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Die wichtigsten Ereignisse des Jahres in Berlin - Mai 2018

Spektakuläre Urteile ... und prominente Freigelassene - das Jahr 2018 hat in Berlin viele Schlagzeilen gebracht. Darunter finden sich gute wie schlechte - und überraschende.

MAI 2018

1. Mai - Kreuzberg erlebt den friedlichsten 1. Mai seit Jahrzehnten. Zwar werden 20 Polizisten verletzt, doch das sind so wenige wie noch nie seit Beginn der alljährlichen heftigen Ausschreitungen im Jahr 1987. Einsatzkräfte nehmen 103 Menschen fest, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Widerstands und Sachbeschädigung.

2. Mai - Er war Mitglied der «Raumpatrouille Orion» und lieh Walter Matthau, Peter Ustinov und Käpt'n Blaubär seine Stimme: Im Alter von 87 Jahren stirbt der Schauspieler Wolfgang Völz in Berlin. Er stand für mehr als 600 Fernseh- und rund 150 Kinofilme vor der Kamera.

4. Mai - Hate Speech und Fake News, Datenschutz und Netzpolitik, Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit: Die re:publica-Konferenz endet mit einem Besucherrekord. Fast 10 000 Menschen setzten sich mit drängenden Digitalthemen auseinander.

5. Mai - Mit Frank Castorfs rund siebenstündiger «Faust»-Inszenierung wird das 55. Berliner Theatertreffen eröffnet. Das Goethe-Werk war 2017 Castorfs letzte große Regiearbeit an der Volksbühne - nach einem Vierteljahrhundert als Intendant.

9. Mai - Die BR Volleys gewinnen die dritte deutsche Meisterschaft im Volleyball in Serie. Im entscheidenden Spiel setzt sich der Hauptstadtclub auswärts souverän gegen den Dauerrivalen VfB Friedrichshafen durch.

9. Mai - Das Arbeitsgericht weist die Klage einer muslimischen Grundschullehrerin ab, die mit Kopftuch vor der Klasse stehen wollte. Mit dem Urteil bestätigt das Gericht das Berliner Neutralitätsgesetz, das ein Kopftuch-Verbot für Lehrerinnen an allgemeinbildenden Schulen vorsieht. Ende Mai weist das Gericht zwei Klagen auf Entschädigung zurück, darunter eine von der Grundschullehrerin. Am 7. November hingegen bekommt eine Muslimin vom Landesarbeitsgericht gut 5000 Euro Entschädigung zugesprochen, weil sie wegen ihres Kopftuches nicht in den Schuldienst übernommen und somit diskriminiert worden sei.

14. Mai - Nach einer verkorksten Saison wird Trainer André Hofschneider vom 1. FC Union Berlin abgesetzt. Auch zwei Spitzenfunktionäre verlieren ihre Posten beim Fußball-Zweitligisten. Anfang Juni präsentiert der Club den Schweizer Urs Fischer als neuen Chefcoach.

14. Mai - Im Dauerstreit um Räume in der Rigaer Straße 94 in Friedrichshain bekommen die Betreiber der Autonomen-Kneipe «Kadterschmiede» erneut Recht. Das Landgericht weist die Räumungsklage des Hauseigentümers ab.

15. Mai - Der langjährige Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Hartmut Dorgerloh, wird vom Stiftungsrat des Humboldt Forums als Generalintendant berufen. Der 55 Jahre alte Kunsthistoriker tritt das neue Amt offiziell am 4. Juni an. Dorgerlohs Nachfolger an der Spitze der Schlösserstiftung wird der Hamburger Kulturmanager und Kunsthistoriker Christoph Martin Vogtherr.

16. Mai - Dieter Kunzelmann, linksradikaler Aktivist und Mitbegründer der anarchistischen «Kommune 1», stirbt im Alter von 78 Jahren in Berlin. Zusammen mit Fritz Teufel und Rainer Langhans gehörte Kunzelmann zu den als «Bürgerschreck» gefeierten Politclowns der 68er-Bewegung.

19. Mai - Sensation im DFB-Pokalfinale im Olympiastadion: Eintracht Frankfurt gewinnt gegen Bayern München mit 3:1. Es ist der erste Frankfurter Titelgewinn seit 30 Jahren. Die Münchner verpassen dagegen den 19. Titel im Cup-Wettbewerb.

20. Mai - Mehr als 600 000 Menschen säumen bei der traditionellen Parade des Karnevals der Kulturen die Straßen. Zudem kommen 510 000 Besucher zu dem viertägigen Straßenfest rund um den Blücherplatz.

20. Mai - Zum zweiten Mal nach 2015 gewinnen die Füchse Berlin den EHF-Pokal und verlängern damit die Siegesserie der deutschen Handball-Vereine in diesem Wettbewerb. In Magdeburg setzt sich die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic gegen Saint-Raphael aus Frankreich durch.

20. Mai - Hausbesetzer protestieren mit mehreren Aktionen gegen überteuerten Wohnraum in der Hauptstadt. Ein von ihnen besetztes Haus in Neukölln räumten Einsatzkräfte bereits nach wenigen Stunden.

26. Mai - Techno-Sound, Flöße auf der Spree, Partystimmung: Rund 25 000 Gegner der AfD begleiten eine Demonstration der Rechtspopulisten mit 5000 Teilnehmern durch das Regierungsviertel mit friedlichem Protest und einem Politik-Happening.

31. Mai - Seeed-Frontmann Demba Nabé stirbt im Alter von 46 Jahren. Nabé alias Boundzound gehörte neben Peter Fox und Dellé zu den bekanntesten Köpfen der Berliner Reggae- und Dancehall-Band («Dickes B»).

31. Mai - In der Hauptstadt endet der heißeste Mai seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1908. Die Durchschnittstemperatur (17,6 Grad) und die Sonnenstunden (357) erreichten Rekordwerte. Der Wonnemonat brachte Berlin 14 Sommertage mit mehr als 25 Grad. (dpa)