Sharing_Kultur_Mehr_61936272.jpg
Leihräder stehen vor der Humboldt-Universität (Foto: Sven Braun/dpa)

Sharing-Kultur: Mehr als 20 000 Mietfahrzeuge in Berlin

Teilen scheint in der Hauptstadt im Trend zu liegen: Die Zahl der motorisierten und unmotorisierten Mietfahrzeuge in Berlin hat inzwischen die Marke von 20 000 überschritten. Das teilte die Senatsverkehrsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD mit.

Demnach fahren in der Stadt demnächst allein 5500 Carsharing-Autos. Der Senat geht aktuell von etwa 900 stationsgebundenen Wagen sowie von 3100 Wagen aus, die zumindest innerhalb des S-Bahn-Rings in jeder beliebigen Straße angemietet und wieder abgestellt werden können.

E_Tretroller_im_Stra_61851057.jpg
E-Tretroller im Straßenverkehr (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Der Anteil von Elektrofahrzeugen ist bei den stationären Anbietern wie «Cambio», «Flinkster», «Greenwheels», «Stadtmobil», «Ubeeqo» oder «Oply» demnach mit unter einem Prozent gering. Bei den flexiblen Angeboten wie «share now» (BWM/Daimler), «Miles» oder «Sixtshare» liegt er bei unter zehn Prozent.

Allerdings drängt mit «We share» (VW) seit dem 1. Juli eine neue Firma auf den Markt, die 1500 reine Elektrofahrzeuge aufbieten will. Dies würde den Elektrifizierungsgrad unter den stationslosen Anbietern - sogenannten Freefloatern - laut Senat auf etwa 40 Prozent heben.

Hinzu kommen den Angaben zufolge etwa 2300 Elektroroller der Anbieter «Emmy» und «Coup». Im Herbst will auch das Unternehmen «Felyx» mit solchen Zweirädern starten.

Coup_und_Emmy_Elektr_61936201.jpg
Coup und Emmy E-Roller (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Außerdem stehen nach Senatsangaben derzeit um die 14 000 Leihfahrräder zur Verfügung, wobei die Zahl jahreszeitlich schwanken dürfte. Mindestens sieben Anbieter konkurrieren hier um Kunden, einige bieten auch E-Fahrräder an.

Noch relativ neu im Straßenbild sind die E-Tretroller, die erst seit Mitte Juni zugelassen sind. Hier listet die Verkehrsverwaltung sieben Anbieter auf, ohne dass die Zahl der von ihnen vermieteten Tretroller bekannt sei. Weitere drei Anbieter hätten Interesse bekundet. Die E-Tretroller sind umstritten, zuletzt hatte es mehrfach Unfälle mit solchen Fahrzeugen gegeben.

E_Tretroller_im_Stra_61851113.jpg
E-Tretroller im Straßenverkehr (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Die Vielzahl von Sharing-Angeboten sorgt in Berlin durchaus für Diskussionen. Einerseits kann es ökologisch sinnvoll sein, motorisierte Fahrzeuge mit anderen zu teilen oder auf Fahrräder umzusatteln und das eigene Auto stehen zu lassen. Andererseits führt das wilde Abstellen von Fahrrädern oder Tretrollern auf Bürgersteigen zu Problemen. Auflagen der Behörden brachten bislang wenig Besserung.

Auch die Nutzerfreundlichkeit ist ein Thema: Eine App für jeden einzelnen Anbieter - das kann schnell nervig werden. Anläufe für einen gemeinsamen Ansatz gibt es etwa mit der App Jelbi, die verschiedene Mobilitätsangebote in Berlin auf eine Plattform bringt. Allerdings sind auch dort nicht alle Anbieter vertreten.

Außerdem: Da sich viele Sharing-Angebote auf die Stadtteile innerhalb des S-Bahn-Rings konzentrieren oder sogar nur dort nutzbar sind, wird aktuell auch in der Politik über eine bessere Verteilung auf das gesamte Stadtgebiet diskutiert. (dpa)

Studie Agora Verkehrswende zum Bike Sharing in Berlin... »

Senat zu Sharing-Anbietern... »