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Die wichtigsten Ereignisse des Jahres in Berlin - März 2018

Spektakuläre Urteile ... und prominente Freigelassene - das Jahr 2018 hat in Berlin viele Schlagzeilen gebracht. Darunter finden sich gute wie schlechte - und überraschende.

MÄRZ 2018

1. März - Der Bundesgerichtshof hebt das deutschlandweit erste Mordurteil gegen zwei Berliner Raser auf. Sie hatten nach einem illegalen Autorennen auf dem Kurfürstendamm einen Mann totgefahren. Die angeordnete Neuverhandlung vor dem Landgericht platzt im August wegen Besorgnis der Befangenheit der Richter. Im November beginnt der dritte Prozess.

1. März - Der Bundestag setzt einen Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ein. Die Abgeordneten wollen herausfinden, ob hinter der Tat von Anis Amri ein Systemproblem steckt oder nur eine Serie von Fehlern einzelner Behördenvertreter. Bei dem Anschlag waren 2016 zwölf Menschen getötet und viele Dutzend verletzt worden.

4. März - Fast 27 Jahre nach dem Mord an einem Mädchen nimmt eine Spezialeinheit der Polizei in Berlin den mutmaßlichen Täter fest. Der 65-Jährige ist einschlägig vorbestraft und soll 1991 die zehn Jahre alte Stephanie aus Weimar sexuell missbraucht und dann getötet haben. Am 30. November wurde der Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

7. März - Mit einer Vielzahl von Messerstichen wird die 14 Jahre alte Schülerin Keira in der elterlichen Wohnung umgebracht. Die Mutter findet sie blutüberströmt. Ein 15 Jahre alter Mitschüler wird festgenommen und im November wegen Mordes zu neun Jahren Gefängnis verurteilt.

7. März - Im Fall des aus Berlin nach Vietnam entführten Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen 47 Jahre alten Vietnamesen. Der Mann wird verdächtigt, sich an der Entführung des ehemaligen kommunistischen Funktionärs und seiner Begleiterin im Jahr 2017 beteiligt zu haben. Im Juli fällt das Urteil: knapp vier Jahre Gefängnisstrafe.

9. März - Die Berliner FDP wählt den Bundestagsabgeordneten Christoph Meyer mit 71,9 Prozent Ja-Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden. Der 42-Jährige folgt auf Sibylle Meister, die nicht noch einmal kandidierte. Meyer kündigt an, die FDP in die Regierung führen zu wollen.

9. März - Zwei Kollegen aus einem Unternehmen in Neukölln gewinnen zusammen rund 42 Millionen Euro im Eurojackpot. Für ihre neun Tipps hatten sie 18,50 Euro ausgegeben.

14. März - Neuköllns bisherige Bezirksbürgermeistern Franziska Giffey (SPD) wird als Bundesfamilienministerin vereidigt. Weitere Berliner wechseln ins Bundeskabinett: Der bisherige Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD), und Ex-Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) werden Staatssekretäre. CDU-Landeschefin Monika Grütters bleibt Kulturstaatsministerin.

15. März - Vielsagendes Detail des Desasters um den Bau des künftigen Hauptstadtflughafens: 750 Monitore für die Fluggastinformation müssen lange vor der Eröffnung bereits ausgetauscht werden. Die Bildschirme liefen sechs Jahre lang mit der allgemeinen Stromversorgung mit und hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, heißt es.

16. März - Polizisten verhaften einen Kollegen, der jahrelang Drogenhändler vor Ermittlungen gewarnt und dafür Tausende Euro Schmiergeld kassiert haben soll. In einer großangelegten Razzia durchsuchen rund 50 Beamte 14 Räumlichkeiten. Ende November beginnt der Prozess.

17. März - Tausende strömen zu Berlins neuem beliebten Streetart-Projekt. In einer alten Autowerkstatt in Wilmersdorf wird bis zum Beginn des Abrisses nach Ostern die temporäre Ausstellung «Wandelism» gezeigt.

18. März - Er hat das Saarland in alle Wohnzimmer gebracht: Der Schauspieler Jochen Senf, bekannt als früherer Saarbrücker «Tatort»-Kommissar Max Palu, stirbt im Alter von 76 Jahren in Berlin.

20. März - Er galt als einer der ideen- und einflussreichsten Architekten der DDR: Im Alter von 85 Jahren stirbt Manfred Prasser in einem Krankenhaus. Zu seinen Werken zählten unter anderem der Friedrichstadtpalast und der große Saal im einstigen Palast der Republik.

22. März - Das Abgeordnetenhaus beschließt, die private Vermietung von Ferienwohnungen zu erleichtern. Ab dem 1. Mai müssen Berliner zwar weiterhin eine Genehmigung beim Bezirksamt einholen, laut Gesetz sind solche Genehmigungen aber - anders als zuvor - in der Regel zu erteilen. Gewerbliche Weitervermietung soll hingegen so weit wie möglich unterbunden werden. Bei der praktischen Umsetzung des Gesetzes gibt es aber Probleme.

26. März - Fast sechs Jahre nach der geplatzten Eröffnung des geplanten Hauptstadtflughafens liegt die letzte Baugenehmigung vor. Bei Nachtrag Nummer 6.1 geht es - natürlich - um den Brandschutz. Bevor das Terminal des BER genutzt werden kann, stehen allerdings noch Versuche und Übungen aus.

26. März - Ein Brandanschlag auf Starkstromleitungen in Charlottenburg sorgt für einen stundenlangen Stromausfall. Betroffen sind etwa 6500 Wohnungen und 400 Firmen. Der Sachschaden soll in die Millionen gehen. Die Ermittlungen übernimmt die Bundesanwaltschaft. Die Täter werden wegen eines Bekennerschreibens in linksextremistischen Kreisen vermutet.

28. März - Beim in Berlin ansässigen Zughersteller Bombardier Transportation gibt es nach monatelangen Verhandlungen ein Ergebnis zwischen Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall. Alle deutschen Standorte bleiben erhalten, bekommen aber zum Teil neue Aufgaben. Am geplanten Abbau von bis zu 2200 der 8500 Arbeitsplätze hält das Unternehmen fest. (dpa)