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Karl-Marx-Allee (Foto: 105'5 Spreeradio)

Deutsche Wohnen bedauert «aufgeregte Diskussion» um Karl-Marx-Allee

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will 800 kürzlich gekaufte Wohnungen in der Berliner Karl-Marx-Allee nicht weiterveräußern. Das stellte Vorstandschef Michael Zahn am Montag angesichts anhaltender Mieterproteste gegen den Wohnungsdeal klar.

«Die Karl-Marx-Allee ergänzt unseren stark durch Denkmäler geprägten Berliner Bestand», erklärte er. «Genauso wie unsere Unesco-Welterbesiedlungen - Weiße Stadt, Hufeisensiedlung, Wohnstadt Carl Legien und Ringsiedlung Siemensstadt - werden die Wohnungen der Karl-Marx-Allee in unserem Bestand verbleiben.»

Die nach der Wiedervereinigung privatisierten Wohnungen waren im Oktober an die Deutsche Wohnen verkauft worden. Bis zum 5. Januar 2019 haben die Mieter aufgrund der Rechtslage die Möglichkeit, ihre Wohnungen via Vorkaufsrecht zu erwerben. Der Senat hat angekündigt, sie dabei etwa durch Bürgschaften zu unterstützen. Für ein Gebäude mit 80 Wohnungen greift womöglich ein Vorkaufsrecht des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, weil es in einem sogenannten Milieuschutzgebiet liegt.

«Wir bedauern die aufgeregte Diskussion der letzten Wochen, da diese zu einer starken Verunsicherung bei den Mietern geführt hat», sagte Zahn. Die Deutsche Wohnen werde eine Umwandlung in Eigentumswohnungen wenn möglich rückgängig machen und Wohnungen der Bestandsmieter nicht verkaufen. «Als weitere Sicherheit schließen wir Eigenbedarfskündigungen grundbuchrechtlich aus.» Das Unternehmen stehe für einen konstruktiven Dialog mit Bezirk, Senat und Mieterbeirat jederzeit zur Verfügung. (dpa)

Karl-Marx-Allee: Deutsche Wohnen kauft 700 Wohnungen
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