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Andreas Geisel (Foto: Paul Zinken/dpa)

Geisel will Vereinen keine Rechnung schicken - Länder-Innenminister sollen im Juni entscheiden

Berlins Innensenator Andreas Geisel will Fußballvereinen die Einsatzkosten der Polizei bei Risikospielen auch nach der jüngsten Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts nicht in Rechnung stellen. „Berlin wird dem nicht folgen“, sagte der SPD-Politiker dem Berliner Radiosender 105‘5 Spreeradio. Er sehe die Leipziger Entscheidung „nicht als Präzedenzfall“. Die Richter hatten erklärt, dass die Kosten grundsätzlich in Rechnung gestellt werden können. „Wir müssen den Sport fördern“, betonte Geisel. Das Urteil bedeute hingegen, dass theoretisch sechsstellige Beträge umlegbar seien. „Das kann vielleicht ein Verein aus der ersten Bundesliga tragen, aber wenn ich damit Sportvereinen aus der Regionalliga oder sonstigen unteren Ligen komme, und auch dort haben wir Hochrisikospiele, dann schicke ich diese Vereine in die Insolvenz“. Das könne nicht gewollt sein. Es bleibe dabei, dass die Polizei für die Sicherheit außerhalb der Stadien und die Vereine innerhalb der Arenen verantwortlich seien.

Das Argument, dass dem Steuerzahler ungerecht Kosten aufgebürdet würden, lässt der SPD-Politiker nicht gelten. „Der Steuerzahler hat auch einen Nutzen, weil die Spiele dafür sorgen, dass Besucher in die Stadt kommen, hier einkaufen und Steuern generieren, aus denen beispielsweise die Infrastruktur instand gehalten wird. Man könne auch einen Bescheid zur Übernahme der Kosten nicht davon abhängig machen, ob ein Verein in der ersten oder einer unteren Liga spiele.

„Ich erwarte, dass sich die Innenministerkonferenz im Juni in Kiel mit der Thematik befasst und es dort eine Abstimmung gibt, ob das bundeseinheitlich gehandhabt wird“, unterstrich der Innensenator. Er sehe allerdings „eine Mehrheit, bei der Linie zu bleiben, die wir gegenwärtig haben.“ Sport müsse gefördert werden. Der Ressortchef verwies darauf, dass 600 000 Menschen in Berlin in Sportvereinen Mitglied seien. Diese würden alle in Mitleidenschaft gezogen, „weil auch die mal Veranstaltungen haben, die einem bestimmten Risiko ausgesetzt sind und sei es nur, dass sie öffentlich sind und geschützt werden müssen“.