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Die wichtigsten Ereignisse des Jahres in Berlin - April 2018

Spektakuläre Urteile ... und prominente Freigelassene - das Jahr 2018 hat in Berlin viele Schlagzeilen gebracht. Darunter finden sich gute wie schlechte - und überraschende.

APRIL 2018

8. April - Parallel zum Halbmarathon werden sechs mutmaßliche Islamisten festgenommen. Einen Tag später werden die Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren wieder entlassen. Der Verdacht bestätigte sich nicht.

9. April - Die Stadt startet einen Modellversuch für bessere Luft mit Tempo-30-Zonen auf einigen Hauptstraßen. Als Pilotstrecke wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zunächst auf einem Abschnitt der Leipziger Straße reduziert. Im Laufe des Jahres kommen vier weitere Strecken hinzu. Insgesamt sind die fünf Abschnitte 7,3 Kilometer lang.

11. April - Genau 50 Jahre nach den Schüssen auf Rudi Dutschke gedenken Hunderte Menschen am Kurfürstendamm - dem damaligen Tatort - des einstigen Wortführers der Studentenbewegung. Verwandte, Politiker und Weggefährten kommen und legen mit Blumen geschmückte Stiefel und Turnschuhe an die Gedenktafel für Dutschke, der bei dem Attentat schwer verletzt wurde und seine Schuhe verlor.

12. April - Antisemitismus-Vorwürfen zum Trotz werden die Rapper Kollegah und Farid Bang mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet. Das sorgt für einen Skandal, der schließlich zur Abschaffung der Ehrung führt. Etliche Musiker geben ihre Echo-Preise aus Protest zurück.

12. April - Nach heftigen Querelen und starker Kritik von Teilen der Kulturszene gibt Chris Dercon sein Amt als Intendant der Volksbühne auf - noch vor Ende seiner ersten Spielzeit. Er hatte das Theater erst sieben Monate zuvor vom langjährigen Intendanten Frank Castorf übernommen. Nach dem Abgang Dercons führt der bisherige Stuttgarter Theatermacher Klaus Dörr das Haus zunächst kommissarisch - voraussichtlich bis Sommer 2020.

14. April - So groß war noch keine Protest-Demo gegen immer weiter steigende Mieten in der Hauptstadt: Die Veranstalter gehen von rund 25 000 Menschen aus, die Polizei von mehr als 10 000. Die Teilnehmer protestieren lautstark gegen die aus ihrer Sicht verfehlte Wohnungspolitik des Staates.

17. April - Mit einem Gürtel greift ein 19 Jahre alter Syrer einen jungen Israeli mit Kippa in Prenzlauer Berg an. Auf Arabisch ruft er dabei «Jude». Das Video, das das Opfer von der antisemitischen Tat dreht, erregt bundesweit Empörung und sorgt für Solidariätsaktionen wie «Berlin trägt Kippa». Ende Juni wird der Angreifer wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung zu vier Wochen Arrest verurteilt.

18. April - Mehr als elf Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Rentners, der zerstückelt in einer Tiefkühltruhe lag, verurteilt das Landgericht einen Trödelhändler wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Laut Urteil versteckte der 56-Jährige die Leiche, um die Rente des alten Mannes von monatlich 2000 Euro zu kassieren.

20. April - 10 000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen, am Hauptbahnhof geht nichts mehr: Die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg legt Teile der Berliner Innenstadt stundenlang lahm. Dann gelingt es Experten, den Sprengkörper zu entschärfen.

26. April - Der US-Senat bestätigt den neuen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Der oberste Lobbyist des Präsidenten Donald Trump für Berlin fällt schnell mit für einen Diplomaten ungewöhnlich deutlichen Äußerungen auf. So sagt er etwa, er wolle sich für die Stärkung konservativer Kräfte in Europa einsetzen, nimmt das aber später zurück.

27. April - Das Drama «3 Tage in Quiberon» geht als großer Sieger aus der Gala zum 68. Deutschen Filmpreis hervor. In Berlin erhält der Streifen die Goldene Lola als bester Film sowie sechs weitere Trophäen. Als beste Schauspielerin wird Marie Bäumer (48) für ihre Darstellung der Romy Schneider in dem Drama ausgezeichnet. Bester Schauspieler wird Franz Rogowski (32) für seine Rolle in der Liebesgeschichte «In den Gängen».

28. April - Nach dem verlorenen Finale um die deutsche Meisterschaft verlässt Coach Uwe Krupp die Eisbären Berlin. Der frühere Eishockey-Bundestrainer wechselt ins Ausland. Sein Nachfolger wird der bisherige Assistenzcoach Clément Jodoin.(dpa)