Bombenentschärfung in Oranienburg

Entschärfung Blindgänger in Oranienburg: 12 000 Menschen betroffen

Eine entschärfte 250 Kilogramm Bombe in Oranienburg (12.05.2015) | Foto: dpa

Rund 12 000 Menschen in Oranienburg (Oberhavel) sind an diesem Mittwoch von der geplanten Entschärfung einer Weltkriegsbombe betroffen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes habe den 250 Kilogramm schweren Blindgänger untersucht und einen scharfen Langzeitzünder entdeckt, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit.

Nachdem die Gefahr klar war, wurde am Dienstag sofort ein Sperrkreis mit einem Radius von etwa 100 Metern rund um den Fundort unweit des Schlosses eingerichtet. Davon waren rund 200 Anwohner, ein Einkaufszentrum und weitere Gewerbeflächen betroffen.

Von Mittwochmorgen an soll ein 900-Meter-Sperrkreis gelten. Auch der Bahnverkehr wird dann unterbrochen. Die S-Bahn richtet einen Ersatzverkehr mit Bussen ab Birkenwerder ein. Regionalzüge werden zunächst noch durch den Bahnhof Oranienburg fahren, ohne zu halten. Ab dem Vormittag wird der Zugverkehr aber ganz eingestellt. Die Havel wird während der Entschärfung für Schiffe gesperrt.

Die Gebäude von sechs Kitas, neun Schulen sowie Stadt- und Kreisverwaltung müssen ebenfalls geräumt werden. Es wird damit gerechnet, dass der Sperrkreis ab 11.00 Uhr vollständig eingerichtet ist. Gegen 15.00 Uhr könnte er - wenn alles gut läuft - wieder aufgehoben werden.

Für betroffene Anwohner hat die Stadt zwei Anlaufstellen eingerichtet: in der Turnhalle der Grundschule Germendorf und im Kulturhaus «Friedrich Wolf». Dorthin wird ein Bus-Shuttle fahren. An einem Bürgertelefon können Betroffene Fragen stellen.

Im nördlich von Berlin gelegenen Oranienburg war vor gut einem Jahr der 200. Blindgänger seit 1990 entschärft worden. Der jüngste Fund - eine US-amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg - war im November im Rahmen einer systematischen Suche an einem öffentlichen Weg entdeckt worden. Der Sprengkörper musste zunächst freigelegt werden.

Im Boden Oranienburgs werden nach Angaben der Stadtverwaltung noch mehr als 250 Blindgänger vermutet. Die Stadt gilt deutschlandweit als einer der am stärksten mit Weltkriegsmunition belasteten Orte. Oranienburg war vor dem Zweiten Weltkrieg ein Eisenbahnknotenpunkt und ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie. (dpa)

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Möglicher Sperrkreis um den Verdachtspunkt im Louise-Henriette-Steg

Tweet der Berliner S-Bahn

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