Achtung, Aufnahme!

Was bringen Körperkameras der Bundespolizei?

Körperkamera der Bundespolizei | Foto: dpa

Die Bundespolizei in Berlin startet einen Test mit Körperkameras. Eine trägt der Beamte auf der Schulter, die andere auf der Brust. Auch in anderen deutschen Städten sind sie schon im Einsatz. Doch wozu sind die sogenannten Bodycams gut?

Warum werden die Körperkameras getestet?

Von den Mini-Kameras verspricht sich die Bundespolizei mehrere Dinge: «Wir hoffen, dass unsere Beamten dadurch bei Angriffen besser geschützt sind», sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, Thomas Striethörster, am Freitag. Die Videokameras sollen abschreckende Wirkung auf Angreifer haben. Zudem sollen anhand der Bilder leichter Beweise gesichert werden.

Wo wird die Kamera getragen?

Die Bodycams werden nach Angaben der Berliner Bundespolizei an zwei Stellen angebracht: auf der Schulter und auf der Brust. Die Testphase dauert ein halbes Jahr. «Dann schauen wir, welches System am meisten Pluspunkte im Alltag gesammelt hat», kündigte ein Sprecher an. Ob die Körperkameras nach dem Probelauf überhaupt behalten werden, ist nach Anhaben von Bundespolizei-Präsident Striethörster noch offen.

Wo in Berlin sind Beamte mit Kamera unterwegs?

Der Test läuft an den wichtigsten Brennpunkten - den Revieren rund um den Hauptbahnhof und den Ostbahnhof. Auch an S-Bahnhöfen wie dem Alexanderplatz können Ermittler mit Aufnahmegerät unterwegs sein. Die Landespolizei arbeitet anders als die Bundespolizei nicht mit Bodycams. Die Innenverwaltung kündigte an, die Erfahrungen anderer Bundesländer abwarten zu wollen.

In welchen Bundesländern gibt es das bereits?

Die Bundespolizei testet Körperkameras bundesweit vor allem an polizeilichen Brennpunkten - etwa den Hauptbahnhöfen von Düsseldorf und Köln. Hintergrund sei «die zunehmende Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber der Polizei», erklärte jüngst der Präsident der Bundespolizeidirektion St. Augustin, Wolfgang Wurm. In mehreren Bundesländern wie beispielsweise Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hamburg laufen Tests auch bei der Landespolizei.

Wie funktionieren die Geräte?

Die Kamera nimmt auf, wenn sie aktiviert wird. Dazu drückt der Beamte einen Knopf. Wenn die Aufnahme läuft, leuchtet ein Licht oder das Bild ist auf einem Display zu sehen.

Wann wird ein Video aufgenommen?

Ein Polizist darf seine Kamera einschalten, wenn er einen Angriff auf sich selbst oder andere fürchtet - etwa wenn jemand aggressiv oder betrunken auf ihn zukommt. Dauerhaft soll das Gerät den Angaben zufolge nicht aufzeichnen.

Wann werden die Videos ausgewertet?

Wenn es tatsächlich zu einem Angriff gekommen ist. Die Bilder können dann als Beweismaterial genutzt werden. Sollte sich die Aufnahme im Nachhinein als unbegründet herausstellen, wird das Material gelöscht. Wer einem Beatmen die Bodycam stiehlt, kann übrigens nicht darauf zugreifen. Nach Angaben der Bundespolizei ist dazu eine PIN-Nummer oder eine spezielle Software nötig. (dpa)

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