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Solidaritätskundgebung anlässlich des Attentats in Halle (Saale) an der Neuen Synagoge Berlin (Foto: Christoph Soeder/dpa)

Solidarität mit jüdischen Gemeinden nach Angriff auf Synagoge

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat die Polizei auch in Berlin und Brandenburg die Präsenz der Sicherheitskräfte vor jüdischen Einrichtungen verstärkt. Politiker verurteilten den Angriff am Mittwoch und sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm am Mittwochabend an einer Solidaritätsveranstaltung an der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin teil. Auch Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) besuchte die Veranstaltung.

Regierungssprecher Steffen Seibert nannte Merkels Besuch bei Twitter ein «Zeichen der Verbundenheit». Er fügte hinzu: «Wir müssen uns geschlossen jeder Form von Antisemitismus entgegenstellen.» Dazu setzte Seibert das Twitter-Schlagwort «#Wirstehenzusammen».

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli rief dazu auf, vor der Synagoge in der Oranienburger Straße ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. «Ich möchte nicht, dass Juden in unserem Land Angst haben müssen. Lasst uns gemeinsam einen Schutzschirm gegen #Antisemitismus bilden», twitterte die SPD-Politikerin. Auch Innensenator Geisel sagte nach seinem Besuch dort, die jüdische Gemeinde zu Berlin brauche ein Zeichen der Solidarität.

Die Hauptstadt-Polizei erhöhte die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen umgehend. «Diese Maßnahmen setzen wir im Moment im Einvernehmen mit den jüdischen Gemeinden um», sagte der Innensenator (SPD). Auch in Brandenburg waren mehr Polizeikräfte im Einsatz.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: «Unsere Gedanken sind so kurz nach dem schrecklichen Geschehen zuallererst bei den beiden ums Leben gekommenen Menschen und ihren Angehörigen.» Angesichts des hohen jüdischen Feiertags und des Tatorts lägen nun «schlimmste Befürchtungen nahe». Zunächst gelte es jedoch, eine Beruhigung der Lage und die Ergebnisse der Ermittlungen der Sicherheitsbehörden auf Bundesebene abzuwarten.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: «Offenbar richtete sich dieser feige Angriff gegen eine Synagoge und damit gegen das jüdische Leben. Das ist entsetzlich und auf das Schärfste zu verurteilen.» Jüdisches Leben müsse in Deutschland und überall auf der Welt geschützt werden. (dpa)