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Zentrum für Politische Schönheit vor Reichstagsgebäude (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Das «Zentrum für politische Schönheit» hat in Berlin eine «Gedenkstätte» errichtet

In Sichtweite des Reichstagsgebäudes hat das für seine umstrittenen Aktionen bekannte Künstlerkollektiv «Zentrum für politische Schönheit» (ZPS) eine sogenannte Gedenkstätte errichtet. Seit Montagmorgen steht sie auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper, in der die Reichstagsabgeordneten im März 1933 mit breiter Mehrheit für das Ermächtigungsgesetz gestimmt hatten, eine wichtige Grundlage für die Diktatur der Nationalsozialisten. Es gehe darum, ob heute wieder eine Diktatur drohe, sagte der Aktionskünstler und ZPS-Gründer Philipp Ruch am Montag. Teil der Aktion ist eine Stahlsäule, die nach Angaben der Gruppe Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis enthält.

Das «Zentrum für politische Schönheit» ist bereits mehrfach mit Aktionen aufgefallen, die Aufsehen erregt haben. So hatte es beispielsweise im November 2017 eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals in Nachbarschaft des Wohnhauses des AfD-Politikers Björn Höcke im thüringischen Bornhagen aufgestellt.

Über der sogenannten Gedenkstätte in der Heinrich-von-Gagern-Straße war am Montag der Schriftzug «Gedenken heißt Kämpfen» zu lesen. Und in Großbuchstaben «Keinen Schritt weiter! Hier begann die letzte deutsche Diktatur». Es brannten Dutzende Kerzen in Grablichtern, neben Plüschtieren wie Teddybären. In Wassereimern standen Blumensträuße. Darüber hangen zahlreiche Zettel mit Texten wie «Vergesst sie nicht», «Ruhet in Frieden», «Nie wieder Auschwitz» oder «Gegen politischen Alzheimer in Deutschland».

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Zentrum für Politische Schönheit vor Reichstagsgebäude (Foto: Christophe Gateau/dpa)

In einer Mitteilung vom Montag erklärte das ZPS, in der ehemaligen Krolloper habe der Konservatismus die deutsche Demokratie in die Hände der Mörder gelegt. Kreise des Konservatismus streckten heute wieder die Hand nach Faschisten aus. «Sie machen sich öffentlich Gedanken, ob die AfD nicht doch ein guter Regierungspartner - oder Tolerierer einer Minderheitenregierung - wäre.»

Nach Angaben der Polizei ist die Veranstaltung bis zum 7. Dezember angemeldet. Das Künstlerkollektiv hat allerdings angekündigt, Spenden sammeln zu wollen, um am kommenden Samstag ein Betonfundament für die Säule zu gießen, wenn genügend Geld dafür zusammenkommt.

Lea Rosh, Vorsitzende des Fördervereins «Denkmal für die ermordeten Juden Europas», nannte die ZPS-Aktion «großartig». «Es ist ja eine politische Botschaft, die damit einhergeht. Es ist die Botschaft: Guckt hin, hier ist die Macht an die Nazis übertragen worden.»

Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, kritisierte die Errichtung eines «Mahnmals des "Zentrums für politische Schönheit", in dem sich angeblich Asche von Auschwitz-Opfern befinden soll» hingegen: «Auschwitz-Überlebende sind bestürzt darüber, dass mit diesem Mahnmal ihre Empfindungen und die ewige Totenruhe ihrer ermordeten Angehörigen verletzt werden», teilte er mit. «Die Vorstellung, dass die Asche ihrer ermordeten Familienmitglieder zu Demonstrationen durch Europa transportiert wird, ist für sie nur schwer erträglich.» (dpa)