Tegel-Offenhaltung keine Option

Flughafenchef: Tegel-Offenhaltung für uns keine Option

Flughafen Tegel | Foto: dpa

Eine Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel stößt weiter auf vehementen Widerstand. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sagte am Montag in Potsdam: «Tegel ist für uns keine Option.» Brandenburgs Vize-Ministerpräsident Christian Görke (Linke) erklärte im BER-Sonderausschuss des Landtags, er halte den parallelen Betrieb zweier Flughäfen weder für wirtschaftlich sinnvoll noch für notwendig.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Freitag überraschend eine Offenhaltung des Flughafens Tegel neben dem neuen Hauptstadtflughafen BER als Möglichkeit bezeichnet. Lütke Daldrup sagte dazu im Ausschuss, ein paralleler Betrieb koste 100 bis 200 Millionen Euro im Jahr zusätzlich. Dieses Geld könne das Unternehmen aber nicht erwirtschaften. Zudem koste eine Sanierung von Tegel rund eine Milliarde Euro, die die Gesellschaft auch nicht habe.

Görke sagte zu den Äußerungen von Dobrindt vor Journalisten: «Ich halte das für unverantwortlich.» Die Flughafengesellschaft gehört den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund. Die Planungen sehen vor, dass Tegel wie zuvor bereits Tempelhof geschlossen wird, wenn der neue Flughafen in Betrieb geht. Lütke Daldrup betonte, dass es einen rechtskräftigen Schließungsbescheid für Tegel gebe. Es sei völlig unklar, wie lange ein neuer Planfeststellungsbeschluss für einen Weiterbetrieb von Tegel dauern würde. In Berlin soll es am 24. September einen Volksentscheid geben, mit dem der Senat aufgefordert werden könnte, sich für den Weiterbetrieb einzusetzen.

Ein neuer Eröffnungstermin für den Großflughafen BER ist immer noch unklar. Probleme gibt es unter anderem noch mit den Sprinklern und den Türen für den Brandschutz. Lütke Daldrup sagte, spätestens im September solle die hydraulische Berechnung für die aufgerüstete Sprinkleranlage komplett vorliegen. (dpa)

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