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Großer Klimastreik in Berlin: Tausende gehen für mehr Klimaschutz auf die Straßen... (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Zehntausende demonstrieren in Berlin für mehr Klimaschutz

Mit Demonstrationen, kurzzeitigen Straßenblockaden, einem Fahrradkorso und anderen Aktionen haben Zehntausende Menschen in Berlin mehr Klimaschutz gefordert. Während die Bewegung Fridays for Future die Teilnehmerzahl bei der größten Demo rund um das Brandenburger Tor auf «weit mehr als 100 000» bezifferte, sprach die Polizei nach einer ersten konservativeren Schätzung später von «mehreren Zehntausend».

Rund um das Wahrzeichen im Herzen Berlins waren die Straßen voller Menschen. «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut», skandierte die Menge in Richtung der politisch Verantwortlichen. Auf Transparenten waren teils phantasievolle Slogans zu lesen, etwa «Dieser Planet wird heißer als mein Freund». Plötzlich hüpften die Massen auch und riefen: «Wer nicht hüpft, der ist für Kohle.»

Organisiert hatte die Demonstration, die durch Teile der Innenstadt und des Regierungsviertels zog, ein breites Bündnis, dem auch die von Schülern und Studenten getragene Bewegung Fridays for Future angehört. Einige Teilnehmer hatten sich besondere Aktionen ausgedacht, um auf die Gefahren der Erderwärmung hinzuweisen.

So standen etwa drei Menschen auf abtauenden Eisklumpen unter einem Galgen mit Schlinge um den Hals. Andere trugen einen abgestorbenen Baum. Mehrere Redner forderten die Politik auf, energischer gegen die Erderwärmung vorzugehen und das Klima zu retten.

Die Berliner Kapitänin Carola Rackete sprach sich für noch stärkere Proteste gegen die aktuelle Klimapolitik aus. Die Verantwortung dafür dürfe nicht nur auf den Schultern der Kinder und Jugendlichen lasten, die seit Monaten bei Fridays for Future auf die Straße gehen. «Wir Erwachsenen müssen ebenso konsequent protestieren.» Und weiter: «Nicht zu handeln, hat dramatische Folgen.» Rackete war im Sommer mit einem Rettungsschiff voller Migranten unerlaubt in einen italienischen Hafen eingefahren.

Bereits am Vormittag gab es in Berlin diverse andere Demonstrationen, zu denen unter anderem Ärzte und Unternehmer aufgerufen hatten. Einige Hundert Menschen beteiligten sich an einem Fahrradkorso vom Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg in Richtung Innenstadt. An der Kreuzung Holzmarkt-/Alexanderstraße nahe der Jannowitzbrücke in Mitte blockierten Aktivisten kurzzeitig die Straße mit Absperrband. Als die Polizei kurze Zeit später eintraf, war die Aktion schon wieder beendet.

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Großer Klimastreik in Berlin: Tausende gehen für mehr Klimaschutz auf die Straßen... (Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Auf einer Überführung über die Stadtautobahn 100 in Tempelhof brachten Umweltschützer kurzzeitig ein Banner an: «Saubere Autos sind ein dreckige Lüge», stand darauf. Am Kottbusser Tor blockierten Fahrradfahrer den Kreisverkehr. Vor dem Kanzleramt, wo die Koalition seit dem Vortag über ein Klimapaket für Deutschland verhandelt hatte, versammelten sich einige Dutzend vornehmlich junge Demonstranten. Am Mittag um fünf vor 12.00 Uhr läuteten zudem viele Kirchenglocken in Berlin.

Im Tagesverlauf war auch noch ein Party-Protestzug Berliner Clubbetreiber geplant. Mehrere Gruppen wie Extinction Rebellion kündigten an, mit weiteren Straßenblockaden den Verkehr zeitweise lahmzulegen.

Bundesweit waren am Freitag nach Angaben der Bewegung Fridays for Future mehr als 530 Demonstrationen geplant. Zehntausende Menschen beteiligten sich. Auch in vielen anderen Staaten gab es Streik- und Protestaufrufe: Für die internationale Streikwoche, die am Freitag beginnt, hatten Aktivisten Proteste in mehr als 2600 Städten in fast 160 Staaten angekündigt. (dpa)

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Großer Klimastreik in Berlin: Tausende gehen für mehr Klimaschutz auf die Straßen... (Foto: Christoph Soeder/dpa)

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