Prince-Statue gefordert

US-Petition will Columbus-Statue durch Prince-Statue ersetzen

Prince | Foto: dpa

Eine Petition im US-Staat Minnesota fordert, die Statue von Christoph Columbus vor dem Parlament des Bundesstaates in der Hauptstadt St. Paul abzubauen - und stattdessen eine Statue des verstorbenen Pop-Stars Prince («Purple Rain») aufzustellen. «Statt einen Mann zu glorifizieren, der Schwarze und Ureinwohner auslöschen wollte, sollten wir Mitglieder unserer Gesellschaft ehren, deren Führung wir inspirierend finden», heißt es im Petitionstext.

Prince, der in Minnesota zur Welt kam und starb, verkörpere die Werte des US-Staates besser als Columbus, «einem Mann, der Schwarze und Ureinwohner ermordet, vergewaltigt und versklavt hat». In den ersten zwei Tagen unterzeichneten die Petition rund 3700 Bürger - anvisiert waren insgesamt 4000.

Die Initiatoren schließen sich mit der Aktion einer breiten Bürgerbewegung in den USA an, die seit Monaten den Abriss von Denkmälern der sogenannten Weißen Vorherrschaft fordert. Im Fokus stehen dabei Statuen von ehemaligen Sklaventreibern und Generälen der Südstaaten aus dem US-Bürgerkrieg, die unter anderem für die Fortsetzung der Sklaverei kämpften. Im August hatte schon eine Petition in Portsmouth (Virginia) gefordert, die Statue eines Generals durch eine der Rapperin Missy Elliot zu ersetzen.

Im selben Staat in der Stadt Charlottesville war es am 12. August zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern einer solchen Konföderierten-Statue gekommen, bei denen die 32-jährige Heather Heyer getötet wurde. (dpa)

Fotos von Prince

Große Hits von Prince

Prince (1958-2016) gehörte zu den ganz großen Superstars der Popmusik - eine Auswahl seiner Hits:

«Purple Rain» (1984)

Der wohl größte Hit des Musikers. Der Trennungssong («Purpur-Regen») wurde unzählige Male gecovert, erschien auf dem gleichnamigen Album zu einem gleichnamigen Film.

 

«Kiss» (1986)

Riesenhit und Ohrwurm, den zum Beispiel die von Julia Roberts gespielte Prostituierte im Film «Pretty Woman» sang oder der Musiker Tom Jones erfolgreich coverte.

«When Doves Cry» (1984)

Das Lied (auf Deutsch: «Wenn Tauben weinen») war ein großer Erfolg und sein erster Nummer-eins-Hit in den USA. Es handelt sich um einen Dance-Song ohne Bass.

«1999» (1982)

Lied mit apokalyptischem Text («Als ich heute Morgen aufwachte, hätte ich schwören können, es sei der Tag des Jüngsten Gerichts»). Refrain: «Heut Abend feiere ich so, als ob 19-99 wär...»

«Sign o’ the Times» (1986)

Das Stück beschreibt die Gegenwart mit Aids, Armut und kriminellen Banden, vorgetragen in einem absichtlich ausdruckslosen Sprechgesang.

«Sexy MF» (1992)

Mit dem freizügigen Text, in dem es um sexuelle Spielarten geht, provozierte das Enfant Terrible der Popkultur viele: «Sexy Motherfucker» bedeutet in etwa «Du geiles Arschloch».

«Nothing Compares 2 U» (1985)

der Song für die Gruppe The Family wurde vor allem dank der Coverversion der irischen Sängerin Sinéad O’Connor zum Welthit.

Portrait: Hochbegabter des Pop - Tod von Prince schockt Millionen

Ein genialer Gitarrist, begnadeter Sänger, fantastischer Songwriter, einfallsreicher Arrangeur: Prince war stets ein Hochbegabter der Rockmusik. Und doch wirkte seine Karriere schon zu Lebzeiten seltsam unfertig. Nun wird es das erhoffte große Alterswerk nicht mehr geben.

