  • Healing Season von Mint Condition
  • Smoove Jones von Mýa

Musikvideo / -film

Bestes Musikvideo (Best Music Video)

  • Formation von Beyoncé (Regie: Melina Matsoukas; Produzent: Nathan Scherrer)

nominiert waren außerdem...

  • Formation von Beyoncé (Regie: Melina Matsoukas; Produzent: Nathan Scherrer)
  • River von Leon Bridges (Regie: Miles Jay; Produzenten: Dennis Beier, Allison Kunzman, Saul Levitz)
  • Up & Up von Coldplay (Regie: Vania Heymann, Gal Muggia; Produzenten: Juliette Larthe, Natan Schottenfels)
  • Gosh von Jamie XX (Regie: Romain Gavras; Produzenten: Iconoclast)
  • Upside Down & Inside Out von OK Go (Regie: Damian Kulash Jr., Trish Sie; Produzenten: Melissa Murphy, John O’Grady)

Musikvideo / -film

Bester Musikfilm (Best Music Film)

  • The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years von den Beatles (Regie: Ron Howard; Produzenten: Brian Grazer, Ron Howard, Scott Pascucci, Nigel Sinclair)

nominiert waren außerdem...

  • I’ll Sleep When I’m Dead von Steve Aoki (Regie: Justin Krook; Produzenten: Brent Almond, Matt Colon, David Gelb, Ryan Kavanaugh, Happy Walters, Matthew Weaver)
  • Lemonade von Beyoncé (Regie: Beyoncé Knowles Carter, Kahlil Joseph; Produzenten: Beyoncé Knowles Carter)
  • The Music of Strangers von Yo-Yo Ma & the Silk Road Ensemble (Regie: Morgan Neville; Produzent: Caitrin Rogers)
  • American Saturday Night: Live from the Grand Ole Opry von verschiedenen Interpreten (Regie: George J. Flanigen IV; Produzenten: Steve Buchanan, John Burke, Lindsey Clark, Robert Deaton, Pete Fisher, George J. Flanigen IV)

Videos: 59th GRAMMY Awards

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