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Mehr Kontrollen in Shisha-Bars (Foto: Soeren Stache/dpa)

Landesamt startet Kampagne «Lüften statt vergiften!»

Der Besuch von Shisha-Bars kann insbesondere im Winter gefährlich enden: Nach Kohlenmonoxid-Vergiftungen kam es allein in Berlin in den vergangenen zwei Jahren zu 29 Druckkammer-Behandlungen in Kliniken, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) mit. Die Zahl solcher Vergiftungen in schlecht gelüfteten Räumen könne sogar weit höher liegen, weil Rettungseinsätze und Behandlungen noch nicht systematisch erfasst würden. Mit der Kampagne «Lüften statt vergiften» will das Amt jetzt gegensteuern - mit einem Musikvideo ohne erhobenen Zeigefinger.

Bei der Verbrennung der Wasserpfeifenkohle entsteht Kohlenmonoxid. Besonders beim schnellen Rauchen ohne Absetzen der Pfeife und in geschlossenen Räumen ohne gute Lüftung gelangt nicht mehr genug Sauerstoff in den Körper. Die Gefahr besteht dann nicht nur für Raucher, sondern für alle Menschen, die sich in Shisha-Bars aufhalten. Im Musikvideo wird dieser Effekt in einem Rap beschrieben. Erst schön relaxen - «und plötzlich war der Notarzt da».

Das Gas Kohlenmonoxid kann man weder riechen, sehen noch schmecken. Daher werden frühe Anzeichen einer Vergiftung wie beispielsweise Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen beim Shisha-Rauchen oft fälschlich für Folgen des Tabakkonsums gehalten. In schweren Fällen kann es bis zu Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen und schweren Herzproblemen kommen. Kliniken behandeln Patienten dann in einer Druckkammer mit Sauerstoff-Therapien.

Shisha-Rauchen ist insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Wie Zigarettenrauchen kann es aber auch die Gesundheit schädigen - zum Beispiel durch lange Dauer und tiefe Inhalation. Dazu verleiten der süße Geschmack und warme Rauch.

In seiner Social-Media-Kampagne verteufelt das Lageso das Vergnügen dennoch nicht. Zum eigenen Schutz sollte Shisha aber am besten draußen oder bei weit geöffneten Fenstern geraucht werden, rät das Amt. In Bars sollten Gäste auf Lüftungsanlagen und Kohlenmonoxid-Warnmelder achten. (dpa)

shisha.berlin.de