Es gibt Zeiten in den 80er und frühen 90er Jahren, da ist Prince auf Augenhöhe mit den ganz Großen des Pop - künstlerisch sowieso, aber auch kommerziell. Wohl nur Madonna, Michael Jackson und U2 übertreffen die Plattenverkäufe und Konzerterfolge des aus der Industriestadt Minneapolis stammenden Amerikaners.

Seine brodelnde Mixtur aus Funk, Pop, Blues und Rock, das explosive Gitarrenspiel, diese so sinnliche wie hochflexible Soul-Stimme, die frechen, teilweise frivolen Texte elektrisieren die Massen - und natürlich seine Hits wie «Purple Rain», «Kiss» oder «Sign O' The Times». Die aufwendigen Shows des kleingewachsenen Prince Roger Nelson - Sohn eines schwarzen Jazz-Musikers und einer weißen Sängerin - sind knallbunte Messen eines exzentrischen Musikgenies.

Doch es blieb nicht so großartig. Und das hatte viel mit jener bizarren Sprunghaftigkeit zu tun, die den enorm begabten Künstler zunächst zu größter Kreativität antrieb und später zu wenig karrierefördernden Entscheidungen.

Quelle: dpa

So überwarf sich Prince mehrfach mit Plattenfirmen, schrieb sich im Ringen um Selbstständigkeit «Slave» (Sklave) auf die Wange und änderte diverse Male seinen Künstlernamen - schrägstes Beispiel: TAFKAP, «The Artist formerly known as Prince».

Zuletzt waren seine Platten bisweilen nur noch online zu beziehen. Und die Welthits blieben aus. Dennoch hatten Fans und Musikkritiker immer die Hoffnung, dass da noch eine künstlerische Überraschung, womöglich sogar ein überragendes Alterswerk, in Prince schlummert. Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Sein Tod mit 57 macht fassungslos und traurig - auch weil da eine Abrundung fehlt in diesem Künstlerleben.

Prince, geboren am 7. Juni 1958, galt seit seinem Debüt mit dem Album «For You» (1978) als musikalisches Wunderkind. Mit 19 Jahren war der Multi-Instrumentalist der jüngste Künstler, dem das Label Warner ein Album in völliger Eigenregie gestattete. Die Texte der ersten Platten lasen sich wie feuchte Träume eines Teenagers, die Musik dazu - inspiriert von James Brown, Jimi Hendrix, Curtis Mayfield oder Sly Stone, aber auch den Beatles - klang indes enorm reif.

Mit dem ambitionierten Doppel-Album «1999» und Tanzflächenfegern wie dem Titelsong oder «Little Red Corvette» kam 1982 der Durchbruch. Der Soundtrack zum Film «Purple Rain» vollendete zwei Jahre später den Aufstieg zum Superstar. Prince versuchte sich auch als Schauspieler, merkte aber früher als Madonna, dass dies nicht sein Metier war. Mit «Nothing Compares 2 U» (auch gesungen von Sinead O'Connor) komponierte er eine der schönsten Balladen der Pop-Historie.

Quelle: dpa

Ohne wagemutige, überbordende Pop-Wunderwerke wie «Around The World In A Day», «Parade», «Sign O' The Times» oder «Lovesexy» wären die musikalisch oft öden 80er Jahre noch viel öder gewesen. Mit dem wuchtigen, aber von Selbstzitaten geprägten «Batman»-Soundtrack gingen die Kritiker erstmals auf Distanz zu Prince, der gleichwohl seine für ihn typische Arroganz beibehielt.

In den 90ern, erst recht in den Nullerjahren, waren die Hits und kreativen Höhepunkte des Prinzen an einer Hand abzuzählen, obwohl er live weiterhin einer der ganz Großen war.

Schlagzeilen machte seine Nähe zu den Zeugen Jehovas und hin und wieder ein meist gut behütetes Privatleben. Immer wieder wurden Prince Affären nachgesagt - mit Kim Basinger, Madonna, Carmen Electra, Sheena Easton. Zweimal war Prince verheiratet - mit weniger bekannten Damen.

Bis zum Schluss sah er aus wie ein Mann von ewiger Jugend. Auch deswegen rechnete niemand mit der traurigen Nachricht, dass nach David Bowie mit Prince in diesem Jahr ein weiteres Pop-Chamäleon sterben würde. (dpa)

Quelle: dpa

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