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Neue Verhandlungsrunde: Vorerst Streikpause für Pendler

Pendler in Berlin und Brandenburg können vorerst aufatmen: Nach dem Warnstreik am Montag plant die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zunächst keine weiteren Ausstände. Stattdessen wollen beide Seiten ihre unterbrochenen Tarifverhandlungen am Dienstag wiederaufnehmen, wie Sprecher von Bahn und Gewerkschaft ankündigten.

Ein Warnstreik hatte zuvor bundesweit Millionen Kunden getroffen. ICE-Züge und Intercitys fuhren für mehrere Stunden nicht. In Berlin und Brandenburg fielen etliche Regionalzüge aus, viele Fahrgäste kamen auch bei der Berliner S-Bahn nicht weiter.

Auf der Ringbahn, der Stadtbahn und der Nord-Süd-Strecke verkehrten am Morgen vorübergehend keine S-Bahnen. Gegen Mittag waren dann einige Linien wieder im Zehn-Minuten-Takt unterwegs.

Im Regionalverkehr soll am Dienstag wieder alles rund laufen, wie ein Bahnsprecher sagte. Am Montagabend wurden noch einzelne Verspätungen und Ausfälle erwartet. Es dauere, bis Personal und Züge wieder an der richtigen Stelle seien. Wegen des Warnstreiks waren mehrere Linien ausgefallen, darunter der RE1, RE3 oder RE5.

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Warnstreik legte S-Bahn und Regionalverkehr weitgehend lahm

Zwischen Berlin und Brandenburg pendeln täglich Tausende. Wer sonst Zug fährt, stieg teilweise notgedrungen aufs Auto um. Auch U-Bahnen und Busse waren voller. «Da kam man teilweise nicht mehr mit», sagte eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). An den Bahnhöfen Alexanderplatz und Lichtenberg zum Beispiel sei es sehr voll gewesen. Einige Busse hätten zudem im Stau gestanden, weil mehr Autos unterwegs gewesen seien. Vereinzelt kam es daher laut BVG zu Verspätungen von bis zu 90 Minuten.

Hintergrund des Warnstreiks sind Tarifverhandlungen für rund 160 000 Beschäftigte der Bahn mit der EVG. Auch die S-Bahn in Berlin gehört zum DB-Konzern. Die Gewerkschaft hatte die Tarifgespräche am Wochenende abgebrochen, ist inzwischen aber zu weiteren Gesprächen bereit. Parallel verhandelt die Bahn noch mit der Lokführergewerkschaft GDL.

Die EVG hatte für den Zeitraum 5.00 bis 9.00 Uhr zum Ausstand ausgerufen. Betroffen waren etwa Stellwerke. Dort werden die Weichen und Signale gestellt, was Auswirkungen auf den ganzen Bahnverkehr hat. Das führte auch zu Problemen bei anderen Zuganbietern.

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Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg), die in der Region einige Strecken bedient, verwies beispielsweise darauf, dass sich ihre Mitarbeiter nicht am Warnstreik bei der Deutschen Bahn beteiligten. «Wir sind aber von der Infrastruktur abhängig», sagte eine Sprecherin. Es habe deswegen auch bei der Hälfte der Odeg-Linien Probleme gegeben, etwa beim RE2 (Berlin-Cottbus).

Züge der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) konnten ebenfalls nicht überall fahren wie geplant. «Wir hatten auch ein paar Einschränkungen», sagte ein Sprecher. So hätten etwa einige Regionalbahnen vorübergehend schon am Berliner Stadtrand enden müssen.

Für Fernreisende, die nicht weiterkamen, stellte die Bahn in Berlin drei Züge bereit, in denen sie die Wartezeit überbrücken können. Im Fernverkehr sollen alle für Montag gekauften Tickets bis Sonntag gültig bleiben.

Weil auch Informationssysteme auf der Bahn-Webseite und im DB-Navigator betroffen waren, konnten Kunden nicht ordnungsgemäß informiert werden. Auch die Reisezentren wurden bestreikt. Bei der Berliner S-Bahn fielen am Morgen für kurze Zeit zu allem Überfluss auch noch die Lautsprecher aus. (dpa)

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