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Fahrraddiebstähle (Foto: Andreas Gebert/dpa)

Gegen Fahrraddiebstahl erprobt die Berliner Polizei neue Wege

GPS-Tracker an Fahrrädern, um Diebesgut und Täter aufzuspüren: Gegen Fahrraddiebstahl erprobt die Berliner Polizei neue Wege. Es handle sich um ein Pilotprojekt, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch auf Anfrage. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Details zum Umfang des Vorhabens und bisherigen Erfahrungen wollte der Sprecher nicht nennen. Den unbestätigten Zeitungsberichten zufolge wurden präparierte Räder bisher in einzelnen Fällen aufgestellt, von Ermittlungserfolgen war die Rede.

Bisher nutzen manche Privatleute versteckte GPS-Sender an ihrem Rad, um den Standort ihres Gefährts im Fall der Fälle nachverfolgen zu können. Diese Form der Diebstahlsicherung habe schon geholfen, Täter zu fassen, hatten Präventionsexperten der Polizei im Frühjahr 2018 erklärt. Für den Einsatz der Technik bei der Polizei - das Fahrrad als Lockvogel - stellt sich aber die Frage, ob es nicht als Anstiftung zu einer Straftat gewertet werden könnte. Der rechtliche Rahmen des Vorhabens sei zu prüfen, sagte der Polizeisprecher.

Fahrraddiebstahl war in Berlin in den vergangenen Jahren ein großes Problem: Von 2010 bis 2016 stieg die Zahl der jährlich gemeldeten Fälle von unter 20 000 auf mehr als 34 000 an, zuletzt meldete die Polizei aber Rückgänge. Allerdings werden bisher die wenigsten Taten geklärt, die Aufklärungsquote lag 2017 bei nur 3,9 Prozent. Bekannt ist, dass oft reisende Täter, die teils bandenmäßig organisiert sind, hinter den Taten stecken. (dpa)