Internationale Garten Ausstellung

Gartenfestival mit Seilbahn: Berlins IGA wird vor Ostern eröffnet!

IGA | Foto: dpa

Berlin hat eine neue Attraktion in luftiger Höhe: Zur Eröffnung der Internationalen Garten Ausstellung (IGA) am nächsten Donnerstag schwebt erstmals seit 60 Jahren wieder eine Seilbahn über die Stadt. Die 1,5 Kilometer lange Kabinenbahn verbindet die östlichen Stadtteile Hellersdorf und Marzahn und gibt den Blick auf das rund 100 Hektar große Gartenschaugelände frei.

Binnen zweieinhalb Jahren ist rund um den ehemaligen Schutthügel Kienberg unter dem Motto «Ein Mehr aus Farben» eine Park- und Gartenlandschaft entstanden, die auch für den Städtebau Akzente setzen will. Viele Bauwerke, inklusive der markanten Aussichtsplattform in Form einer Wolke, sollen bestehen bleiben. Auch die Seilbahn, die von ihren Südtiroler Erbauern gesponsert wird, soll nach dem Ende der IGA weiterfahren. «Wir haben die Hoffnung, dass sie bei guter Nutzung Teil des öffentlichen Nahverkehrs wird», sagte Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf am Freitag.

«Die IGA wird sehr lange Spuren in Berlin hinterlassen», ergänzte Berlins Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos). Die Planer erwarten bis zum 15. Oktober rund zwei Millionen Besucher. Zu sehen sind neben den angestammten Gärten der Welt unter anderem temporäre Gartenanlagen aus allen Kontinenten, Blumenhallen und Bepflanzungen, die je nach Jahreszeit wechseln. In die Schau und ihre Infrastruktur wurden rund 130 Millionen Euro aus Fördertöpfen von Bund, Land und von Sponsoren investiert. (dpa)

iga-berlin-2017.de

Quelle: dpa

Attraktionen auf der Berliner IGA

Ein «Mehr aus Farben» verspricht die IGA Berlin vom 13. April bis 15. Oktober. Das Ausstellungsgelände erstreckt sich am östlichen Stadtrand auf 104 Hektar - einer Fläche so groß wie rund 140 Fußballfelder. Erwachsene zahlen 20 Euro Eintritt. Für Abwechslung ist gesorgt - eine Auswahl:

SEILBAHN: 60 Jahre nach der Bauausstellung in Berlin gibt es auf der IGA wieder eine Kabinenbahn in der Hauptstadt. Die Gondeln für zehn Personen schweben in bis zu 30 Metern Höhe auf den 100 Meter hohen Kienberg und auf der anderen Seite wieder hinunter. Für die 1,5 Kilometer lange Strecke braucht die Seilbahn fünf Minuten.

WOLKENHAIN: Die neue Aussichtsplattform erhebt sich markant auf dem Kienberg und bietet bei gutem Wetter einen Blick bis ins Berliner Zentrum. Das futuristische und filigrane Bauwerk in Form einer Wolke kann nach Sonnenuntergang von innen leuchten.

NATUR-BOBBAHN: Die Sommerrodelbahn führt vom Kienberg hinunter ins IGA-Gelände.

GÄRTEN DER WELT: Für die IGA haben die bestehenden Gärten aus China, Japan, Korea, dem Orient, Bali oder der Zeit der Renaissance Zuwachs bekommen. Neu entstanden ist ein englischer Garten samt Cottage. Und die Tropenhalle ist größer geworden.

INTERNATIONALE GARTENKABINETTE: Für die IGA haben renommierte Landschaftsgestalter aus fünf Kontinenten ihre Ideen mit Pflanzen und Gebäuden umgesetzt - darunter aus Australien und China. Die temporären Kabinette sind auch eine Attraktion für Fachpublikum, das sonst durch die Welt reist.

BLUMENHALLEN: Die Schauen zeigen unter anderem prachtvolle Stauden, bunte Beet- und Balkonpflanzen, blühende Gehölze und Sträucher, exotische Grünpflanzen, Bonsai und Schnittblumen.

WASSERPROMENADE: Auf der «Promenade Aquatica» blubbert Wasser aus Quelltöpfen, auf einem Teich zeichnet Wind zarte Muster auf die Oberfläche. Aus einer Höhe von 5 Metern stürzt ein Wasserfalls hinab und Nebel wabert durch eine mystische Felsenlandschaft aus Naturstein.

ARCHE-PARK: Hier weiden Dülmener Pferde, Rotes Höhenvieh, Skudden und Coburger Füchse im Refugium für heimische Pferde-, Rinder- und Schafsrassen, die vom Aussterben bedroht sind.

SPIELPLATZ: Der Wasserspielplatz «Konrads Reise in die Südsee» ist als einer von drei neuen Spielarealen von Erich Kästners Kinderbuchheld Konrad aus dem Buch «Der 35. Mai» inspiriert. (dpa)

Quelle: dpa

Die Internationale Gartenausstellung IGA

Gärtner aller Länder, vereinigt euch: Auf den Internationalen Gartenausstellungen (IGA) zeigen schon seit fast 150 Jahren Landschaftsarchitekten aus der ganzen Welt ihr Können. Gelegentlich wird die Ausstellung auch als Olympia der Gärtner bezeichnet, die Teilnehmer werden mit Medaillen prämiert.

Die Ausstellungen werden alle zehn Jahre ausgerichtet, zuletzt in Rostock 2003. Die IGA 2017 in Berlin betritt also Neuland: Statt wie bisher in Jahren mit 3 (1993, 2003) findet die IGA von nun an in einem Jahr mit 7 am Ende statt. Der Grund: Der Termin liegt sonst zu nahe an der zehnjährlichen «Floriade» in den Niederlanden.

Die IGA-Schauen waren, zusammen mit den Bundesgartenschauen, immer auch ein Spiegel ihrer Zeit. In den 1950ern überdeckten Parkanlagen die Brachen, die der Krieg geschlagen hatte. Nach dem Ende der DDR begrünten Parks Industrieanlagen und alte Militärgebiete, die die Rote Armee hinterlassen hatte. Dabei sollten die Aussteller nicht nur Neuerungen in Gartenbau und Parkgestaltung präsentieren, sondern auch die Lebensqualität in den ausrichtenden Städten verbessern.

Für die Kommunen bedeutet eine IGA zwar, dass mehr Touristen in die Stadt kommen. Der Besucherandrang wird aber oft mit Schulden bezahlt. Sowohl Stuttgart, Schauplatz der IGA 1993, als auch Rostock häuften ein Defizit in Millionenhöhe an. (dpa)

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