Rudolf-Wissell-Brücke: Bauarbeiten früher fertig

Sanierung von Berliner Autobahnbrücke zwei Wochen früher fertig als geplant

Rudolf-Wissell-Brücke | Foto: dpa

Die Großbaustelle auf der Berliner Stadtautobahn 100 in Charlottenburg ist zwei Wochen früher als geplant fertig. Der Autoverkehr soll bereits am kommenden Montag (21. August) wieder normal über die Rudolf-Wissell-Brücke zwischen Spandauer Damm und Siemensdamm fließen. Das kündigte Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) am Mittwoch bei einer Besichtigung der Baustelle an. Die Sanierung des 930 Meter langen Autobahnstücks in Richtung Norden sollte eigentlich bis zum 3. September dauern. Es habe sich aber herausgestellt, dass die Brücke in einem besseren Zustand sei als angenommen, erläuterte Kirchner.

Bei der zweiten großen Sommerbaustelle am Autobahndreieck Funkturm gibt es dagegen Probleme. Die dritte Autobahnsanierung auf der A 113 Richtung Flughafen Schönefeld wird wie geplant am 3. September fertig. Die Sanierungen der Autobahnstücke wurde extra in die Sommerferien gelegt, weil dann weniger Autos unterwegs sind. Die Kosten für die Baumaßnahmen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags zahlt der Bund.

Auf der Rudolf-Wissell-Brücke wird der Belag der Autobahn seit dem 13. Juli erneuert. Deshalb wurde in beide Richtungen jeweils eine der drei Fahrspuren gesperrt. Deshalb bildeten sich immer wieder lange Staus besonders in Richtung Norden. Laut Kirchner würden Autofahrer derzeit aber nur sieben bis zwölf Minuten mehr im Stau stehen als zu normalen Verkehrszeiten außerhalb der Ferien. Allerdings dürften die umliegenden Durchgangsstraßen auch deutlich voller geworden sein, weil viele Autofahrer auf andere Strecken ausweichen.

Über die Autobahnbrücke fahren täglich etwa 180 000 Fahrzeuge. Sie gilt damit als der am drittstärksten befahrene Autobahnabschnitt Deutschlands. In den Sommerferien im nächsten Jahr soll das entsprechende Autobahnstück in die andere Fahrtrichtung saniert werden. In einigen Jahren muss die ganze Brücke neu gebaut werden. Derzeit läuft Wettbewerb für Ideen für den schwierigen Neubau im laufenden Betrieb. Anfang 2018 soll die Gewinnerfirma bekanntgegeben werden. Weil es regelmäßig Schlaglöcher gab und die Lkw-Spur stark geschädigt ist, war aber jetzt schon eine Sanierung fällig.

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Bauarbeiten der Rudolf-Wissell-Brücke in Berlin | Foto: dpa

Die Brücke wurde zwischen 1958 und 1961 als Teil der A 100 gebaut. Mit 930 Metern ist sie die längste Brücke der Hauptstadt. Die Brücke wird nach Angaben des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf von 12 Stützen getragen und ist bis zu 16 Meter hoch.

Unerwartete Schwierigkeiten traten bei der Fahrbahnsanierung auf der Autobahnbrücke, die am Kongresszentrum ICC die Stadtautobahn aus Norden mit der Avus Richtung Wannsee und Potsdam verbindet. Weil Wasser und Salz besonders auf der rechten Seite in den Belag eindrang, sind die Eisenstreben im Beton zum Teil massiv verrostet. Zwar soll die laufende Sanierung wie geplant bis zum 3. September fertig sein. Die tiefergehenden Korrosionsschäden können aber nicht repariert werden. Daher wird der Verkehr nur noch einspurig fahren und Lastwagen dürfen die Brücke in Zukunft gar nicht mehr befahren. Sie müssen kurz davon abfahren, werden unter dem ICC durchgeleitet und können danach wieder auf die Avus auffahren.

Etwa 2000 LKW fahren täglich über die 1962 gebaute Brücke Richtung Süden. Auch dadurch sei die Bausubstanz stark beschädigt. Außerdem seien wohl bei einer Sanierung in den 80er-Jahren Fehler gemacht worden, sagte Lutz Adam, Abteilungsleiter Verkehr beim Senat. In einigen Jahren soll die Brücke im Rahmen des Umbaus des gesamten Autobahndreiecks Funkturm neu gebaut werden.

Die dritte Sanierung eines Berliner Autobahnstücks verläuft weiter glatt. Auf der A 113 von Neukölln Richtung Flughafen Schönefeld wird derzeit zwischen Johannisthaler Chaussee und Adlershof rund um die Uhr gearbeitet. Das erst acht Jahre alte Autobahnstück war durch den sogenannten Betonkrebs beschädigt. Dabei handelte es sich um eine chemische Reaktion im Beton (Alkali-Kieselsäure-Reaktion). Gegen die Baufirma läuft ein Schadenersatzprozess. Die Sanierung wird wegen der Sperrungen einzelner Fahrbahnen erst in den Sommerferien 2018 fortgesetzt. (dpa)

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